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Hohe Düne Zurück als Lebensretter

Nach drei Monaten im Mittelmeer-Einsatz macht die „Ludwigshafen am Rhein“ im Stützpunkt Hohe Düne fest

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Erwartet von den Angehörigen: die Korvette „Ludwigshafen am Rhein“. Fotos (4): Klaus Walter

Hohe Düne. „Er ist wieder da“, freut sich Maureen Preuß (24) aus Winsen an der Luhe. „Im Juni ist Hochzeit.“ Gemeinsam mit ihrer künftigen Schwägerin Mareike (26) hat die junge Frau gestern Morgen bei eisigem Wind im Marinestützpunkt Hohe Düne ausgeharrt. Einen goldenen Luftballon hat sie dabei. Als Zeichen für ihren Liebsten: Oberbootsmann Nils Gripp. Letzte lange Minuten — dann endlich läuft sie ein: die Fregatte „Ludwigshafen am Rhein“ der Deutschen Marine mit 65 Soldaten an Bord, alle glücklich und wohlbehalten zurück aus dem Mittelmeer — alle als hundertfache Lebensretter.

OZ-Bild

Nach drei Monaten im Mittelmeer-Einsatz macht die „Ludwigshafen am Rhein“ im Stützpunkt Hohe Düne fest

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„Ein besonderer Einsatz war es auf jeden Fall“, sagt der Kommandeur des 1. Korvettengeschwaders, Nicolas Liche. Nur kurz habe sich die Besatzung vorbereiten können, als sie vor fast genau drei Monaten den Einsatzbefehl bekommen habe. „Es gab einige Unbekannte und ein Aufgabenspektrum, das im Vorfeld nicht ausprobiert und geübt werden konnte.“

„Aufklärung“ hieß der Befehl für Schiff und Mannschaft. Im Rahmen des Einsatzes European Union Naval Force Mediterranean (EUNAVFOR MED), besser bekannt als Operation „Sophia“, sollte die „Ludwigshafen am Rhein“ gemeinsam mit Schiffen aus weiteren 21 europäischen Staaten im Seegebiet zwischen Libyen und Italien patrouillieren und das Bild über die Schleuserbanden vervollkommnen helfen. Über Kriminelle, die Menschen in völlig untauglichen Booten über das Mittelmeer in Richtung italienische Küste schicken. Doch dabei blieb es nicht.

An fünf Tagen während dieses Vierteljahres trafen die Aufklärer auf Boote voller Menschen, die fernab jeder Küste hilflos auf offener See trieben. „Seenotrettung“ heißt dann das Gebot für jedes Schiff und jeden Seemann. Fünf Daten hat die Besatzung auf den Schiffsrumpf ihrer Korvette geschrieben: der 27. und 31. Januar, der 23. Februar, der 7. und der 19. März. An diesen Tagen rettete die Besatzung der „Ludwigshafen am Rhein“ insgesamt 468 Männer, 48 Frauen und sechs Kinder aus höchster Not, womöglich sogar vor dem Tod durch Ertrinken. „Ja, Sie haben Menschenleben gerettet“, lobt Geschwaderchef Nicolas Liche.

„Ich bin total stolz auf meinen Sohn“, sagt Miriam Buchmann aus Diekhof bei Laage. Ihr Sohn Christoph Buchmann ist Hauptgefreiter an Bord. Jetzt ist die ganze Familie da, ihn endlich wieder in die Arme zu schließen: Neffe Luca, die Nichten Emma, Hanna und Elena, die Schwestern Stephanie und Carolin. „Es war eine lange Zeit“, sagt Mutter Miriam. „Und manchmal, da hat man auch Angst.“

Das militärische Ehrenzeremoniell fällt kurz aus: „Eine großartige Leistung meiner Jungs und Mädels“, sagt Schiffskommandant Marco Köster (39) und gibt den letzten Befehl: „Schiff ,seeklar zurück‘

machen. Dann ab nach Hause.“

Operation „Sophia“

Die Operation „Sophia“ vereint Schiffe, Flugzeuge und Hubschrauber aus 22 europäischen Staaten. Sie überwachen das Seegebiet zwischen der italienischen und der libyschen Küste, gehen gegen kriminelle Schleuser vor und leisten Flüchtlingen Hilfe. Die Operation ist nach dem somalischen Mädchen benannt, das am 24. August 2015 auf der deutschen Fregatte „Schleswig-Holstein“ zur Welt kam.

Von Klaus Walter

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