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Warum Schokolade den Wald gefährdet

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Warum Schokolade den Wald gefährdet

Kinder-Uni führte dieses Mal in den Regenwald – 300 Nachwuchs-Studenten gingen auf Entdeckungsreise

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Laura (10) aus Bentwisch und Tom (8) aus Gelbensande zeigen eine Kakaoschote und eine Tüte Kakaobohnen. Später durften die Kinder die Bohnen auch mal probieren. Ihr Urteil: „Schmeckt das bitter.“ Fotos (4): Ove Arscholl

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Regen- und Gewittergeräusche im Audimax auf dem Ulmencampus: Bei der Kinder-Uni, einer Veranstaltung von OSTSEE-ZEITUNG und Uni Rostock, haben sich gestern rund 300 Nachwuchsstudenten auf eine „Reise“ in den Regenwald begeben. Bauke von Rechenberg, selbst Student und Mitarbeiter des Ökohaus-Bildungsprojekts, erklärte den Kindern am Beispiel der Schokoladenherstellung, warum der Regenwald wichtig ist und durch wen er zerstört wird.

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Kinder-Uni führte dieses Mal in den Regenwald – 300 Nachwuchs-Studenten gingen auf Entdeckungsreise

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Auf ihrer „Reise“ lernten die Kinder zunächst „Ringo“ kennen, den „Regenwaldelefanten“, eine Fingerpuppe, mit der von Rechenberg sprach. „Ringo“ erklärte den Kindern, dass die Kakaobohnen im Regenwald in einer Schote an Bäumen wachsen. In Ländern wie Brasilien, Mexiko und der Elfenbeinküste. Diese liegen in der Nähe des Äquators, einer Art Gürtel, der die Erdkugel in zwei Hälften teilt.

„Im Regenwald gibt es heftige Regenschauer und super viele Tiere. Die meisten sind Insekten, die aber nicht wie bei uns nur am Boden leben, sondern auch in den Baumkronen“, sagt von Rechenberg.

Was die Kinder erstaunt: Im Regenwald gibt es keine Jahreszeiten, sondern ein Tageszeitenklima. „Tagsüber ist es richtig feucht und warm, die Temperaturen machen einem zu schaffen. Nachts wird es dann sehr kalt“, so der Dozent. „Das wusste ich noch nicht“, sagt Laura (10) aus Bentwisch. Tom (8) aus Gelbensande staunt, wie hoch die Bäume im Regenwald werden – rund 80 Meter. So hoch, als würde man 57 Kinder mit einer Größe von 1,40 Metern übereinanderstapeln, rechnen die Nachwuchsstudenten gemeinsam aus.

Von Rechenberg zeigt den Kindern eine Machete. Mit dieser werden die Kakaoschoten von den Bäumen abgeschlagen und zerteilt, was nicht ungefährlich ist. „Wenn ihr so eine Machete mal in der Hand habt, fragt besser einen Erwachsenen, ob ihr das auch dürft“, betont der Dozent. Mit zwei gezielten Macheten-Schlägen werden die Kakaoschoten geöffnet – Fruchtfleisch dringt hervor.

Auch Kakaobohnen hat von Rechenberg dabei. Die Kinder probieren. „Riecht wie Schokolade“, sagen sie. Schmeckt aber nicht so: „Ist das bitter, so was habe ich noch nie gegessen.“ Damit die Schokolade gut schmeckt, werden die Bohnen mit Kakaopulver und Zucker vermixt oder mit Haselnüssen.

Was der Unterschied zwischen Zartbitter- und Vollmilchschokolade ist, will von Rechenberg noch wissen. „In Zartbitter ist ganz viel Kakaopulver enthalten“, lautet die Antwort. Und weniger Zucker. Bei der Vollmilchvariante ist neben einer Prise Salz Milchpulver beigefügt. Der Dozent lobt: „Die Kids sind super fit. Auf jede Frage hat einer im Raum eine Antwort.“

Um möglichst viel Schokolade herstellen zu können, werden Bäume auf großen Plantagen angepflanzt. Dafür wird jedoch Regenwald abgeholzt. Das Problem: Weil die Wurzeln hier oberirdisch sind, wird das dünne Erdreich bei starken Regenfällen weggespült. „Es kann nichts mehr wachsen“, sagt von Rechenberg. Auch für Wertstoffe wie Gold, Diamanten und zur Papierproduktion werden Bäume gefällt. Der Regenwald ist in Gefahr. Bei der Goldgewinnung gelange sogar Quecksilber in die Flüsse. Und die indigene Bevölkerung wird vertrieben. Also Ureinwohner, die im Regenwald noch sehr ursprünglich leben.

Sie wissen: Etliche Pflanzen im Regenwald könnten auch als Heilmittel dienen.

Doch wer kann das stoppen? Von Rechenberg hat dafür einen Spiegel mitgebracht, den sich die Kinder vorhalten. Sie selbst. „Für fairen Handel kann sich jeder selbst entscheiden“, sagt der Dozent. Im Baumarkt sollte zum Beispiel nicht Holz aus dem Regenwald gekauft werden. Faire Produkte, für die es ein Siegel gibt, könnten auch in einem Weltladen gekauft werden. „Ich werde da jetzt mehr drauf achten“, verspricht Laura (10).

André Wornowski

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