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Warnemünde Vorzeige-Lehrlinge in Warnemünde

Die besten Gastro-Azubis in MV stehen fest / Branche hat immer noch schlechten Ruf

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Sie ist die beste Auszubildende in der Kategorie Koch: Maxi Olivia Mauderer (20) aus dem Kurhaus Warnemünde. Im Oktober darf sie zur Deutschen Jugendmeisterschaft in Bonn, zusammen mit den anderen besten Azubis aus 16 Dehoga-Landesverbänden.

Quelle: Foto: Julia Fischer

Warnemünde. Sie mussten flambieren, tranchieren und filetieren. In Stralsund wurden die besten angehenden Köche, Hotel- und Restaurantfachkräfte aus Mecklenburg-Vorpommern gesucht. 27 Azubis wurden Anfang der Woche bei einem zweitägigen Wettbewerb beobachtet und bewertet. In zwei Kategorien konnten sich Azubis aus Warnemünde durchsetzen: Jennifer Gräff (21) aus dem Ringhotel Warnemünder Hof in der Kategorie Restaurantfachkraft und Maxi Olivia Mauderer (20) aus dem Kurhaus Warnemünde in der Kategorie Koch.

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Die besten Gastro-Azubis in MV stehen fest / Branche hat immer noch schlechten Ruf

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Nachdem sie am Montag ihr Theoriewissen unter Beweis gestellt hatten, mussten die Lehrlinge am Dienstag ein Vier-Gänge-Menü zubereiten und eine festliche Tafel eindecken.

„Es war eine echte Herausforderung“, sagt Jennifer Gräff, „aber jetzt bin ich sehr erleichtert, dass alles so gut geklappt hat.“ Die angehende Restaurantfachkraft beendet im Sommer ihre dreijährige Ausbildung und hat bereits zum zweiten Mal an dem Wettbewerb teilgenommen. Letztes Jahr belegte sie den zweiten Platz. Als Erstplatzierte darf sie dieses Mal im Oktober zu den Deutschen Meisterschaften nach Bonn fahren und sich dort gegen die besten Azubis aller Bundesländer durchsetzen. „Ich bin jetzt schon nervös, wenn ich daran denke, aber ich habe ja noch ein bisschen Zeit, um mich vorzubereiten“, verrät Gräff.

Auch Maxi Mauderer vom Kurhaus Warnemünde freut sich sehr über den Titel. „Es ist eine Bestätigung, dass ich meine Arbeit gut mache“, sagt sie glücklich. Der Beruf sei bei ihr eine Art Familientradition. Auch ihr Opa war Koch, und es gab immer gutes Essen zu Hause. Die junge Frau könne sich nicht vorstellen, den ganzen Tag am Schreibtisch zu sitzen, deswegen habe sie sich für die Ausbildung zur Köchin entschieden. „Außerdem ist es sehr abwechslungsreich, und man kann oft ausschlafen“, verrät sie lachend.

Trotzdem gebe es auch einige Nachteile, die viele junge Leute von der Ausbildung in der Gastronomie zurückschrecken lassen.526 Stellen blieben laut Arbeitsagentur Nord im vergangenen Jahr in Mecklenburg-Vorpommern unbesetzt. „Wir würden gerne mehr Azubis einstellen, aber es gibt nicht genügend Bewerber“, bedauert Frank Martens, Direktor des Hotels Warnemünder Hof. Das liege zum einen am demografischen Wandel, zum anderen aber auch an dem schlechten Ruf, den die Gastronomie innehat. „Zu Unrecht“, findet Martens. „Mit einer deutschen Ausbildung steht den jungen Leuten die ganze Welt offen und die Arbeitgeber sind flexibler geworden.“

Vor allem die Arbeitszeiten seien für viele eine Herausforderung. „Man arbeitet dann, wenn alle anderen frei haben“, sagt Sebastian Weiß, Küchenchef im Kurhaus Warnemünde. Für ihn sei es aber trotzdem der tollste Beruf, weil man sich „kulinarisch und kreativ ausleben“ kann. Außerdem werden immer mehr junge Leute in Führungspositionen eingesetzt. Mit Ende 20 ist Weiß bereits Küchenchef, wie viele seiner Freunde auch.

Auch die beiden Vorzeige-Azubis Jennifer und Maxi sehen in ihrem zukünftigen Beruf mehr Vorteile als Nachteile. Beide betonen die Vielfältigkeit der Ausbildung und die täglichen Herausforderungen:

„Man kann den Gästen hier zeigen, was man alles kann“, sagt Jennifer. Maxi findet, dass man viel mitnehmen kann, egal, ob man am Ende Koch wird oder nicht: „Gegessen wird schließlich immer.“

Gastronomie bietet Abwechslung und Aufstiegschancen

209 Ausbildungsstellen für Köche, 176 für Restaurantfachkräfte und 141 für Hotelfachkräfte blieben im vergangenen Jahr nach Angaben der Arbeitsagentur Nord landesweit unbesetzt.

3 Jahre dauert in der Regel die Ausbildung in der Gastronomiebranche. Voraussetzung sind meist ein Hauptschulabschluss, eine gute körperliche Verfassung sowie Teamfähigkeit.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) organisiert jährlich die Deutschen Jugendmeisterschaften in den gastgewerblichen Ausbildungsberufen im Steigenberger Grandhotel Petersburg. Dort kämpfen die besten Azubis aus allen Bundesländern um den Titel „Deutscher Jugendmeister“, Geld- und Sachpreise sowie hochwertige Weiterbildungen.

Julia Fischer

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