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Brettspiele und Lego statt Handys

Toitenwinkel Brettspiele und Lego statt Handys

Die 4. Erlebnismesse „Spielidee“ blickt am Ende auf einen Besucherrekord zurück / Drei Bereiche in der Halle

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Jannik (8) hat geduldig mit Lego gespielt und unter anderem ein Boot gebaut. Der kleine John (5, hinten) weiß dagegen noch nicht so recht, was er mit Mama Anne Anders kreieren will. Fotos (5): Claudia Tupeit

Toitenwinkel. Geduldig setzen sie einen Stein auf den nächsten: Jannik und sein Zwillingsbruder Tjorben tüfteln schon über eine Stunde an ihren Legobauten. Die Omas stehen dahinter und gucken ebenso geduldig zu. „Ich habe dieses Schiff hier gebaut“, sagt der acht Jahre alte Jannik und zeigt das große Bauwerk stolz. Der kleine John (5) gegenüber am Tisch weiß dagegen noch nicht so recht, ob sein Gebilde am Ende ein Auto sein wird oder nicht. Hauptsache, er habe Spaß, findet Mama Anne Anders.

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Die 4. Erlebnismesse „Spielidee“ blickt am Ende auf einen Besucherrekord zurück / Drei Bereiche in der Halle

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Den hatten rund 23 800 Besucher seit Freitag in der Hansemesse in Schmarl. Die Erlebnismesse „Spielidee“ hat Groß und Klein in drei Bereichen versammelt: „Kreativ“, Dekorationen für Weihnachten basteln oder aus Stoffen Kleinigkeiten nähen, „Modelle“ fliegen, fahren oder schippern lassen und „Spiele“ nach Herzenslust ausprobieren. An den vielen Tischen in der Halle sitzen Familien und Cliquen zusammen, um mit neuen Brettspielen Spaß zu haben. Auch Ben (7) aus Schwerin hat sich kurzerhand seine Eltern geschnappt – oder ist es andersherum gewesen? „Hier gibt es für alle viel zu entdecken“, sagt Bens Vater Dirk Thomas. Gemeinsam mit Mama Silke erwecken sie die Steinzeit zum Leben. „Und wie genau ,Stone Age Junior’ funktioniert, haben wir nicht lange in der Anleitung nachlesen müssen, es wurde uns direkt erklärt“, sagt Silke Thomas und lobt die Spieleexperten.

Fasziniert stehen Erwachsene wie Kinder auch vor der großen Lego-Welt. Bei den Modellen ist anfassen zwar strengstens verboten, aber Züge, Karussells und Roboter bewegen sich eh und werden von Besucheraugen ausgiebig verfolgt. Runden kreisen zudem weitere Modelle, die allerdings nicht aus kleinen Einzelteilen zusammengesetzt sind: Bei den Modellbauern tuten Dampfloks bei der Einfahrt in den Bahnhof, auf einem Parcours schießen Bagger und Panzer – ferngesteuert – um die Kurven und Dampfer wiegen sich in den Wellen des Wasserbeckens. Gut „abgenetzt“ lassen Besucher unter fachkundiger Anleitung der Besitzer Modellflugzeuge und kleine Lenkdrachen fliegen. „Die Modellbahnen sind wirklich toll“, resümiert Jan Vogler (46) den Besuch dieses Messebereiches. Er sei mit seiner Frau übrigens einfach so zum Spaß gekommen, ohne etwas Konkretes zu suchen. „Gucken und staunen“ laute die Devise.

Sandra Dux ist dagegen voll in Aktion. Glitzer überall: Die Pastowerin und ihre sieben Jahre alte Tochter Jamie Lynn basteln eifrig Sterne für die Adventszeit. „Wir fanden das gleich toll und sind beim Reinkommen sofort hängen geblieben“, erzählt Dux. Sie bastle gern mit ihrer Familie und hole sich Anregungen. Neben den Basteleianbietern „Ideen mit Herz“ haben auch Rostocker Kreative wie „Krikadu“ und „Colour and More“ Kleber, Farben und Dekoteile bereitgestellt, um die Besucher zu locken.

Schnelligkeit ist schließlich bei der großen Puzzleaktion gefragt gewesen. Rostock wollte zur Puzzlehauptstadt gekürt werden, 66 Puzzler sollten je 135 gar nicht so leichte Motive zusammenstecken – natürlich unter Zeitdruck. Rostock schaffte jedoch nur den zweiten Platz mit einer Zeit von 29 Minuten und 58 Sekunden. „Wir hätten die Bestzeit von 27,53 Minuten unterbieten müssen“, sagt Messeprojektleiterin Sandra Hupfer. Bereits am Sonnabend war das „größte Puzzle der Welt“ vollständig: 40 320 Teile haben Besucher eifrig gelegt und so zu Disney-Motiven vereint.

Am Ende von drei Tagen Spielen, Basteln und Modellbau bemerkt Hupfer zufrieden, dass gelacht, getobt und gejubelt wurde – und Handys keine Rolle mehr spielten. Die nächste Spielidee ist für die Zeit vom 13. bis 15. Oktober 2017geplant.

Lego-Bastler Anton: Der heimliche Star der Messe

Sein großer Traum ist ein Kinderkarussell. Nicht etwa ein echtes im Garten, sondern eines aus Lego. „Die Box dafür ist aber teuer, und ich spare noch drauf“, erzählt Anton Wendt. Der 13-Jährige aus Toitenwinkel ist jeden Nachmittag nach den Hausaufgaben auf dem Fußboden seines Kinderzimmers anzutreffen. Er werkelt gerade an seinem Riesenrad. Stolz schließt er es an, lässt die Gondeln ihre Runden drehen und zeigt auf die Passagiere: „Ich habe zum Beispiel einen Fußballer mit reingesetzt.“ Bei der dreitägigen Messe Spielidee in Schmarl war der pfiffige Bastler mit einem Stand dabei.

Dort zeigte er den Besuchern nicht nur das Riesenrad samt Grünanlagen, sondern auch seine kreierten Modellfahrzeuge. Stein auf Stein hat er gesetzt, um ein Feuerwehrauto im kleinen Maßstab nachzubilden, inklusive eingebauter Technik, die beim Aufklappen der Türen zum Vorschein kommt. Außerdem hat er ein Krankenwagenfahrzeug nachgebaut und den Wasserwerfer der Polizei. Selbst eine Autofähre hat der Junge, der nach eigenen Angaben ein Schüler mit guten Noten sei, nach seinen Vorstellungen umgebaut. Zur großen Lego-Ausstellung auf der Spielidee-Messe gesellte sich sein Kumpel David Kräkel dazu. Der 31-Jährige hilft Anton beim Bauen oder fährt mit ihm schon mal bis Berlin oder Hamburg, um dringend notwendige Ersatzteile zu besorgen. „Ich bin selbst leidenschaftlicher Lego-Bauer, am liebsten Straßenbahnwagen.“ ct

Claudia Tupeit

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