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Wildschweine lieben den Stadtbummel

Markgrafenheide Wildschweine lieben den Stadtbummel

Nach zwei Jahren wurden erstmals wieder Tiere am Ortsrand von Markgrafenheide erschossen / Auch im Nordosten sind sie Gäste

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Nur im Güstrower Naturpark dürfen Wildschweine gefüttert werden.

Quelle: Dietmar Lilienthal

Markgrafenheide. Dank des Projektes des Rostocker Biologen Heinrich Zoller und des Engagements des Stadtforstamtes ist es gelungen, Markgrafenheide wildschweinfrei zu halten. Rund zwei Jahre lang hielten sich die Schwarzkittel fern. Jetzt sind wieder Tiere im Ort gesichtet worden. „Vereinzelt sind sie gesehen worden, sie waren wohl auch im Kletterwald unterwegs“, bestätigt Jürgen Dudek (Rostocker Bund), Vorsitzender des Ortsbeirates.

OZ-Bild

Nach zwei Jahren wurden erstmals wieder Tiere am Ortsrand von Markgrafenheide erschossen / Auch im Nordosten sind sie Gäste

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„Die Familie ist uns bekannt, eine erfahrene zehn Jahre alte Bache hat sie immer mal wieder zu Exkursionen nach Markgrafenheide eingeladen“, sagt Revierförster Christoph Willert aus dem Stadtforstamt. Doch damit sei Schluss, denn sie und eine weitere Bache seien vor ein paar Tagen erschossen worden, so Willert. Die Bachen merkten sich sehr gut, wo schon einmal die ganze Familie satt geworden ist. Sie gäben dann ihr Wissen naturgemäß an den Nachwuchs weiter. Darum seien die erfahrenen Bachen das Jagdziel. Das habe in Markgrafenheide auch gut geklappt, so Willert.

Doch der Revierförster bestätigt auch: „Es wird immer wieder mal Wildschweine in Markgrafenheide geben.“ Der Ort sei von Wald und Schilf umgeben, und im Ort gebe es etliche alte Eichen. Die Eicheln seien eine Lieblingsspeise der Schweine. Auch illegale Komposthaufen, die im Wald oder Buschreihen angelegt werden, lockten die Tiere förmlich an. Doch Wildtiere in bewohnten Bereichen sollen verhindert werden.

„In Markgrafenheide bekommen wir das auch ganz gut hin, da sind wir allein verantwortlich und können die Jagd so ausrichten, dass sie effektiv ist“, sagt Willert. Doch viele Wildschweine tummelten sich auch im Nordosten der Hansestadt, am Warnowufer bei Krummendorf und Gehlsdorf sowie sehr intensiv auch am Verbindungsweg.

Heinrich Zoller, Biologe an der Rostocker Universität, erforschte mit seinem Team in einem deutschlandweit einmaligen Projekt, wie Wildschweine in der Rostocker Heide die für sie geeigneten innerstädtischen Rückzugsräume nutzen und auf welchen Routen sie bevorzugt unterwegs sind. Zoller fütterte die Tiere an, betäubte sie und stattete sie mit Sendern aus. Die Sender informierten ihn, auf welchen Wegen das Borstenvieh in den Ort stapfte. Mit diesen Erkenntnissen konnten rund 50 Wildschweine rund um Markgrafenheide geschossen werden. Das gleiche Prinzip wird jetzt auch zum Schutz der Ringeindeichung von Hohe Düne und Markgrafenheide eingesetzt.

Und weil die Wildschwein-Population durch gute Nahrung in den Städten und mehreren milden Wintern deutschlandweit ein Problem ist, ist der Biologe Zoller auch in anderen Bundesländern im Einsatz.

Aktuell leitet er ein Projekt mit drei Gebieten in Sachsen.

Rostocker hilft in Sachsen

Der Biologe Heinrich Zoller, unter dessen Regie die Schweine-Plage in Markgrafenheide eingedämmt wurde, hat in diesem Jahr auch ein Projekt im Freistaat Sachsen übernommen. Er hilft mit, der Wildschwein-Plage in zunächst drei Gebieten Herr zu werden. Unter anderem geht es auch um den Schutz von Deichanlagen.

Die Population einzudämmen ist außerdem wichtig, da Wildschweine auch die Afrikanische Schweinepest, die gegenwärtig in Polen auftritt, übertragen können. Für diese Tierseuche gibt es keinen Impfstoff.

Thomas Sternberg

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