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Warnemünder bangt um Bäderregelung

Warnemünde Warnemünder bangt um Bäderregelung

Gewerkschaft will Sonntagsöffnung kippen / Oberverwaltungsgericht entscheidet/ Händler im Ostseebad empört

Warnemünde. Die Bäderregelung des Landes ist wieder wirksam. So hatten am Sonntag zahlreiche Geschäfte in Warnemünde erstmals in diesem Jahr von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Von Mitte März bis Anfang November dürfen in insgesamt 77 Orten — im vergangenen Jahr waren es noch 96 — sonntags die Geschäfte aufschließen. Rostock ist nur mit Warnemünde, Markgrafenheide und Diedrichshagen dabei. Die Innenstadt-Läden müssen zubleiben. Doch die neue Regelung steht auf dünnem Eis, denn die Gewerkschaft Verdi hat beim Oberverwaltungsgericht Greifswald eine einstweilige Verfügung beantragt, mit der das Regelwerk außer Kraft gesetzt werden soll. Und sie glaubt an den Erfolg. Es gebe bereits mehrere Gerichtsurteile, die den Sonntagsschutz stärken, argumentiert Verdi-Pressesprecher Frank Schischefsky. Der freie Sonntag sei per Grundgesetz geschützt.

 

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Die Verluste aus der Winterzeit lassen sich nur über den Verkauf am Sonntag kompensieren.“Dietmar Vogel, Gewerbeverein

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Wir erwirtschaften im Sommer an den Sonntagen 25 Prozent des Umsatzes. Es wird tödlich, wenn er fehlt.“Burkhard Rohde, Handelsverband

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Die Verluste aus der Winterzeit lassen sich nur über den Verkauf am Sonntag kompensieren.“Dietmar Vogel, Gewerbeverein

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Der Warnemünder Gewerbeverein sieht eine solche Verfügung „als Skandal und als Schlag gegen den Mittelstand“. Der Vorsitzende Dietmar Vogel begründet sein harsches Urteil: „Die Verluste aus der verkaufsarmen Winterzeit an den saisonalen Standorten lassen sich für uns nur über den Sonntagsverkauf kompensieren.“ Die Position der Gewerkschaft sei „realitätsfremd und letztlich arbeitsplatzvernichtend“, so Vogel. Das sieht der Warnemünder Geschäftsmann Burkhard Rohde ganz ähnlich. „Wir erwirtschaften im Sommer an den Sonntagen rund 25 Prozent des Gesamtumsatzes, bricht der Sonntag weg, kann das für viele Händler tödlich werden“, sagt Rohde, Chef der „mare baltic“- Läden und Sprecher des Handelsverbandes Ostseeküste. Auch Rohde ist überzeugt, dass Arbeitsplätze vernichtet werden, wenn die Gewerkschaft vor Gericht erfolgreich ist. „Viele kleinere Händler im Ostseebad werden ihre Läden im Winter gänzlich schließen und die Mitarbeiter nach Hause schicken“, deutet er eine Konsequenz an. Der Umsatz im Sommer ohne die Sonntage werde nicht ausreichen, um auch im Winter zahlungsfähig zu sein, so Rohde.

Auch für die vom Eigentümer geführten Geschäfte, die ohne zusätzliche Arbeitskräfte auskommen, ist es schwer, über den Winter zu kommen. Angela Beyer-Gläßner aus der Boutique „angela b“ am Alten Strom hat nach sechs Jahren Ende Februar aufgegeben. Und ein paar Häuser weiter hat Uwe Jessulat sein Modegeschäft „Life Style am Strom“ gerade geschlossen.

„Sollte Verdi die einstweilige Verfügung nicht zurückziehen, werden wir im Schulterschluss mit allen Gewerbevereinen und Verbänden massiv Stellung gegen die weltfremden Bürokraten beziehen“, macht Dietmar Vogel klar, dass man weiterkämpfen werde.

Von Thomas Sternberg

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