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„Wer einmal hier war, kommt wieder“

Südstadt „Wer einmal hier war, kommt wieder“

Zahlreiche Stammgäste besuchen regelmäßig den beliebten Tanztee in der „Pumpe“

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Tanzen regelmäßig in der Pumpe: Inge Noack (74) aus der Südstadt und Karl Richter (88) aus der Gartenstadt.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Südstadt. Die Kaffeetische sind eingedeckt und Toni hat schon mal den ersten Musiktitel bereitgelegt, den er heute spielen will: „Griechischer Wein“. Der Diskjockey schmunzelt und versichert: „Wenn ich das auflege, dann ist die Tanzfläche voll.“ Zweimal monatlich, an jedem ersten und dritten Donnerstag, ist Tanztee in der „Pumpe“ in der Südstadt. Und die Herrschaften, die hierherkommen, lassen sich nicht lange bitten.

 

OZ-Bild

Sie unterhalten sich beim Kaffeeplausch am Nachmittag gut: Uschi Nelke (v.l.), Klaus Zöhler sowie Marianne Zander.

Quelle:

„Ich würde sagen, 80 Prozent unserer Gäste sind Stammgäste, die waren schon immer hier“, schätzt Dorothea Marckwardt ein, die seit Jahren ehrenamtlich im Stadtteil- und Begegnungszentrum Südstadt mitarbeitet und beim Tanztee auch die Garderobe in dem ehemaligen DDR-Jugendclub betreut.

Die 68-Jährige begrüßt jeden, der in den flachen Betonbau eintritt, mit ein paar netten Worten, erkundigt sich nach der Galle, plaudert über das Wetter und die jüngsten Enkelkinder.

„Das macht Spaß, die Leute kommen mit so viel Freude her.“ Etwa 40 Gäste im Alter zwischen 50 und 85 Jahren kämen im Schnitt zu den beliebtenTanz-Veranstaltungen. Wobei sie selber sich nur selten unter die gut gelaunte Menge mischt. Sie winkt lachend ab: „Ich bin eher die Rock-Lady. Aber wenn da mal ein Twist gespielt wird, dann bin ich auch dabei.“

Die Tischordnung hinten im Saal ist klar geregelt: Gleich am Eingang sind die beiden Tische, an denen die Singles sitzen, danach kommen jene, an denen die Paare den Nachmittag bei Kaffee und Kuchen einläuten.

Viele von ihnen, wie die Schlötels, gehören hier längst zum Urgestein. Die 78-jährige Bozéna Schlötels bedauert mit einem Schulterzucken: „Wo kann man heutzutage schon noch abends in der Stadt tanzen gehen?“ Früher, da seien sie noch regelmäßig im „Kosmos“ gewesen, auf Betriebsfesten und im alten Warnow-Hotel, dort, wo heute das Radisson steht.

Ihr 81-jähriger Manfred versichert: „Wir haben immer getanzt. Eine Frau, die nicht tanzen kann, hätte ich nie geheiratet.“

Bozéna und Manfred Schlötels sitzen an einem Tisch mit Fritz und Christa Trost, die schon seit 17 Jahren zum Tanztee gehen. Und natürlich auch mit ihren Gartennachbarn Anne und Otto Lemke, die sie beim ersten Mal einfach zu der Veranstaltung entführt haben. Anne Lemke erinnert sich: „Wir hatten uns verabredet. Bozéna hat nicht verraten, wohin es geht, sie hat nur gesagt: ,Zieh keine festen Schuhe an, eher was Schickes.'“ Die Runde lacht herzlich und kommentiert einhellig: „Wer einmal hier war, der kommt wieder.“

Mittlerweile sind auf diese Weise auch viele Freundschaften entstanden. Otto Lemke zum Beispiel kann zur Zeit überhaupt nicht tanzen. Ein bisschen traurig blickt er auf seine Gehhilfen, doch dann stellt er klar: „Ich komm' trotzdem mit. Wir sind hier ja schließlich eine Gemeinschaft.“

An einem der beiden Single-Tische sitzen drei Damen, die sichtlich Spaß haben. Fröhlich plaudernd lauern sie bereits auf die erste Tanzrunde. Elke Funke und Barbara Masur haben den Treff schon vor längerer Zeit entdeckt, Brigitte Burr ist erst seit einem halben Jahr dabei. „Ich hab sie mitgezottelt“, verkündet Elke Funke triumphierend.

Sobald die erste Musik erklingt, tanzen sie einzeln oder zusammen. Und mit einem Schmunzeln versichert Elke: „Brigitte und ich kommen mittlerweile ganz gut klar. Ich führe und sie schiebt mich dahin, wo sie mich haben will.“ Alleinstehende Männer? Die seien in diesem Alter leider Mangelware, was vor allem daran liege, dass sie offenbar nicht so unternehmungslustig sind.

Die Kaffeezeit ist vorbei. Für Diskjockey Toni ist nun die Zeit gekommen, endlich seinen „Griechischen Wein“ aufzulegen.

„Meine Damen, meine Herren, extra für Sie ein Klassiker von Udo Jürgens. . .“ Die Tanzfläche ist in kürzester Zeit gefüllt. Drei Titel Musik, danach wieder ein paar Minuten Pause, das ist eiserne Grundregel beim Nachmittags-Schwoof in der „Pumpe“.

Kellnerin Paula Wunderlich beobachtet vom Tresen aus, wie die Gäste in Fahrt kommen. Ob sich die 18-Jährige vorstellen könnte, später auch einmal in einer solchen Runde mitzumischen? Sie nickt, ohne zu zögern, räumt allerdings ein: „Naja, die Musik ist jetzt nicht so meine Richtung, aber das Konzept hier ist schon cool.“

Wo noch getanzt wird

Einige der Gäste beim Tanztee der Pumpe treffen sich gleich mehrmals in der Woche, denn Seniorentanz gibt es an einigen Orten. Mal sind sie im Klock 8 am Barnstorfer Wald, mal bei der Volkssolidarität im Hansaviertel oder in Reutershagen. Der Verein Empor Kühlungsborn bietet ebenfalls regelmäßige Tanztreffs: dienstags von 17.30 bis 19 Uhr in der Aula der Grundschule, mittwochs und donnerstags von 10 bis 11.30 Uhr in der Turnhalle Ost. Ansprechpartnerin:

Roswitha Mehl, Handy 0176/62868983. In Bad Doberan bietet die Kreisvolkshochschule Kurse für Tänzer ab 50 an.

Katja Bülow

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