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„Die fahren mir mein Dorf kaputt“

Mönchhagen „Die fahren mir mein Dorf kaputt“

Mönchagens Bürgermeister beklagt Verkehrschaos durch Bauarbeiten und fordert Entschädigung

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Bürgermeister Karl-Friedrich Peters zeigt einen Pfahl, mit dem ein Anwohner seinen Zaun vor dem Verkehr schützt.

Quelle: Foto: Ove Arscholl

Mönchhagen. Autofahrer beschimpfen und bedrohen sich. Anwohner sperren die Bürgersteige mit Eimer voller Sand und Zement ab. Die Nerven in Mönchhagen liegen blank, berichtet Bürgermeister Karl-Friedrich Peters. Seit die Bauarbeiten auf der B 105 zwischen Bentwisch und Rövershagen begonnen haben, nutzen viele Autofahrer nicht die ausgeschilderte Umleitung, sondern weichen massenweise über Mönchhagen aus. Die Straßen dort sind dafür allerdings nicht ausgelegt. „Hier herrscht das Chaos. Alles, was wir uns in den vergangenen acht Jahren aufgebaut haben, wird kaputt gemacht“, sagt Peters.

 

OZ-Bild

Zu viele Autos, zu enge Straßen: Im Mönchhäger Dorfkern staut sich der Verkehr.

Quelle: Foto: Privat

Gehwege, Grünstreifen und Straßenbeläge seien durch die Masse des Verkehrs in nur vier Tagen stark beschädigt worden. „Ich befürchte, dass wir mit dieser Zerstörung alleingelassen werden“, sagt der Bürgermeister. Er schätzt die Reparaturkosten auf mindestens 60000 Euro. „Dafür haben wir in unserer Gemeinde keine Haushaltsmittel. Wir sind nicht Bentwisch oder Rövershagen.“ Mühsam hätten die Mönchhäger in den vergangenen Jahren Geld gespart, um ins Straßennetz zu investieren. Nun werde das alles über den Haufen geworfen, so Peters weiter.

Der Bürgermeister hat sich bereits an das Straßenbauamt in Stralsund gewandt. Er fordert eine Entschädigung, so wie sie auch von der Deutschen Bahn nach den Bauarbeiten am Bahnübergang gezahlt worden sei. Manfred Borowy vom Straßenbauamt dämpft hier jedoch die Erwartungen: „Laut Bundesgesetz sind Vergütungen für Schäden zu zahlen, die durch die Umleitung entstanden sind.“ Weil die Strecke über Mönchhagen jedoch nicht als Umleitung ausgeschildert wurde, sei eine Entschädigung per Gesetz nicht möglich. „Nichtsdestotrotz werden wir uns nach Abschluss der Arbeiten die Schäden gemeinsam mit der Gemeinde anschauen und sehen, was wir tun können“, sagt Borowy.

Mönchhagens Bürgermeister hofft nun, dass zunächst beim zweiten Bauabschnitt ab Montag Sperrung und Beschilderungen so geändert werden, dass ein Ausweichen über Mönchhagen nicht mehr möglich ist.

„Jeder, der hier wohnt oder hier mal Urlaub gemacht hat, kennt diesen Weg. Es war daher klar, dass sich die Leute nicht an die Umleitung halten werden“, betont Peters. Auch Navigationsgeräte weisen die Strecke über Mönchhagen aus. „Der gesamte Verkehr der B 105 weicht auf unser Dorf aus.“ Und durch die Sperrung der A 20 bei Tribsees verschärfe sich die Situation weiter.

Laut Borowy prüft das Straßenbauamt verschiedene Varianten zur Beschilderung des zweiten Bauabschnitts. Allerdings seien der Behörde Grenzen gesetzt: „Wir dürfen keine Gemeindestraßen sperren.“

Gleichzeitig sei die Zufahrt für Anwohner und Gewerbetreibende möglichst freizuhalten. „Es ist ein schwieriger Abwägungsprozess.“ Generell appelliert Borowy an alle Autofahrer, sich an die Umleitungsbeschilderung zu halten.

Montag geht’s weiter

Der zweite Bauabschnitt beginnt am Montag, 16. Oktober. Hier wird die Fahrbahn zwischen Häschendorf und der Kreuzung in Mönchhagen erneuert, danach folgen die Abschnitte bis zur Kreuzung Bentwisch und über den Knoten Purkshof (Karls) bis zur Kreuzung Rövershagen. Der Umbau des Verkehrsknotens am Erdbeerdorf wird nach Ende der Straßenerneuerung realisiert. Die Kosten der Baumaßnahme von 786000 Euro trägt der Bund. Am 7. November soll die B 105 wieder voll befahrbar sein.

André Wornowski

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