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Wildschweine pflügen Gärten und Grünflächen um

Brinckmansdorf Wildschweine pflügen Gärten und Grünflächen um

Rund um Brinckmanshöhe werden die ungebetenen Gäste zum Problem

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Wolfgang Schulz zeigt das Werk der Wildschweine direkt hinter seinem Haus in der Hans-Moral-Straße in Brinckmansdorf.

Quelle: Foto: Ove Arscholl

Brinckmansdorf. Die Wildschweine kommen bedrohlich nah an die Häuser in Brinckmanshöhe heran, berichtet Wolfgang Schulz. Seit Wochen würden hinter den Grundstücken in der Hans-Moral- und Marie-Bloch-Straße die Grünflächen regelrecht umgepflügt. „Dieser Zustand ist beunruhigend, da man jede Nacht damit rechnen muss, dass die Wildschweine auch auf den angrenzenden Grundstücken ihr Unwesen treiben.“ Schulz hofft auf Hilfe aus der Stadt.

Die Tiere fühlen sich offensichtlich wohl in dem Gelände zwischen Warnow, Rövershäger Chaussee und Brinckmanshöhe. In Alt Bartelsdorf gab es bereits im vergangenen Jahr Beschwerden und in der Anlage Verbindungsweg mühen sich die Kleingärtner seit geraumer Zeit immer wieder, die Schäden zu beseitigen. Erst am Wochenende musste Volker Philipp seinen Rasen wieder in Ordnung bringen. „Ich habe meinen Garten auf drei Seiten gegen Wildschweine gesichert“, berichtet der Kleingärtner und trotzdem fanden sie einen Weg.

Rostocks Chef im Stadtforstamt, Jörg Harmuth, sieht auch die Kleingärtner in der Pflicht. Sie sollten den Wildschweinen den Zugang zu Nahrung so schwer wie möglich machen und die Anlage mit Zäunen vor den Tieren sichern. Das ganze Areal „wildschweinsicher“ zu machen, sei gar nicht möglich, vermutet Volker Philipp. Auch Wolfgang Schulz fürchtet, dass sich die Tiere nicht so leicht verjagen lassen und immer wieder kommen. Der zuständige Senatsbereich Ordnung hat nach Aussagen aus dem Rathaus noch keine Informationen über die aktuellen Probleme in Brickmansdorf.

Noch 2012 und in den Folgejahren verursachte Schwarzwild in städtischen Gebieten jeweils Schäden um die 100000 Euro, in Markgrafenheide und Hohe Düne beispielsweise, wo die ungebetenen Gäste zur echten Plage geworden waren. Schäden bei Betrieben in Kleingartenanlagen und privaten Grundstücken sind in dieser Summe nicht erfasst und laut Stadt weit höher zu veranschlagen.

Volker Philipp und Wolfgang Schulz, der die Wildschweinspuren und Schäden in seinem Umfeld in Brinckmanshöhe regelmäßig begutachtet, wünschen sich für den Bereich Brinckmansdorf ein ähnliches Vorgehen wie in Markgrafenheide. Dort gab es ab 2012 einen gemeinsames Projekt von Stadt und Hinrich Zoller, Biologe an der Universität Rostock, zur Gefahrenabwehr. Nachdem zunächst die Wege der Wildschweine erforscht wurden, entschied sich die Stadt für einen ganz neuen Weg bei der Jagd. Zuerst galt es anders als in den anderen Revieren, die Bachen in den Rotten auszuschalten und danach die Jungtiere zu erlegen. Zudem mussten die Schweine mit Futter aus den Orten gelockt werden, um überhaupt schießen zu können. „In Markgrafenheide und in Hohe Düne hat es mit dieser Methode schnell Erfolge gegeben“, blickte Hinrich Zoller vor kurzem zurück. Seit 2014 gebe es dort kein Problem mehr mit Wildschweinen.

Für die Verantwortlichen in Rostock ist klar, dass die Ergebnisse des Pilotprojekts auch anderswo genutzt werden müssten. Der Unterschied zu Orten wie Brinckmansdorf liegt laut Förster Jörg Harmuth aber darin, dass die Stadt in Markgrafenheide und Hohe Düne selbst das Jagdrecht besitzt und somit schnell reagieren kann, sollten sich wieder Wildschweine in den Orten zeigen. In anderen Gebieten, beispielsweise rund um Gehlsdorf, müssten hingegen die verschiedenen Interessen von Jagdpächtern unter einen Hut gebracht werden. Nicht einfach, wie Jörg Harmuth nach Jahren der Arbeit feststellt.

Deshalb habe sich die Stadt entschieden, die alte Deponie in Gehlsdorf und die Spülfelder wieder selbst zu bejagen, um den Wild-Bestand dort zu verringern.

Vorsorge gegen Afrikanische Schweinepest

Um einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu verhindern, sollen Wildschweine in Mecklenburg-Vorpommern stärker bejagt werden und Beschränkungen wegfallen. Dafür hat die Landesregierung kürzlich ein millionenschweres Sofortprogramm aufgelegt. Die Zahl der erlegten Tiere soll pro Jahr auf 80000 steigen, erklärte Minister Till Backhaus (SPD) bei der Vorstellung des Sofortprogramms. 2016 waren es laut Ministerium 60700 Tiere. Für das Programm stünden zwei Millionen Euro für zwei Jahre bereit.

Thomas Niebuhr

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