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Warnemünder Woche: Wettfahrten und Landprogramm wegen Unwetter abgesagt

Warnemünde Warnemünder Woche: Wettfahrten und Landprogramm wegen Unwetter abgesagt

Ausnahmezustand auf der Warnemünder Woche: Geschlossene Buden, leere Bühnen, abgesagte Veranstaltungen. Sturmtief Renate hatte das Ostseebad gestern fest im Griff.

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Des einen Leid ist des anderen Freud’: Urlauber lieben den Sturm. Brit Schade-Kellner (48, l.) und Tochter Kristien Kellner (23) aus Stendal finden es hervorragend, sich auf der Warnemünder Westmole den Sturm durch die Haare pusten zu lassen.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Warnemünde. Ausnahmezustand auf der Warnemünder Woche: Geschlossene Buden, leere Bühnen, abgesagte Veranstaltungen. Sturmtief Renate hatte das Ostseebad gestern fest im Griff. Nicht nur auf See wurden alle Regatten abgesagt, auch an Land hatte der Sturm Auswirkungen.

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Ausnahmezustand auf der Warnemünder Woche: Geschlossene Buden, leere Bühnen, abgesagte Veranstaltungen. Sturmtief Renate hatte das Ostseebad gestern fest im Griff.

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„Die Lage ist schlecht“, sagt Jörg Bludau von der Agentur Kongress- und Veranstaltungs-Service. „Momentan müssen wir von Stunde zu Stunde überlegen, was wir überhaupt machen können“, erklärt der Verantwortliche für das Landprogramm noch am Vormittag. Doch als die starken Böen auch nach dem Mittag nicht nachgelassen haben, wurde das Programm auf der Bühne am Leuchtturm „abgeblasen“. Das Wetter sei einfach nicht mehr normal, urteilt der 61-Jährige. „Wir versuchen optimistisch zu bleiben, aber wir hatten schon schönere Sommertage“, sagt Bludau resigniert.

Schon in der Nacht zum Mittwoch waren die Sicherheitskräfte an der Promenade in Aufruhr. „Sie mussten die Plane an einem Weinverkostungs-Stand sichern lassen“, sagt Bludau. Die Feuerwehr kam zu Hilfe. Verantwortlich für das Zelt ist Hans-Joachim Böhme. Insgesamt vier Buden hat er auf der Warnemünder Woche im Blick. „Ich bin schon ein wenig geschockt, dass es schon wieder passiert ist“, sagt Böhme. Denn bereits im vergangenen Jahr sei die Plane von dem leichten Aluminium-Gestell abgerissen. „Wir haben den Stand gesichert, aber gerade am Neptun-Hotel ist das Wetter schlimmer gewesen als die Vorhersage.“ Er gehe von einem Schaden von rund 5000 Euro sowie dem Verdienstausfall des gestrigen Tages aus. Im nächsten Jahr möchte er daher nur noch feste Stände in Warnemünde aufstellen.

Trotzdem ist Böhme gelassen. „Gegen Naturgewalten kann man nun mal nichts unternehmen, wichtig ist nur, dass niemand verletzt wurde.“

Zu weiteren Schäden sei es auf der Festmeile nicht gekommen, da bereits am Dienstag alles sturmsicher gemacht wurde. „Wir haben unter anderem die Flaggenmasten abgesenkt und die Planen heruntergenommen“, zählt Bludau auf. Bei der Bühnen-Vorrichtung könne nichts passieren. Es sei ein starkes Gestell, das zusätzlich mit Gewichten befestigt sei. „Es ist für hohe Windlasten ausgerichtet.“

Während die Händlermeile am Alten Strom fast uneingeschränkt geöffnet blieb, mussten viele Verkäufer auf der Promenade ihre Stände geschlossen halten und den Verdienstausfall in Kauf nehmen. Nur die besonders windfesten Buden konnten öffnen. Auch der Grillstand am Neptun-Hotel blieb gestern leer. Denn auch wenn das Zelt gut gesichert war, konnten sie den Schwenkgrill nicht anzünden. „Wenn es so weht, sind die Kohlen schnell abgebrannt und die Würstchen werden nicht mal richtig warm“, erzählt Monika Weithase. „Entweder wir warten ab oder wir schließen gleich. Uns bleibt nichts anderes übrig.“ Verluste habe sie auf jeden Fall, aber mit dem Risiko müsse man an der Küste umgehen können, sagt die Verkäuferin.

Das Medienzelt von OSTSEE-ZEITUNG und NDR musste gestern ebenfalls geschlossen bleiben. Alle Veranstaltungen fielen aus. Damit musste der Shanty-Chor der Schweriner Klönköpp unverrichteter Dinge wieder abreisen. „Wir wären gern mit viel Spaß und Freude dabei gewesen“, sagt der Sänger Armin Kramer. „Shanty-Man“ Uwe Bewerneck ist betrübt, dass sein 198. Auftritt ausgefallen ist: „Aber Wind gehört nun mal nach Warnemünde, wo soll er sonst sein?“

Das dachten sich auch Elke und Torsten Maier, die mit ihren Enkeln extra aus Schwerin in das Ostseebad gefahren sind, um den Sturm mitzuerleben. „Bei so einem Wetter wollten wir uns das einmal hier genau angucken“, sagt Torsten Maier. Seine Enkel, die Zwillinge Josefine und Klemens, kommen aus Niedersachsen. Sie kennen solche Windgeschwindigkeiten von mehr als 18 Metern pro Sekunde nicht. Doch Elke Maier ist gebürtige Rostockerin: „Wir sind gut vorbereitet, und ich musste es einfach miterleben.“

Johanna Hegermann

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