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Wartung im Advent

Wartung im Advent

Auch das noch: Mein Auto muss zum Tüv. Mitten in der Adventszeit, wo es doch genug zusätzliche Termine und Pläne gibt.

Auch das noch: Mein Auto muss zum Tüv. Mitten in der Adventszeit, wo es doch genug zusätzliche Termine und Pläne gibt. Adventskalender basteln, Feiern, Geschenke kaufen, Konzerte und auch mal ein Glühwein in geselliger Runde. Und dann die Sorge: Wie viel wird der Tüv diesmal beanstanden? Aber es hilft nichts, das Auto muss gewartet werden. Wartung, das meint im Deutschen, dass man die Funktionstüchtigkeit eines technischen Systems überprüft, Störungen an Maschinenteilen behebt, die (noch) nicht der grundlegenden Sanierung oder des Austauschs bedürfen. Eine Geduldsprobe, weil die Maschine in der Wartungszeit stillsteht.

Das passt dann doch in den Advent. Denn Advent (Ankunft) ist Wartezeit und weist auf die Geburt Christi hin. In früherer Zeit waren die vier Wochen Buß- und Fastenzeit. Man dachte darüber nach, von welchen Wegen man lieber umkehren sollte. Modern ausgesprochen: Wartungszeit. Nicht nur für mein Auto, sondern auch Zeit für mich – Zeit der Selbstüberprüfung: Läuft alles rund? Gibt es Verschleißerscheinungen? Damit ist die Frage verbunden: Worauf warte ich?

Wir warten im Advent auf die Ankunft Christi, darauf, dass Jesus in unsere Welt, unsere Herzen einzieht, dass er fragt: Was hast du bislang gemacht mit deinem Leben? Fangen wir bei uns an und fragen auch im Großen: Was machen wir in der Stadt, im Land? Kommen wir mal zum Stillstand von all dem Gerenne nach Geschenken, Feiern und Glühweinzauber und fragen, was wir wirklich brauchen? Damit wir und unsere Familien, unsere Beziehungen zu Nachbarn und Kollegen nicht verschleißen. Damit die Erde für unseren Konsumrausch nicht noch mehr verschleißt. Damit die Welt in all dem Kriegsgeschrei zur Ruhe kommt. Mitmenschlichkeit ist das Ziel. Es muss jeder mitfeiern können, der es möchte, oder es gibt nichts zu feiern. Ein Tropfen sollt ihr sein, die ihr mit eurer Hoffnung das Fass zum Überlaufen bringt – das ist Gottes Ansage für die Welt. Ich bringe nun mein Auto zum Tüv – und lasse mich warten.

OZ

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