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„Wir-Ihr-Sie“ – Und die Story?

Tatort-Blitzkritik „Wir-Ihr-Sie“ – Und die Story?

Während seiner Kollegin Rubin das Privatleben entgleitet, darf Kommissar Karow zügellos durch die Berliner Nacht schweifen. Der aktuelle Fall wird zur Nebensache.

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Die Schauspieler Meret Becker (rechts, als Kommissarin Rubin) und Mark Waschke (als Kommissar Karow) posieren in Berlin am Rande des Drehs zu der neuen Tatort-Folge „Wir - Ihr - Sie“.

Quelle: Britta Pedersen

Rostock/Berlin. Schwulen-Sex in einem Tatort? Das gab es so noch nie zu sehen. Während seiner Kollegin Rubin das Privatleben entgleitet, darf Kommissar Karow zügellos durch die Berliner Nacht schweifen. Der aktuelle Fall - der letzte vor der Sommerpause - wird zur Nebensache. Ein Glück!

 Denn Opfer wie Täter bleiben beim dritten Hauptstadt-Krimi „Wir - Ihr - Sie“ äußerst blass und konturlos. Drei heranwachsende Jugendliche sollen eine junge Mutter vorsätzlich überfahren haben. Wieso? Weshalb? Warum? Viel schlauer ist der Zuschauer auch nach 90 Minuten nicht. Pausenlos tauschen die Mädchen via Handy Botschaften aus, es vibriert und klingelt unentwegt. Die Nachrichten sind leider nicht mitzulesen (was ja möglich wäre) - das ermüdet auf Dauer. Immerhin blitzt bei den Verhören hin und wieder ein kleines bisschen zwischenmenschlicher Tiefgang auf.

Was Regie (Thorsten C. Fischer) und Drehbuch (Dagmar Gabler) den drei Klischee-Tussies verwehrt, bekommen die Kommissare reichlich ab. Herrlich, wie Robert Karow (Mark Waschke) mit seinen verklemmten Kollegen spielen darf, wenn es ums seine sexuellen Abenteuer geht. Zum Fremdschämen gut, wie hilflos Nina Rubin (Meret Becker) der bevorstehenden Bar Mitzwa ihres Sohnes begegnet. Liebevoll entstehen da neue, stimmig gezeichnete Figuren, die der Tatort-Landschaft guttun. Nur schade, dass man sich an die ersten zwei Fälle kaum mehr erinnern kann. Das ist für die horizontale Erzählweise natürlich wenig förderlich. Eine Holzhammer-Einstiegsrückblende im Was-bisher-geschah-Stil hilft da auch nicht weiter.                                                                                                                                                                                                                                                

Christopher Steckkönig

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