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Wiechmann will im Amt bleiben: Bürgermeister war nie sein Ziel

DUMMERSTORF Wiechmann will im Amt bleiben: Bürgermeister war nie sein Ziel

Axel Wiechmann ist seit sieben Jahren Bürgermeister. Am 4. September verteidigt er sein Amt gegen Eckart Voß aus Klingendorf.

Dummerstorf. Vor der Wahl des neuen Bürgermeisters in Dummerstorf könnte man jede Menge sagen. Axel Wiechmann, 51 Jahre alt, und derzeit Verwaltungschef in der Gemeinde, sagt 14 Tage vor der Wahl am 4. September, zu der er wieder antritt: „Das, was ich in den letzten sieben Jahren abgeliefert habe, kann jetzt jeder bewerten. Was ich jetzt anbiete, ist, all das, was ich angefangen habe, in den nächsten Jahren mit aller Kraft fortzusetzen.“

 

OZ-Bild

Axel Wiechmann vor dem Dummerstorfer Rathaus: „Eine starke Verwaltung hilft der Politik.“

Quelle: Michael Schißler

Das sind die Worte des Bürgermeisters vor der Wahl. Nach mehr steht ihm auch nicht der Sinn. Wiechmann ist nicht der Mann der Rückblicke – „und wer das wissen will, der kann das in meinem Wahlflyer nachlesen“. Mit abgeschlossenen Projekten mag er sich nicht aufhalten, eher spricht er über jene, die noch kommen sollen. Der Hortneubau natürlich, für den in der nächsten Woche der erste Spatenstich gesetzt wird. Der Schulcampus am Feldrain soll her, aber auch gleichzeitig die evangelische Schule unterstützt werden.

„Das ist Konkurrenz zwischen den Schulen, aber die belebt das Geschäft“, sagt Wiechmann, und vor allem: „Das bringt die Gemeinde voran.“ Eine Tankstelle soll auch her „und weitere Nahversorgungseinrichtungen“. Außerdem haben die Dummerstorfer den Bebauungsplan Dorfzentrum auf den Weg gebracht. Häuser sollen im Ortskern gebaut werden, und eine Generationenwohnanlage soll mit der Dummerstorfer Wohnungsgesellschaft entstehen.

Dann muss etwas Axel Wiechmann doch wieder aus der Zukunft zurückholen, dann sagt der Bürgermeister irgendwie selbst erschrocken: „14 Millionen Euro haben wir hier in den vergangenen sieben Jahren verbaut, von der Straßenbeleuchtung am Scharstorfer Bahnhof bis zur neuen Sporthalle.“ Und bei all dem Investieren, „haben wir die Schulden seit 2009 von 2,8 Millionen Euro auf 8000 Euro gesenkt“.

Das war nur „mit vielen Fördermitteln möglich“ – und jeder Menge Arbeit seiner Rathausmannschaft. Nun haben sie in Dummerstorf außerdem „recht ansehnliche Mittel auf der Bank liegen für die kommenden Projekte “, mehr will er nicht über Geld sagen.

Allein für sich verbuchen, mag Wiechmann diese Erfolge nicht. Dazu ist er zu lange in der Kommunalpolitik und weiß, wie langsam die Bürokratie sein kann. Einige Probleme begleiten ihn schon so lange er Kommunalpolitiker ist. Das Trockenwerk zum Beispiel. Wiechmann ist seit 1999 Mitglied der Gemeindevertretung gewesen, bis 2009 stellvertretender Bürgermeister.

„In der Zeit habe ich viel von meinem Vorgänger Rainer Lüdtke gelernt“, sagt Wiechmann. „Meine Wahl zum Bürgermeister 2009 war dann ein tiefer Einschnitt, nach dem ich viel lernen musste.“ Denn:

„Hauptamtlicher Bürgermeister war in meiner Lebensplanung nicht vorgesehen.“ Nun ist er fest engagiert in der Politik, seit 2003 auch Mitglied im Kreistag. „Man muss vernetzt sein heute, mit dem Kreis, mit dem Land“, sagt Axel Wiechmann.

Man muss aber auch in einer Großgemeinde wie Dummerstorf mit seinen Dörfern verbunden sein – und mit den Menschen. Wenn es mal um die Erneuerung einer Heizungsanlage in einem Haus der Gemeinde geht, dann macht sich Wiechmann auf die Socken, um sich selbst ein Bild zu machen. Der Vater von zwei Kindern und Kraftfahrzeugmeister kennt das Leben auf dem Dorf und im landwirtschaftlichen Familienbetrieb: „Da habe ich anfangs mehr unter dem Trecker gelegen und geschraubt, als auf ihm gesessen.“

Nun ist er in seinem Geländewagen zwischen seinen Ortschaften unterwegs. „Ich lerne die aus immer neuen Perspektiven kennen“, sagt Wiechmann, der sich in seiner Freizeit gern zur Jagd zurückzieht.

„Da kann man den Kopf einmal freibekommen.“ Lange hält die kleine Freiheit nicht an. Dann geht es runter vom Hochsitz und wieder rein ins Rathaus, denn: „Der Bürgermeister ist der Impulsgeber für die Gemeindevertretung, damit sie arbeiten kann, muss sie auf eine leistungsfähige Verwaltung zurückgreifen können.“

Wahl ab 16 Jahren

Herausforderer von Axel Wiechmann ist Eckart Voß aus Klingendorf. Die Bürgermeisterwahl findet mit der Landtagswahl statt. Zur Bürgermeisterwahl sind 5700 Wahlberechtigte der Gemeinde aufgerufen. An der Wahl des Bürgermeisters dürfen Bürger im Alter ab 16 Jahren teilnehmen, daher liegt die Zahl der Wahlberechtigten höher als bei der Landtagswahl. Aufgeteilt ist die Gemeinde in elf Wahlbezirke und einen Briefwahlvorstand. Die Gemeinde hätte bereits im Mai einen neuen Bürgermeister wählen können, aus Kostengründen entschied man sich für eine Zusammenlegung der Wahlen.

Michael Schißler

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