Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 5 ° Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Wasserstoff-Tankstelle ab 2017: Nur die Autos fehlen noch

Brinckmansdorf Wasserstoff-Tankstelle ab 2017: Nur die Autos fehlen noch

Gestern war erster Spatenstich für neue Multi-Energie-Tankstelle in der Tessiner Straße / Bisher kein Brennstoffzellen-Fahrzeug in Rostock / Windstrom fließt direkt zur Tanke

Voriger Artikel
Auto rast in Tankstelle
Nächster Artikel
Auto geht in Flammen auf

Total-Mitarbeiter Ricardo Juppe ist mit einem Wasserstoff-Auto, Modell Toyota Mirai, gut von Berlin nach Rostock gekommen.

Brinckmansdorf. Die alte Frage: Wer ist zuerst da – Henne oder Ei? Noch gibt es im Bestand von aktuell 126444 Fahrzeugen in Rostock kein einziges Brennstoffzellen-Auto, das mit Wasserstoff mobil ist. Doch es gibt ab Frühjahr 2017 eine Multi-Energie-Tankstelle in der Tessiner Straße mit Wasserstoff-Zapfsäule. Gestern war erster Spatenstich für die erste Wasserstoff-Tankstelle in Mecklenburg-Vorpommern und die zehnte bundesweit.

OZ-Bild

Gestern war erster Spatenstich für neue Multi-Energie-Tankstelle in der Tessiner Straße / Bisher kein Brennstoffzellen-Fahrzeug in Rostock / Windstrom fließt direkt zur Tanke

Zur Bildergalerie

„Bis Ende 2018 sollen in Deutschland 100 solcher Zukunfts-Stationen errichtet sein“, kündigt Nikolas Iwan, Geschäftsführer der Industrie-Koalition H2Mobility, an. Sein Konsortium, in dem Mineralölkonzerne, Gaselieferanten und Automobilhersteller vereint sind, geht dabei in Vorleistung und will für die neue Technologie die weltweit größte Infrastruktur aufbauen.

Gebunden an Produktion und Verkauf von Brennstoffzellen-Autos sollen bis 2023 insgesamt 400 Wasserstoff-Stationen die Versorgung in Deutschland abdecken.

Bisher sind nach Angaben von H2Mobility-Sprecherin Sybille Riepe rund 220 reine Wasserstoff-Fahrzeuge bundesweit zugelassen. Vorreiter bei den H-Autos sind asiatische Hersteller, Toyota und Hyundai, deren Modelle sich die Spatenstich-Gäste in der Tessiner Straße schon mal anschauen konnten.

Ricardo Juppe von Total ist mit einem Toyota Mirai aus Berlin angereist. „Sehr leise, hohe Beschleunigung, Tempo 170 km/h“, erzählt Juppe, der die Strecke Berlin-Rostock-Berlin zum zweiten Mal fährt.

Die Tankfüllung reicht bis zu 550 Kilometern. Getankt wird der gasförmige Wasserstoff, 14 Mal leichter als Luft, mit 700 bar Druck in drei Minuten in zwei Tanks. Aus dem Auspuff kommt nur Wasser.

Doch das umweltfreundliche Auto hat seinen Preis: 78000 Euro.

Noch steckt die Wasserstoff-Mobilität in den Kinderschuhen. Auch eine Tankstelle kostet mehr als eine Million Euro, wird aber im politischen Willen, die Zukunftstechnologie zu etablieren, vom Bund mit einem Millionen-Programm gefördert. Auch für die Rostocker Anlage gibt es 700000 Euro aus diesem Topf. Schwerins Energieminister Christian Pegel (SPD) dankt für das „goldene Ei“, das die Initiatoren dem Land und der Stadt hier hinlegen. Der Marktdurchbruch werde gelingen, „wenn mehr Eier gelegt werden“, ist Pegel optimistisch.

Strom für die Ladesäulen der neuen Tanke liefern Windenergieanlagen aus der Gemeinde Dummerstorf, die Mitte 2017 in Betrieb gehen sollen. Gefertigt und aufgestellt werden die Windräder vom Rostocker Unternehmen Nordex. Eine 20-KV-Leitung wird zu einer Transformatorstation mit Pufferbatteriespeicher direkt zur Tankstelle führen. Damit wird erstmals in Deutschland unter Federführung der Wind-Projekt GmbH aus Börgerende grüner Windstrom der Region an der Tankstelle genutzt.

Neben der Wasserstoff-Zapfsäule wird es auch zwei Elektroschnellladesäulen an der Multi-Energie Tankstelle geben, die von den Stadtwerken betrieben werden. Ab nächsten Dienstag wird die Tankstelle für einige Tage geschlossen, um zunächst ihr Äußeres zu verändern. Der große Umbau erfolgt dann bei laufendem Betrieb. „Ich freue mich schon, auch auf neue Kunden“, sagt Pächterin Gisela Brehmer. Das erste H-Auto in Rostock wird vielleicht OB Roland Methling (UFR) fahren. „Es wäre gut, wenn die Verwaltung als Vorbild vorangeht“, sagt Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne).

Reichweite über 500 km

Entwicklung und Serienproduktion von Brennstoffzellen-Autos sollen in Deutschland vorangetrieben werden. Rund 511 Millionen Euro will der Bund in die Erforschung und den Ausbau der nötigen Infrastruktur für wasserstoffgetriebene Fahrzeuge stecken. Müssen batteriegetriebene Elektroautos schon nach 100 bis 200 Kilometern an die Steckdose, hat das H-Auto eine Reichweite von mehr als 500 Kilometern. Es produziert seinen Strom selbst an Bord in einer Brennstoffzelle. Darin reagiert der getankte Wasserstoff mit Sauerstoff und setzt elektrischen Strom für den Antrieb des Motors frei.

Doris Kesselring

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Rostock
Erster Spatenstich in Rostock für die erste Wasserstoff-Tankstelle Mecklenburg-Vorpommerns

Der erste Spatenstich für eine Multi-Energie-Tankstelle in Rostock ist vollzogen. Hier entsteht die erste Wasserstoff-Zapfsäule in Mecklenburg-Vorpommern und die zehnte bundesweit.

mehr
Mehr aus Rostock
Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Telefon: 03 81 / 36 54 10

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
E-Mail: lokalredaktion.rostock@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Cafe,Kultur,Freizeit,Tipps Teaser der den User auf die Seite Rostocker Geheimtipps führen soll image/svg+xml Image Teaser Rostocker Geheimtipps 2017-04-30 de Themenseite Rostocker Geheimtipps Junge Rostocker entwickeln im OZ-Labor frische Ideen für die OSTSEE-ZEITUNG. In der Serie OZ-Entdecker stellen sie ihre Geheimtipps für die Stadt vor.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Rostocker Fischereihafen setzt auf Holz, Dünger und Baustoffe

Firma in Marienehe gehört zu den fünf größten Umschlagplätzen im Land