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Bahn lässt Rostocker schlecht schlafen

Stadtmitte Bahn lässt Rostocker schlecht schlafen

Nachts sind 2200 Menschen vom Lärm entlang der Gleise betroffen / Ein Aktionsplan soll Abhilfe schaffen

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Entlang der S-Bahnstrecke vom Hauptbahnhof nach Warnemünde liegen die meisten „Lärmbrennpunkte“.

Quelle: Ove Arscholl

Stadtmitte. Für die Menschen an übermäßig lauten Straßen gibt es schon seit zwei Jahren zumindest einen Plan, jetzt sollen auch Maßnahmen die Rostocker entlang der Bahngleise ruhiger schlafen lassen. Noch ist allerdings unklar, was wann passiert. Entlang der Bahngleise sind am Tag rund 1600 und in der Nacht 2200 Rostocker von Lärm oberhalb von 55 beziehungsweise 65 Dezibel betroffen: Werte, die Gesundheit gefährden können.

Das geht jetzt aus einer Kartierung des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) und Hinweisen aus der Bevölkerung hervor. In Rostock wurden 45 Kilometer Schienenweg einbezogen. Betroffen von Lärm ist vor allem der Bereich zwischen Holbeinplatz und Südring, das Umfeld des Hauptbahnhofes sowie der Kurvenbereich Warnemünde. Das städtische Umweltamt spricht von 14 „Lärmbrennpunkten“. Von Lautstärken im gesundheitsgefährdenden Bereich sind zudem etwa 2900 Einwohner durch den Straßenverkehr und 2600 durch die Straßenbahn betroffen.

Ein mittlerer Pegel von dauerhaft mehr als 65 Dezibel kann bereits zu gesundheitlichen Schäden wie Herz- und Kreislaufproblemen führen. 70 Dezibel entsprechen etwa dem Krach, den ein Staubsauger macht. „Beim Schienenlärm geht es ohne die Bahn nicht“, sagt Rostocks grüner Umweltsenator Holger Matthäus. Er setzt darauf, dass bei Baumaßnahmen auch der Lärm eine Rolle spiele. So könnte, wenn die Bahn die Goethebrücke anfasst, eine Lärmschutzwand in den Borenweg gezogen werden, nennt Matthäus ein Beispiel. Der Umweltsenator weiß aber, dass bis dahin viel Zeit vergehen wird. „Schnell geht gar nichts.“

Die Deutsche Bahn betont, dass Lärmaktionsplanung Sache der Städte und Gemeinden sei, teilt Sprecher Gisbert Gahler mit. Die Bahn sei gesetzlich auch nicht verpflichtet, in Schallschutz an bestehenden Strecken zu investieren. Es gebe jedoch bereits seit 1999 ein freiwilliges Lärmsanierungsprogramm, berichtet Gahler. Die Bahn räumt durchaus ein, dass bei der aktuellen Verkehrsbelastung an einigen Gebäuden zwischen Hauptbahnhof und Holbeinplatz Grenzwerte überschritten werden und diese in die Prioritätenliste für die Lärmsanierung aufgenommen wurden. Allerdings: So weit hinten, dass die Betroffenen in den nächsten zehn bis 15 Jahren nichts erwarten dürften. Wenn mit dem Umbau des Bahnhofs Warnemünde ab 2018 auch die Strecke ausgebaut werde, werde die DB Netz AG das aber mit dem Bau von Schallschutzwänden verbinden, so Gahler.

„Bahn und Straßenbahn gibt es nicht ohne Geräuschpegel“, sagt RSAG-Sprecherin Beate Langer. Für die Rostocker Straßenbahn AG sei die Vermeidung von Lärm aber wichtig. Wenn Abnutzungen an Gleisen, Weichen oder Fahrzeugen zu unnötigen Geräuschen führen, werde reagiert. „Es ist richtig, wenn sich Anwohner beschweren“, sagt Langner.

Zum Nulltarif gibt es allerdings auch keine leisere Stadt. Schon bei der Verabschiedung des Lärmaktionsplans „Straße“ vor zwei Jahren rechnete Rostock mit annähernd 20 Millionen Euro, die langfristig gebraucht würden, um neue Lärmschutzwände zu bauen, Tempo-30-Zonen einzurichten oder „Flüsterasphalt“ auf die Straße zu bringen. Für die Reduzierung von Schienenlärm werde die Stadt nur in gemeinsamen Aktivitäten mit der Deutschen Bahn Geld in die Hand nehmen, erläutert Holger Matthäus.

• Infos: www.rostock-wird-leiser.de

EU verlangt Lärmplan

Nach Vorgaben der Europäischen Union ist für den Ballungsraum Rostock ein Lärmaktionsplan aufzustellen. Dabei gilt es, insbesondere Bereiche mit potenziell gesundheitsgefährdenden Lärmbelastungen von mehr als 65 Dezibel am Tag und mehr als 55 Dezibel nachts zu ermitteln und Maßnahmen zur Verringerung einzuleiten.

Der nun vorliegende Lärmaktionsplan zum Schienenverkehr wird in den kommenden Wochen den politischen Gremien vorgestellt mit dem Ziel der Beschlussfassung durch die Bürgerschaft Anfang Juli 2016.

Thomas Niebuhr

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