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Auf Kuschelkurs mit Rostocks Glücksbringern

Stadtmitte Auf Kuschelkurs mit Rostocks Glücksbringern

Viele Firmen und Vereine setzen auf knuddelige Maskottchen / Die OZ verrät, wer in Plüschpelz und Federkleid steckt

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Im wahren Leben ist Svenja Kahl Studentin, im Federkleid mimt sie für die Stadtwerke den „Stromer“.

Stadtmitte. Um Kindern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, macht sich Denny Megallis gern zum Otto. Zum Eisbären „Otto“, um genau zu sein. Der 28-Jährige schlüpft regelmäßig in weißen Plüschpelz und Bärenkopf. Dann wird aus dem angehenden Kaufmann für Büromanagement das handzahme Maskottchen des Rostocker Zoos. Ein Rollenwechsel, der dem Azubi gut gefällt, für den er allerdings Hilfe braucht. In die Kuschelkluft schafft er es nur, wenn ein Kollege mit Hand anlegt. Sobald der letzte Reißverschluss zu ist, geht Denny Megallis ganz in seiner Rolle auf. Und gönnt sich den ein oder anderen Spaß mit den Zoobesuchern. „Im Kostüm darf ich Faxen machen, die ich sonst nicht machen kann: einfach mal Leuten auf die Schulter tippen oder herumalbern.“ Wie das ankommt, kann er nur erahnen. „Oft sehe ich zwar die Augen der Kinder nicht, aber ich spüre, dass sie ,Otto’ gern haben. Sie lachen und umarmen mich“, schwärmt der 28-Jährige.

OZ-Bild

Viele Firmen und Vereine setzen auf knuddelige Maskottchen / Die OZ verrät, wer in Plüschpelz und Federkleid steckt

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Vögel, Bären und ein Wolf: Rostocks Plüschwelt ist wild. Etliche Vereine und Firmen werben mit Kuscheltieren in XXL. Zu den Glücksboten gehört Svenja Kahl. Die Studentin jobbt nebenbei als Promoterin und zwar im schrillen Federkleid. Für die Stadtwerke gibt die Rostockerin das knallgelbe Maskottchen „Stromer“, posiert für Fotos und tritt bei Festen auf. Termine, bei denen sie selbst wieder „ein bisschen Kind sein kann“, wie Svenja Kahl erzählt. Ein Kinderspiel ist das trotzdem nicht. Weil „Stromer“, wie die meisten Maskottchen, stumm ist, muss die junge Frau große Gesten zeigen. „,Stromer’

kommuniziert nur über Körpersprache. Deshalb müssen alle Bewegungen sehr deutlich ausgeführt werden.“

Er sieht aus, als könnte er kein Wässerchen trüben, dabei schlummert im „Tröpfli“ gewissermaßen eine gespaltene Persönlichkeit: Gleich mehrere Azubis – alles junge Männer – teilen sich die Rolle des Eurawasser-Maskottchens und wechseln sich bei Auftritten im 20-Minuten-Rhythmus ab. Das hat einen schwerwiegenden Grund: Gute acht Kilo wiegt nämlich das Tropfen-Dress. Dafür ist „Tröpfli“ nahezu unkaputtbar, denn in ihm steckt ein stabiler Schaumstoffformbau, verrät Eurawasser-Sprecherin Gabi Kniffka. Damit könne der Kuscheltropfen auch beim Bad in der Menschenmenge nicht untergehen.

Allerdings passt der Tropfen nicht jedem. Das Kostüm ist für eine Körpergröße von 1,75 Metern konzipiert. Im Übrigen ist „Tröpfli“ auch ziemlich anspruchsvoll: An seine Plüschhaut darf nur Wasser und Seife.

Der Blick ist grimmig, die Pfoten kuschelweich: „Wolfi“ ist ein Raubtier zum Knuddeln. Der Glücksbringer der Seawolves bringt Basketballfans in Stimmung. Bei Spielen lässt sich „Wolfi“ gerne blicken, doch seine wahre Identität kennt so gut wie niemand. Und dabei soll es bleiben, sagt Vereinssprecher Thomas Käckenmeister. „Wir möchten den Mythos ,Wolfi’ bewahren.“ Vor allem auf Rücksicht auf die jungen Fans. „Sie alle lieben ,Wolfi’. Es wäre – wie beim Weihnachtsmann – verkehrt, das Geheimnis zu lüften.“ Ein Detail, das gewiefte Spürnasen auf die richtige Fährte bringen könnte, verrät er aber doch: Im „Wolfi“-Pelz steckt ein Lehrer.

Mit gleich vier lustigen Gesellen bespaßt die Reederei Aida ihre Passagiere. An Bord der Kreuzfahrtschiffe schippern die „Clubbies“ über die Weltmeere. Zum Quartett zählen Entdeckerin „Alwine“, Schlaumeier „Itzi“, Spaßmacher „Dodo“ sowie Chefgrummler „Achwasachwas“. „In den Kostümen stecken unsere Gastgeber, die mit viel Herz, Spaß und Leidenschaft besonders die kleinen Gäste in der Aida-Kinderwelt zum Lachen bringen“, sagt eine Reederei-Sprecherin.

Auf dem Wasser würde sich bestimmt auch Ente „Paula Print“ wohlfühlen. Noch lieber aber bringt das Schnabeltier der OSTSEE-ZEITUNG als Landgänger und Botschafter Lesern und denen, die es noch werden wollen, die neuesten OZ-Ausgaben mit. Wasseraffine Unterstützung haben sich auch die Betreiber des Warnowtunnels engagiert: Otter „Oskar“ darf bei keinem Tunnel-Event fehlen. Mal posiert der Nager mit Brautpaaren, mal feuert er Läufer und Radler bei Sportveranstaltungen an.

Maskottchen sind meist Einzelgänger. Im vergangenen Jahr aber traf sich die Glücksbringer-Gang zum Rostocker Kuschelgipfel – bei der Messe Spielidee. Unangefochtener Liebling der Plüschparade ist Meister Petz. Nicht nur der Zoo hat sich das Zotteltier als Glücksbringer ausgewählt. Die Wiro setzt auf Braunbär „Bodo“, Karls Erdbeerhof auf „Erdbär Karlchen“. Letzterer macht seit kurzem gemeinsame Sache mit einem Raubvogel: dem Greif der Griffins. Karls ist Hauptsponsor der American-Football-Mannschaft. Besiegelt wurde dieser Pakt mit Pranken- beziehungsweise Krallenschlag. Unter Maskottchen Ehrensache.

Antje Bernstein

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