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Warnemünder rettet Flüchtlinge vor griechischer Küste

Warnemünde Warnemünder rettet Flüchtlinge vor griechischer Küste

Jörg Westphal (53), Leiter des Informationszentrums der DGzRS in Warnemünde und freiwilliger Seenotretter, ist gerade von einem Einsatz aus Lesbos zurückgekehrt

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Jörg Westphal hat sich freiwillig an der Rettungsaktion der DGzRS beteiligt. Er hat dafür Urlaub genommen.

Quelle: ThomasSternberg

Warnemünde. Gerade ist Jörg Westphal, Leiter des Warnemünder Informationszentrums der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), von seinem freiwilligen Rettungseinsatz vor der griechischen Küste zurückgekehrt. Vor der Insel Lesbos war er im Einsatz. Er hat an genau drei Tagen gemeinsam mit der Besatzung des Seenotrettungskreuzers „Minden“ 207 Menschen geholfen, den Gefahren der offenen See zu entkommen.

„Die Boote werden mit Menschen vollgestapelt, das spottet jeder Beschreibung“, berichtet ein immer noch fassungsloser Jörg Westphal. Bis zu 800 Frauen, Kinder und Männer werden dort von skrupellosen Schleppern auf Boote gepresst, die nur für 20 Menschen zugelassen sind. 1000 Euro müsse jeder zahlen, der diesen unverantwortlichen Seeweg von der Türkei nach Griechenland nehmen will.

Auf Bitte des griechischen Küstensuch- und Rettungsdienstes (Hellenic Coast Guard) helfen auch deutsche Seenotretter, Menschen vor der griechischen Küste vor dem Ertrinken zu bewahren.

„Wir waren dort der griechischen Küstenwache unterstellt, sie bestimmt die Einsätze in einem vorher festgelegten Suchgebiet“, erzählt Westphal. Zur vierköpfigen Stammbesatzung des Seenotkreuzers „Minden“ kommen zwölf zusätzliche Helfer, ausgebildete Seenotretter, die alle an Bord eine konkrete Aufgabe haben. „Wir sind auf unseren Einsatz gut vorbereitet worden, alle erdenkbaren Szenarien wurden trainiert“, sagt der Warnemünder Helfer. Auf See laufe es dann so ab, dass das kleine Rettungsboot der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) als Tochterboot der „Minden“ den Erstkontakt mit den Flüchtlingen, die sich im Regelfall in einem Schlauchboot befinden, aufnimmt. Sie signalisieren, wie viele Menschen in etwa im Boot sitzen und wer von ihnen medizinische Hilfe benötigt. Über einen Rettungssteg am Heck der „Minden“ betreten dann alle den Rettungskreuzer. Die Frauen und Kinder kommen ins Schiffsinnere. Dort werden sie von Frauen der Kreuzer-Besatzung betreut.

„95 Prozent der Menschen, die sich auf so einem Schlauchboot befinden, sind zum ersten Mal überhaupt auf dem Wasser, schwimmen können die wenigsten“, erzählt Westphal. „Wie verzweifelt müssen sie wohl sein, dass sie dieses Risiko auf sich nehmen?“, fragt er sich.

Der Rettungskreuzer bringt alle an Land. Das Schlauchboot erhält eine Markierung für andere Schiffsbesatzungen, dass die Insassen in Sicherheit sind. An Land werden alle vom UN-Flüchtlingswerk, Hilfsdiensten und „Ärzte ohne Grenzen“ in Empfang genommen. Wenn sie an Land gehen, haben sie das bei sich, was von ihrem bisherigen Leben übrig geblieben ist — und das passt in einen Rucksack.

„Die Freude der Geretteten, ihre Dankbarkeit sprechen Bände“, so Westphal. Und er versichert: „Ich würde es noch einmal machen.“

Internationale Rettungsaktion

Vor allem Syrer versuchen von der Türkei aus über den Seeweg nach Griechenland zu gelangen. Sie wollen weiter nach Westeuropa reisen. Sie werden aber, wenn sie es bis zur griechischen Küste schaffen, aktuell zurück in die Türkei geschickt.

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) beteiligt sich an einem Einsatz der International Maritime Rescue Federation (IMRF). Die DGzRS setzt ihren ehemaligen Seenotrettungskreuzer „Minden“ ein. Der Eigner stellt das Schiff zur Verfügung.

Von Thomas Sternberg

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