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Bagger frisst sich durch Stahlbeton

Stülow Bagger frisst sich durch Stahlbeton

Brücke bei Bad Doberan wird abgerissen und neu gebaut / Bahnstrecke voll gesperrt

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In einzelne kleine Betonstücke ist die Brücke über dem Bahngleis zwischen Bad Doberan und Stülow zerfallen. An gleicher Stelle wird bis November 2018 eine neue gebaut.

Quelle: Fotos: Anja Levien

Stülow. Die Abbruchschere greift in den Beton – sie rüttelt, zerrt, dann fallen einzelne Stücke zu Boden. Staub wirbelt auf. Nur wenige Stunden braucht es, um die Brücke zwischen Bad Doberan und Stülow über dem Bahngleis abzureißen, sodass nur noch die alten Pfeiler an der Trasse stehen.

OZ-Bild

Brücke bei Bad Doberan wird abgerissen und neu gebaut / Bahnstrecke voll gesperrt

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Seit Freitag und bis gestern Abend hatten die Bauarbeiter Zeit, das betagte Bauwerk aus dem Jahr 1925 verschwinden zu lassen, damit dort bis Ende November des kommenden Jahres ein Brückenneubau entstehen kann. Für den Abriss ist die Bahnstrecke zwischen Wismar und Bad Doberan voll gesperrt.

Seit dem 11. September ist für Autofahrer und Radfahrer die Kreisstraße 6 zwischen Bad Doberan und Stülow nicht mehr nutzbar. Eine Umleitung ist eingerichtet.

In den vergangenen Wochen wurde hier Platz geschaffen, um Baucontainer aufzustellen, die Baustelle einzurichten, Flächen zu schottern, informiert Björn Malenke vom Rostocker Unternehmen Inros Lackner, das mit der Bauüberwachung beauftragt ist. Dafür mussten Bäume gefällt und Sträucher entfernt werden. Auch, weil die Straßenführung zur Brücke komfortabler gestaltet wird, erläutert er.

„Es wurde ein Amphibienschutzzaun aufgestellt, damit Frösche und Lurche nicht unter die Räder der Baufahrzeuge kommen“, sagt Björn Malenke und zeigt auf ein schwarzes „Band“, dass am Bauzaun befestigt wurde.

1500 Tonnen Beton abgerissen

Der Neubau der Brücke stand schon lange auf der Liste des Landkreises Rostock. Wegen des schlechten Zustandes der mehr als 90 Jahre alten Querung über die Bahngleise war die Fahrbahn der Kreisstraße bereits auf eine Spur verengt worden, Schwerlasttransporter mit mehr als 30 Tonnen durften sie nicht mehr passieren.

Jetzt wird sie innerhalb von vier Tagen dem Boden gleich gemacht. Dabei dauert das Abreißen der Pfeiler aufgrund des Stahlbetons länger als das der Fahrbahn. Letzteres sei sogar schneller gegangen als erwartet, sagt Björn Malenke. Bis zum gestrigen Montag waren 1500 Tonnen Beton verschwunden.

Über das Bahngleis wurde Kies und Folie gelegt, um dieses so vor herabstürzenden Betonteilen zu schützen. Sind die Pfeiler abgerissen, werden die Schienen ausgebaut. „Wir müssen das Fundament rausholen, das sich teilweise unter der Gleisanlage befindet“, begründet Björn Malenke. Um kein Risiko einzugehen, würden die Schienen danach auf einer Länge von 18 Metern erneuert. Um das alles während der Vollsperrung zu schaffen, wird zum Teil rund um die Uhr gearbeitet.

2,27 Millionen Euro Kosten für Abriss und Neubau

Für die Arbeiten haben die Planer auch zwei Abschnitte als Zeitpuffer eingeplant. So erfolgte am gestrigen Montag zwischen 20 und 21.30 Uhr die Gleisabnahme. Offiziell haben die Arbeiter aber bis heute 3.30 Uhr Zeit. Bis dahin gilt die Vollsperrung der Strecke.

Im Vergleich zu anderen Brückenabrissen sei dieser bei Stülow einfacher, so Björn Malenke. „Wir haben hier eine eingleisige Bahnstrecke und keine Oberleitung, das spart uns Auflagen. Auch bei der neuen Brücke gestaltet sich das hier unkomplizierter.“

Brückenabriss und der anschließende Neubau kosten etwa 2,27 Millionen Euro. Die Deutsche Bahn finanziert davon 1,3 Millionen Euro, auf den Landkreis Rostock entfallen 970000 Euro, das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt das Vorhaben mit 634000 Euro. Die Querung wird auf 6,50 Meter zweispurig befahrbar sein, bekommt einen Fuß- und Radweg. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende 2018.

Für die etwa 24 gefällten Alleebäume sollen 55 neue gepflanzt werden. Für die Fledermäuse werden fünf Ersatzquartiere an Bäumen im Umfeld der Baustelle angebracht, teilt der Landkreis mit.

Video auf www.ostsee-zeitung.de

Brücke mit Radweg

2,27 Millionen Euro wird das Bauvorhaben kosten. 1,3 Millionen wendet die Deutsche Bahn für den Brückenneubau auf. Auf den Landkreis Rostock entfallen rund 970000 Euro. Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt den Landkreis bei seiner Investition mit 634000 Euro Fördermittel.

6,50 Meter wird die Fahrbahn zwischen den beiden Straßenborden breit sein. Der östliche Geh- und Radweg wird drei Meter breit sein. Auf der westlichen Brückenseite wird es einen Notgehweg geben. Er wird einen halben Meter breit sein.

Anja Levien

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