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Warnemünder Forscher erkunden Todeszonen

Warnemünde Warnemünder Forscher erkunden Todeszonen

Im 100. Band der wissenschaftlichen Berichte veröffentlicht Leibniz-Institut Karten aus jahrzehntelanger Arbeit

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Günther Nausch hat mit seinem Team Daten aus 46 Jahren veröffentlicht.

Quelle: Fotos: Philip Schülermann/hartmut Klonowski

Warnemünde. „Todeszonen“ – sie klingen nicht nur bedrohlich, sie sind es auch für Lebewesen. Und es gibt sie vielerorts in der Ostsee. Forscher des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung in Warnemünde (IOW) untersuchen diese lebensfeindlichen Areale bereits seit einigen Jahren. Die Gebiete breiten sich aus. Nun haben sie Langzeitdaten und Karten von 1969 bis 2015 veröffentlicht, die Wissenschaftlern bei der Erforschung der Ostsee helfen sollen.

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Im 100. Band der wissenschaftlichen Berichte veröffentlicht Leibniz-Institut Karten aus jahrzehntelanger Arbeit

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Daten aus zwei Jahrzehnten

Der 100. Band der „Meereswissenschaftlichen Berichte“ von Susanne Feistel, Rainer Feistel, Dietwart Nehring, Wolfgang Matthäus, Günther Nausch, Michael Naumann ist online als 85-seitige PDF-Datei auf Englisch verfügbar.

Download unter: www.io-warnemuende.de/msr-2016-0100-de.html

Regelmäßig publiziert das IOW die „Meereswissenschaftlichen Berichte“. Jetzt ist der 100. Band erschienen. Das sei ein guter Anlass gewesen, die Langzeitdaten zu veröffentlichen, sagt Dr. Günther Nausch, der mit Dr. Susanne Feistel und Dr. Michael Naumann an dem Bericht gearbeitet hat. „Das ist ein sehr wertvoller Datensatz“, so der Wissenschaftler.

Das Wechselspiel zwischen Salzeinbrüchen und Todeszonen ist typisch für die Ostsee. Salzeinbrüche hängen stark vom Wetter ab. Nur bei guten Bedingungen findet ein Wasseraustausch mit der Nordsee statt, die frisches Salzwasser in die Ostsee spült. Weil die Ostsee an sich süßer ist, kommt es zu verschiedenen Schichtungen: Das Oberflächenwasser mit geringem Salzgehalt wird durch den Wind gut durchmischt und ist sauerstoffreich und gut belüftet. Schweres, salzhaltiges Wasser sammelt sich aber am Grund von tiefen Becken. Bakterien und andere Mikroorganismen zersetzen dort organisches Material und zehren den Sauerstoff auf. Die Folge: Sauerstoffarme oder sogar -freie Bedingungen. Entsteht dann noch Schwefelwasserstoff, ist die Todeszone geboren. In ihr überleben nur spezielle Mikroorganismen. Diese Zonen sind in Bewegung – und sie breiten sich aus. Das zeigen die Daten. Die Salzeinbrüche werden zudem immer seltener, sorgen sie doch aber für die einzige Zufuhr an Sauerstoff. Der Sauerstoffmangel hält deshalb immer länger an.

An bis zu 60 Stationen sammeln die Warnemünder Forscher hydrographische und physikalisch-chemische Daten. Seit 1969 werden die Ergebnisse in Karten eingetragen. Erstmals aber hat das IOW die Daten gesammelt veröffentlicht. „In den 60ern und 70ern wurden die Karten noch per Hand gezeichnet“, erzählt Günther Nausch. Später seien immer mehr „Tools“ dazugekommen. Um die Umsetzung kümmert sich im Team Dr. Susanne Feistel. Zu den Problemzonen zählen laut Nausch das östliche und westliche Gotland und das Bornholmbecken. „Die Ostsee ist kein einfaches Becken“, sagt er. Es gibt viele unterschiedliche Tiefen und somit Bereiche, in denen besonders wenig oder gar kein Sauerstoff ist. „Es sind viele Fragen noch nicht geklärt“, berichtet Günther Nausch. Unklar sei zum Beispiel, wie groß die betroffenen Flächen tatsächlich sind. Warum 1993, 2003 und 2014 besonders viel Nordseewasser einströmte, ist ebenfalls noch nicht abschließend geklärt. Auch international hätten die Messreihen bereits Anklang gefunden, sagt Günther Nausch.

Philip Schülermann

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