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Aus dem Automaten frische Milch auf Knopfdruck

Stadtmitte Aus dem Automaten frische Milch auf Knopfdruck

Der Edeka-Markt in der Hermannstraße verkauft Frischmilch aus der Region

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Melkmeister Hans-Joachim Finke zeigt Kundin Carmen Krause, wie die Milchtankstelle funktioniert.

Quelle: Foto: Ove Arscholl

Stadtmitte. Frische Milch wie vom Bauernhof – in der Stadt ist das kaum vorstellbar. Seit dem zweiten Oktober ist das aber im Edeka-Markt Zöllig in der Hermannstraße möglich. Denn dort steht die erste Milchtankstelle Rostocks. Täglich wird der Automat mit frischer Milch beliefert – die kommt direkt vom Milchviehbetrieb Bollewick. Am Automaten können sich die Kunden eine Glasflasche für einen Euro kaufen; und die ist wiederverwendbar. Danach bezahlen sie nur noch die Milch, die in eben jene Glasflasche gefüllt werden kann.

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Der Edeka-Markt in der Hermannstraße verkauft Frischmilch aus der Region

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„Das ist keine Rohmilch, wie wir sie auf dem Hof verkaufen. Die Milch aus dem Automaten ist Frischmilch, die pasteurisiert – also erhitzt – wird“, sagt Milchbauer Henk Van der Ham. Auf 72 Grad Celsius wird die Milch für knappe 15 Sekunden erwärmt, anschließend sofort wieder gekühlt. Weitere Behandlungen, wie bei der Milch aus dem Tetrapack, die zusätzlich homogenisiert wird, gibt es nicht.

Dadurch bleibt der Fettanteil der Milch bei mindestens 3,5 Prozent. Das Erhitzen der Milch dient der Hygiene, um Krankheitskeime zu entfernen. Der 38-jährige Landwirt betreibt seinen Hof seit 13 Jahren und wollte von Beginn an eine enge Kundenbindung aufbauen. Seine Milchtankstellen stehen bereits in einigen Edeka- und Rewe-Märkten. „Wir sind sehr froh über die Unterstützung und die gute und unproblematische Zusammenarbeit mit den Supermärkten. Nicht jeder bietet den Platz für eine so große Maschine,“ sagt der aus den Niederlanden stammende Van der Ham.

Für ihn haben die Milchtankstellen den Vorteil, dass er selbst über den Preis seiner Milch bestimmen kann. Und er wird bekannt bei seinen Kunden: „Die Menschen kennen die Milchtankstellen aus dem Fernsehen oder der Zeitung und haben dann diesen Aha-Effekt, wenn sie meine Automaten sehen. Dadurch werden sie neugierig und probieren“, sagt Van der Ham.

Neugierig wurde auch die 30-Jährige Carolin Krüger. Mit ihrer Tochter kauft sie oft im Edeka-Markt ein und steht jetzt fasziniert vor dem Automaten. „Eine tolle Möglichkeit, regionale Produkte zu kaufen“, sagt die Angestellte eines Immobiliengeschäftes. Auch sonst versucht sie, für ihre Familie Produkte aus der Region zu kaufen.

Derzeit gibt es noch die Möglichkeit, die Milch vor dem Kauf zu probieren. Lothar Wilhelm ist der Ansprechpartner für die Kunden des Edeka-Marktes. Der 67-Jährige berät die vorbei kommenden Leute und erklärt die Funktionsweise des Automaten. „Die Milchtankstelle wird sehr gut angenommen“, freut er sich. „Der Geschmack ist unschlagbar, und bisher hat auch niemand ein Problem mit dem Preis.“

Immerhin 1,40 Euro kostet ein Liter Frischmilch aus Bollewick, der halbe Liter läuft für 70 Cent aus dem Automaten. Lothar Wilhelm hat jedoch einen Preis-Tipp für die Kunden: „Mit einer Wertkarte kann die Milch bargeldlos gekauft werden, und vor allem kostet ein Liter, der mit dieser Wertkarte gekauft wird, nur noch 1,20 Euro.“

Diese Möglichkeit nutzt Mario Bugs. Der Rostocker ist Stammkunde des Marktes und achtet auch dort auf regionale Produkte. „Die Milch schmeckt super, und auch wenn der Milchbetrieb nicht direkt um die Ecke ist, helfe ich der Umwelt damit mehr, als wenn ich Milch im Tetrapack kaufe“, sagt der 50-Jährige. In seiner Wohngemeinschaft wird die Milch in erster Linie für Kaffee und Müslis benutzt. „Mit so einer Milch trinke ich vielleicht auch mal wieder heiße Schokolade“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Drei Milchtankstellen sollen in Rostock aufgestellt werden. Der Anfang war mit dem Automaten in der Hermannstraße gemacht. Seit dem 10. Oktober steht auch in Evershagen bei Edeka Sünwold eine Milchtankstelle von Van der Ham. Probleme gab noch keine. „Die Kunden müssen aber ihre Flasche immer gut reinigen, damit sich keine Krankheitskeime ansiedeln“, warnt der Milchbauer. „Am besten geeignet ist die Spülmaschine. Die Flasche kann aber auch ordentlich mit der Hand gewaschen werden.“

Lara Lichtenthäler

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