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Billiges Wasser für Rostock? Rechtsstreit um 310 000 Kunden

Rostock Billiges Wasser für Rostock? Rechtsstreit um 310 000 Kunden

Um zehn Prozent sollen die Preise sinken, wenn Trink- und Abwasser wieder in städtische Regie kommen. Doch der Remondis-Konzern, dessen Tochter Eurawasser bisher Rostock versorgt, will die Rekommunalisierung stoppen. Die Entscheidung fällt Schwerin.

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Um zehn Prozent sollen die Preise sinken, wenn Trink- und Abwasser in Rostock wieder in städtische Regie kommen.

Quelle: Lukas Schulze/dpa

Rostock. Der Streit um die künftige Wasserversorgung der Menschen in und um Rostock eskaliert: Die Remondis-Gruppe aus Lünen versucht mit juristischen Mitteln zu verhindern, dass ab 2018 nicht mehr ihre Tochter Eurawasser, sondern die Hansestadt selbst für Trink- und Abwasser in Rostock zuständig sein soll. Der Konzern will die Rekommunalisierung vom Schweriner Wirtschaftsministerium stoppen lassen. Der Rechtsstreit betrifft mehr als 310 000 Kunden: Denn vom Ausgang hängt ab, wie viel sie künftig für Wasser zahlen müssen.

Hintergrund: Eurawasser ist seit 1993 für Trink- und Abwasser in Rostock sowie 29 Umlandgemeinden zuständig. Doch 2018 soll Schluss mit dem Geschäft sein: Der Warnow-Wasser- und Abwasserverband (WWAV) – ihm obliegt diese hoheitliche Aufgabe – will nicht mehr mit Eurawasser zusammenarbeiten und hat stattdessen die Wasserversorgung an die Nordwasser, ein Tochter-Unternehmen der Stadt und des WWAV, vergeben. Ziel: Wasser in Rostock soll billiger werden. Denn bisher zählen die Preise zu den höchsten im Land. Ein Kubikmeter Wasser kostet – inklusive der Entsorgung – 4,96 Euro. Jochen Bruhn, Geschäftsführer von Nordwasser verspricht: „Sobald die Stadt die Kontrolle über die Wasserversorgung hat, wird es für die Kunden zehn Prozent günstiger.“

Doch Eurawasser will das Geschäft nicht einfach aufgeben: Das Unternehmen hat Beschwerde beim zuständigen Wirtschaftsministerium eingelegt. Im Kern geht es um die Frage, ob der WWAV einfach so sein eigenes Tochter-Unternehmen beauftragen durfte – oder hätte ausschreiben müssen. „Wir haben da eine abweichende Rechtsauffassung“, so Eurawasser-Sprecherin Gabi Kniffka. Der Noch-Versorger verlange einen „transparenten und diskrimierungsfreien Wettbewerb“. Das Wirtschaftsministerium in Schwerin bewerte derzeit die Argumente beider Seiten, sagt Ministeriumssprecher Gunnar Bauer. „Mit einer Entscheidung dürfte nach einer mündlichen Verhandlung innerhalb der nächsten Wochen zu rechnen sein.“

Von Andreas Meyer

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