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Baustelle sorgt für Risse in Wänden der Uniklinik

Hansaviertel Baustelle sorgt für Risse in Wänden der Uniklinik

Mitarbeiter in Angst / BBL kontrolliert Schäden täglich: Gebäude sei standsicher / Größtes Bauprojekt des Landes wächst / Grundsteinlegung ist am 15. Juni

Hansaviertel. Ein großes, etwa fünf Meter tiefes Loch klafft derzeit zwischen Chirurgie und Innerer Medizin auf dem Campus Schillingallee. Hier entsteht der Neubau Zentrale Medizinische Funktionen (ZMF), das Herz der Universitätsmedizin, das zentrale Notaufnahme, Tagesklinik, Intensiv- und Normalpflegestationen, diverse Untersuchungs-, Behandlungs- und Laborbereiche in einem Gebäudekomplex vereint. Das größte Bauprojekt des Landes, in das 143 Millionen Euro investiert werden.

In den vergangenen Wochen wurde die 120 mal 50 Meter große Baugrube sozusagen eingeschalt. „Mit 533 dicken Betonpfählen, die 11 Meter in die Tiefe ragen und wie eine Mauer die Außenkanten des Gebäudes markieren“, sagt Uwe Sander vom landeseigenen Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL). Damit soll vermieden werden, dass Grundwasser die Baustelle flutet.

Die Gründungsarbeiten wie auch die Unterfangung der Fundamentkörper der benachbarten Gebäude war nicht nur eine laute, sondern auch eine vibrierende Angelegenheit. Mitarbeiter in der Klinik für Innere Medizin bemerkten Risse in den Wänden. Der Boden unter ihren Füßen habe in den vergangenen Wochen bedenklich gezittert, erzählen sie. Es gehe die Angst um, das Haus könnte absacken.

Prof. Christian Schmidt, Ärztlicher Vorstand der Unimedizin, kennt die Sorgen der Mitarbeiter. „Die Klinik grenzt sehr dicht an das Baufeld“, sagt er. Dass es zu kleineren Schäden in der Umgebung am Klinikgebäude kommen könnte, damit hätten Auftraggeber und Klinikleitung gerechnet und baulich entsprechende Vorsorge getroffen. „Die Mitarbeiter wurden informiert, aber vielleicht sollten wir dies noch einmal wiederholen“, sagt Schmidt. Die Risse würden durch den BBL kontrolliert und beobachtet. „Es ist wichtig, dass Leib und Leben von Patienten und Mitarbeitern nicht gefährdet werden“, betont Schmidt.

„Das Haus untersteht einem intensiven Monitoring“, informiert BBL-Sprecher Christian Hoffmann. Täglich gebe es Begehungen mit Statikern, Bauleiter, Baubetrieben. „Wir registrieren die Risse, vermessen diese, werten aus“, sagt Hoffmann. „Grundaussage: Das Gebäude ist standsicher.“ Die Schäden würden beseitigt, sobald keine Erschütterungen im Baugeschehen mehr zu befürchten sind.

In den nächsten Wochen wird die Baugrube noch tiefer werden. „Da das Gebäude die in den 1950er Jahren bebaute Klinik für Inneres nicht überragen soll, wächst das Projekt in die Tiefe“, erläutert Sander, der den Bereich Hochschul- und Klinikbau beim BBL leitet. Zwei Geschosse mit Funktionsräumen würden im Keller untergebracht werden.

Am 15. Juni wird im Beisein von Ministerpäsident Erwin Sellering (SPD) der Grundstein für das Haus gelegt und im Laufe des Jahres der Rohbau des Funktionsgebäudes hochgezogen. „Wir liegen voll im Kostenrahmen, auch der Zeitplan wird eingehalten“, betont Sander. Mitte oder Ende 2019 soll das ZMF übergeben werden, das die chirurgischen und internistischen Kliniken auf dem Campus Schillingallee künftig verbindet. Die vibrierenden Belastungen durch die Baustelle würden nach dem Sommer nachlassen. „Doch Baulärm wird bleiben“, so Sander, „mitten im Bestand, bei normalem Klinikbetrieb zu bauen, ist immer komplizierter als auf der grünen Wiese.“

Von Doris Kesselring

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