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Automatisierung der Produktion: Rostocker Ingenieure wissen wie

Warnemünde Automatisierung der Produktion: Rostocker Ingenieure wissen wie

Seit 20 Jahren entwickelt ein Warnemünder Unternehmen spezifische Systemlösungen / Know-how steckt in Schiffsimulatoren, Sektherstellung und unter vielen Motorhauben

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Projektingenieur Sebastian Richter auf der simulierten Schiffbrücke, die von ihm und seinen Kollegen mitentwickelt wurde. Fotos (2): Ove Arscholl

Warnemünde. Ein Segelboot kreuzt gefährlich den Kurs eines Containerschiffes. „Glück gehabt, kein Crash“, bleibt Rainer Schau gelassen. Der Geschäftsführer der Marine- und Automatisierungstechnik Rostock GmbH (MAR) steht auf der Brücke 1 im Maritimen Simulationszentrum in Warnemünde und erklärt die Anlage, für die seine Ingenieure die Technik, verschiedene Pulte, Hard- und Software entwickelt und installiert haben. Zur Ausbildung von Seefahrtstudenten der Hochschule Wismar, aber auch zur ständigen Fort- und Weiterbildung von Nautikern, Schiffsbetriebstechnikern, Lotsen verschiedener Reedereien.

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Seit 20 Jahren entwickelt ein Warnemünder Unternehmen spezifische Systemlösungen / Know-how steckt in Schiffsimulatoren, Sektherstellung und unter vielen Motorhauben

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Seit 1999 entwickelt MAR im Auftrag der Rheinmetall Defence Electronics GmbH Simulationseinrichtungen zur Ausbildung von nautischem und technischem Personal auf Schiffen. Die Produktpalette reicht von der kleinen Schiffbrücke bis zum riesigen Ausbildungszentrum. Mehr als 50 maritime Simulationszentren wurden bisher hergestellt für Kunden in Malaysia, Indonesien, Chile, USA, Singapur, Philippinen, Thailand und Deutschland. Gerade hat das Rostocker Unternehmen einen Großauftrag der Marine erhalten. MAR wird für die Marineschule in Flensburg ein Zentrum für die simulationsgestützte Nautik-Ausbildung bereitstellen, wie Schau gestern verkündete.

Vor 20 Jahren wurde das Unternehmen mit zunächst vier Mitarbeitern im Technologiezentrum Warnemünde gegründet. Heute beschäftigt MAR rund 30 Ingenieure und Techniker, die 2015 im Projektgeschäft einen Umsatz von knapp vier Millionen Euro erwirtschaftet haben. Als ersten großen Auftrag rüstete die kleine Firma von 1998 bis 2002 an Nord- und Ostseeküste 35 Leuchtfeuer mit Technik für den vollautomatischen Betrieb auf.

Nicht nur in der maritimen Wirtschaft wurde MAR weltweit zu einem gefragten Partner, der innovative, ganz spezielle Automatisierungslösungen anbietet. Auch in der Lebensmittelindustrie, in der Automobilherstellung und in der Offshore-Windkraft-Branche sind die Warnemünder Entwicklungen gefragt. „In fast jedem Auto namhafter deutscher Hersteller ist ein Kabelbaum von uns zu finden“, berichtet Schau. Seit 2004 entwickelt MAR im Auftrag der Leoni AG Produktmanagmentsysteme zur Produktion von Kabelbäumen für etliche Hersteller. „Angefangen hat es mit einem 3er-BMW, für den wir kundenspezifisch einen Kabelbaum anfertigen sollten“, erklärt der Chef vor einem Modell im Büroflur, das von Fotos sämtlicher damit ausgerüsteter Autotypen umrahmt ist. Die Systeme wurden weltweit installiert, zum Beispiel in Werken in Mexiko, China, Marokko, Serbien, Rumänien und der Slowakei. „Wir garantieren weltweit einen Service rund um die Uhr, an sieben Tagen pro Woche“, sagt Schau.

Nachdem das MAR-Ingenieurteam 2000 für Rügenfisch ein System zur Absicherung der lückenlosen Rückverfolgung bei der Produktion von Fischkonserven erdacht hat, kamen auch aus anderen Lebensmittelunternehmen wie Nestlé, Pfanni, Dr. Oetker oder Rotkäppchen Aufträge zur Automatisierung von Fertigungsstraßen. „Wir wollen weiter wachsen, neue Kunden gewinnen und bis 2020 unser Team um acht bis zehn Fachkräfte vergrößern“, kündigt Geschäftsführer Schau an.

Seite 1996 am Markt

Am 1. Januar 1996 wurde das Unternehmen Marine- und Automatisierungstechnik Rostock (MAR) durch Prof. Dr. Matthias Markert, bis heute Gesellschafter und Professor an der Hochschule Wismar, gegründet. Beim Start gehörten vier Mitarbeiter zum Team, 150000 D-Mark betrug der Umsatz im ersten Jahr. Heute gehören 30 Ingenieure und Techniker zum Team, der Umsatz beträgt fast vier Millionen Euro im Projektgeschäft. Seit 2014 ist die SEAR GmbH zu 50 Prozent als Partner am Unternehmen beteiligt, um bessere Zugänge zu den Märkten weltweit zu erhalten.

Von Doris Kesselring

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