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Busbude macht die alten Bullis wieder flott

CORDSHAGEN Busbude macht die alten Bullis wieder flott

David Krupke hat in Cordshagen eine Werkstatt für VW-Transporter eröffnet / Die alten Modelle kommen aus Paraguay / Demnächst entsteht eine neue Halle

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David Krupke will diesen alten VW-Bus zu einem Kaffeestand für Messen und Veranstaltungen umbauen. Fotos (2): Michael Schißler

Cordshagen. Eine bewegte unternehmerische Karriere hat David Krupke schon hinter sich: Er war Trödler und hatte ein Umzugsunternehmen. Aber irgendwann wollte Krupke wieder Zeit für sich und seine Familie habe und macht sich daran, eine neue Idee umzusetzen. Die nennt sich Busbude und ist in Cordshagen zu betrachten.

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David Krupke hat in Cordshagen eine Werkstatt für VW-Transporter eröffnet / Die alten Modelle kommen aus Paraguay / Demnächst entsteht eine neue Halle

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„Damit habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt der 37-Jährige, der sich im Jahr 2009 einen VW-Bus zugelegt hat und anschließend seine Liebe zu den Wolfsburger Fahrzeugen entwickelt hat. „Und das zu allen, die in den Baureihen eins bis vier produziert worden sind“, sagt der Cordshäger. „Das ist Kulturgut, und das ist ein Kultauto“, sagt Krupke. „Es hat Charme und Geschichte“ — und eine ziemlich große, eingeschworene Fangemeinde. Für sie erledigt David Krupke, was er kann. Demnächst will er neben seiner jetzigen Werkstatt eine neue Halle bauen, in der dann auch für Kunden VW-Busse repariert und restauriert werden sollen. Bislang arbeitet er aber noch am Eigenbedarf.

Zwölf Bullis der ersten Baureihe stehen derzeit auf seinem Gelände. „Leicht zu beschaffen waren sie nicht“, sagt der Cordshäger. „Sie stammen alle aus Paraguay. Dort hat Krupke einen Bekannten, der sie ihm besorgt und bis nach Hamburg verschifft. „Auf dem deutschen Markt ist in dieser Altersklasse so gut wie kein Wagen mehr zu bekommen“, fügt er hinzu.

Fünf dieser Veteranen werden in seinem Besitz bleiben, „die baue ich für Events um“. Die VW-Busse werden nicht mehr selbst fahren, sondern beispielsweise als Blickfang auf Messen und Festen zu sehen sein. „Der wird zu einem Kaffeeausschank“, sagt David Krupke und weist auf den Wagen in seiner Halle: „Da kommen Kaffeemaschinen rein und eine Zapfanlage.“ Der zweite Alt-Bus — er hat einen Pritschenaufbau — wird zu einem Tresen und der dritte zum Eiswagen umgebaut. „Für die beiden anderen fällt mir auch noch etwas ein“, sagt Krupke. Vermieten will er — allerdings zum Fahren — auch einen T 2, der als Campingfahrzeug ausgerüstet und nun ebenfalls restauriert wird. „Den kann jeder für seinen Urlaub nutzen“, sagt der Chef der Busbude.

Die übrigen Bullis aus den anderen Baureihen „kaufe ich in ganz Deutschland zusammen“, sagt Krupke. „Wir reparieren sie und verkaufen sie weiter, vor allem Achsen- und Blecharbeiten seien da immer wieder erforderlich. Aber der Cordshäger schwört auf die Wagen des Wolfsburger Herstellers, die Langlebigkeit findet Krupke fabelhaft, „der fährt mit 300000 Kilometer auf dem Tachometer wie ein Neuwagen“ und außerdem: „Die Bullifahrer sind alle Individualisten, die ihre Freiheit genießen wollen.“

Cordshagen, ein Ortsteil der Gemeinde Blankenhagen, ist für den jungen Unternehmer der optimale Standort. In Blankenhagen gibt es eine Lackiererei, mit der er zusammenarbeitet. Außerdem: „In der Stadt müsste ich Horrormieten zahlen.“ Im Zeitalter des Internets ist das nicht nötig, die Kunden kommen auch aufs Land, wenn sie etwas Spezielles suchen. Speziell will Krupke auf jeden Fall bleiben:

„Die Busbude macht nur Bullis“, sagt er. Das hat seinen Grund: „Das soll hier nicht wieder in großen Stress ausarten, es soll nur zum Leben reichen.“

Wirtschaftswunderauto

Der VW-Transporter der Serie T 1 ist eines der Autos, die aus den Wirtschaftswunderjahren der Bundesrepublik nicht wegzudenken waren. Sie dienten damals vor allem Handwerkern und Händlern als Fahrzeuge. Mit der Produktion des Wagens, den es in verschiedenen Ausführungen gab, begann Volkswagen im Jahr 1950. Charakteristisch an dem Auto war die zweigeteilte Frontscheibe.

Ausgeliefert wurden von der ersten Baureihe etwa 1,8 Millionen Wagen, davon gingen auch viele Exemplare ins Ausland. Heute sind sie beliebte Sammlerstücke und kehren nach Deutschland zurück.

Von Michael Schißler

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