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Wird Marinestützpunkt Hohe Düne zur Nato-Basis?

Rostock Wird Marinestützpunkt Hohe Düne zur Nato-Basis?

Fünf neue Korvetten und 600 Soldaten geplant / Kritik von den Linken

Rostock. Die Hansestadt Rostock soll als Marinestandort weiter an Bedeutung gewinnen, womöglich als „Brückenkopf“ der Nato, des westlichen Verteidigungsbündnisses, gen Osten. 500 bis 600 zusätzliche Soldaten sollen mit der Stationierung eines zweiten Korvetten-Geschwaders in Hohe Düne hinzukommen. Mit dem Marinekommando im Stadtzentrum wären rund 3000 Marine-Soldaten und zivile Beschäftigte in Rostock. Im Gespräch ist auch ein Ausbau zum Nato-Stützpunkt.

Hohe Düne könnte vor allem als Nato-Stützpunkt für „logistische Zwecke Richtung Osten“ dienen, ist von Insidern zu hören, quasi als Außenposten der Marine in Richtung Russland. Im vergangenen Herbst habe eine Kommission den Stützpunkt am Breitling inspiziert. Ein daraus resultierendes Gutachten sei derzeit „in der Abstimmung“. Es sollen allerdings „keine ausländischen Soldaten“ hier stationiert werden. Strategisch sei der Standort wichtig im Nato-Verbund, angesichts der angespannten Sicherheitslage gegenüber Russland.

Johannes Dumrese, Pressechef der Marine, bestätigt „Standort-Untersuchungen“ in Hohe Düne. Diese dienten der Vorbereitung der möglichen Stationierung von fünf weiteren Korvetten in Hohe Düne. Der Bundestag hat kürzlich die Bestellung dieser Kriegsschiffe für jeweils rund 60 Mann Besatzung beschlossen; Kosten: zwei Milliarden Euro. 2022 bis 2024 würden damit 500 bis 600 weitere Stellen geschaffen, so der Plan. Eine Umwidmung zum Nato-Stützpunkt wäre dabei eine eher technische Kategorie, zur Vereinheitlichung von Standards im Verteidigungsbündnis. Dies würde nicht bedeuten, „dass amerikanische, britische oder französische Soldaten hier stationiert werden“, sagt Dumrese. Das Bundesverteidigungsminsterium hat eine OZ-Anfrage bisher nicht beantwortet.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sieht eine „gewisse Logik darin, dass wir im Rahmen der Nato-Osterweiterung eine zentralere Rolle einnehmen“. Er könne das Thema Nato-Stützpunkt nicht bestätigen, aus seiner Sicht brächte der Schritt aber positive Effekte fürs Land, „hin zu mehr Standort-Sicherheit für Hohe Düne“.

Scharfe Kritik kommt dagegen von der Linken. Ein Nato-Stützpunkt Hohe Düne „würde in die Strategie der Eskalation gegenüber Russland“ passen, sagt Peter Ritter, Sprecher für Friedenspolitik der Landtagsfraktion. Dies wäre aber „das völlig falsche Zeichen“. Die Linke fordere Aufklärung, was genau in Hohe Düne geplant sei. Kommende Woche bringt sie einen Antrag in den Landtag ein. Titel:

„Frieden schaffen ohne Waffen – Militarisierung stoppen“.

Ein Problem für den Ausbau des Marine-Stützpunktes Hohe Düne könnte die flache Hafeneinfahrt sein. Der Bund hat eine Vertiefung des Seekanals zugesichert. Das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stralsund geht von der Fertigstellung 2022 aus.

Frank Pubantz

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