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Wiedersehen in Warnemünde

Warnemünde Wiedersehen in Warnemünde

Passagiere der „Costa Luminosa“ erzählen an Bord des Schiffes von ihrer Reise in 108 Tagen um die Welt

Warnemünde. Horst Köpke (73) weiß, wo Backbord ist und Steuerbord auch. Bug und Heck sind ihm nicht fremd, und sich auf einem Schiff zu verlaufen, das passiert ihm nicht.

 

OZ-Bild

Umrundeten die Welt: vorne Renate Kohnert und Horst Köpke aus Bargeshagen/Warnemünde, dahinter Erika und Gerhard Deubach aus Rostock und oben Hans-Peter und Karl-Heinz Gaul aus Berlin.

Quelle: Klaus Walter

Passagiere aus 14 Nationen, die internationale Besatzung — am Ende leben alle wie in einer Familie.“ Hans-Peter Gaul (73)

Kein Wunder, 33 Jahre lang, von 1956 an, baute er Schiffe auf der Warnemünder Warnow Werft. Jetzt stach er gemeinsam mit Renate Kohnert (71) selbst in See: Auf der „Costa Luminosa“ der italienischen Costa-Reederei umrundete das Paar die Welt. Seit einer Woche sind sie wieder zu Hause in Bargeshagen, und als am Mittwoch „ihr Schiff“ in Warnemünde festmachte, gab es ein kleines Wiedersehen mit Besatzung und Mitreisenden.

„Das Angebot zur Reise kam direkt von der Reederei“, erzählt Renate Kohnert, die ihr Arbeitsleben als Lehrerin verbracht hat. „Wir waren ja schon mit der Reederei im Mittelmeer unterwegs.“ Zeitlich habe es gut gepasst, im Winter, ergänzt Horst Köpke: „Im Sommer haben wir ja alles, was wir brauchen, in Warnemünde,“ sagt der ehemalige Werftarbeiter, der sich, obwohl er sich im Alter den Traum vom eigenen Häuschen in Bargeshagen erfüllt hat, („Die Grundstückspreise in Warnemünde sind ja unbezahlbar.“) nach all den Jahren auf der Werft als Warnemünder fühlt.

108 Tage währte die Reise, die im italienischen Savona begann. Städte in 23 Ländern lernten sie kennen: Rio ist ihnen besonders in Erinnerung geblieben, auch Dubai und die polynesischen Inseln. 2000 Passagiere waren an Bord, und klar, dass man einander kennenlernt. Horst Köpke spreizt Daumen und Zeigefinger weit auseinander: „Adressen haben wir soooo einen Stapel“, sagt er. Aber Kontakte nach der Reise? „Nun ja, wir sind ja gerade erst wieder eine Woche hier.“

Erika und Gerhard Deubach (beide 76) werden sie sicher öfter treffen. Vielleicht sogar per Zufall am Teepott oder mitten in der Stadt. Denn sie wohnen in Rostock. Schon zu ihrer goldenen Hochzeit 2013 hatten die Deubachs eine Weltreise mit der Costa-Reederei unternommen. „Das hat uns so gut gefallen“, erzählt Gerhard Deubach, „dass schon damals feststand: Solange wir noch können, werden wir das wiederholen.“ Damals führte ihre Reise durch den Panama-Kanal, jetzt rund um das Cap Hoorn. Auch sie schwärmen von Brasilien und der Safari in Dubai. Aber ganz besonders gerne erinnert sich Erika Deubach an das Elefanten-Waisenhaus in Sri Lanka. Die fast unerträglichen 37 Grad im Schatten habe sie für dieses Erlebnis gern in Kauf genommen. Gerhard Deubach war ganz überrascht, welch moderne Länder Jordanien und Israel sind. „Das hatte ich mir ganz anders vorgestellt“, sagt er. Vollkommen einig sind sich die Deubachs in Sachen „Bordverpflegung“. „Fischliebhaber kommen bei so einer Reise voll auf ihre Kosten“, schwärmt Gerhad Deubach. Und seine Frau ergänzt: „Was die Italiener können, ist backen.“ Zugenommen hätten sie aber nicht, denn etwas Sport, viel Bewegung während der Ausflüge und die Spaziergänge an Deck hätten immer einen festen Platz im Tagesablauf.

Und auch zu diesen Gelegenheiten knüpften die Passagiere persönliche Kontake. Zum Beispiel zu Hans-Peter (73) und Karl-Heinz (71) Gaul aus Berlin. Auch die beiden Brüder waren nicht das erste Mal per Schiff unterwegs, und Hans-Peter Gaul merkt an: „108 Tage stimmt nicht ganz.“ Immerhin habe das „schwimmende Hotel“ bei Pago Pago auf Amerikanisch Samoa die Datumsgrenze überquert. „Damit wurde der 5. März praktisch gestrichen. 107 Tage ist richtig“, sagt der Journalist. Was ihm am besten gefallen hat, ist das Leben an Bord. Kultur, Theater, viele Gespräche und Kontakte. „Passagiere aus 14 Nationen, dazu die internationale Besatzung — und am Ende leben alle wie in einer Familie zusammen.“

Costa-Schiffe kommen 16-mal nach Warnemünde

Die „Costa Luminosa“ ist eines von derzeit 15 Passagierschiffen der italienischen Reederei Costa Crociere S.p.A. Costa ist eine von vier operativen Gesellschaften des Weltmarktführers für Kreuzfahrten, Carnival Corporation, zu der auch die Rostocker Reederei Aida Cruises gehört.

Costa-Schiffe laufen in diesem Jahr 16-mal Warnemünde an. Wie bereits im vergangenen Jahr wird die „Costa Favolosa“ in den Sommermonaten regelmäßiger Gast in Rostock sein. Am 27.

Mai legt sie das erste Mal in diesem Jahr in Warnemünde an.

• Internet: www.costakreuzfahrten.de

Von Klaus Walter

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