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Europas Tor zum Norden: Rostocks Hafen setzt auf die Bahn

Seehafen Europas Tor zum Norden: Rostocks Hafen setzt auf die Bahn

Die Hafengesellschaft und die Bahn-Tochter Schenker vereinbaren Kooperation bis 2024 / Hafen-Chef Tesch fordert Ausbau des Schienennetzes – damit der Hafen wachsen kann

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Das „Baltic Sea Gate“: Jedes Jahr kommen 1300 Züge aus ganz Europa an.

Quelle: Fotos: Rostock Port/nordlicht, Frank Hormann, Ove Arscholl

Seehafen. Rostocks Hafen ist spitze. Die Hansestadt hat jüngst Lübeck den Rang als größter deutscher Ostseehafen abgelaufen. Und diese Position will die Hafenentwicklungsgesellschaft (Hero) auch nicht mehr hergeben. Denn während Lübecks Hafen Kunden verliert, hat Rostock erst gestern die Weichen für weiteres Wachstum gestellt: Die Hero und die Deutsche Bahn-Tochter DB Schenker haben eine langfristige Zusammenarbeit vereinbart. Im Seehafen sollen noch mehr Waren von der Schiene auf Schiffe verladen werden. Doch dafür braucht Rostock den Bund: Der muss das Schienennetz zum Hafen endlich ausbauen.

16 000 Jobs hängen am Hafen

120 Fährabfahrten zählt der Rostocker Hafen, der größte deutsche Ostseehafen, jede Woche.

11 Kilometer lang sind die Kais in Rostock – mit 47 Liegeplätzen für Schiffe.

Kernstück der Zusammenarbeit zwischen Hafen und Bahn bleibt laut Vertrag auch bis 2024 das so genannte „Baltic Sea Gate“ – das „Tor zur Ostsee“. Gemeint ist damit eine rund 10000 Quadratmeter große Lagerhalle am Hafen. Für den Logistik-Riesen Schenker ist die Halle das Drehkreuz im Warenumschlag von und nach Norwegen, Russland, Schweden und auch Finnland. „Allein im Jahr 2015 wurden 70 000 Tonnen über das , Gate’ umgeschlagen“, sagt Gunnar Scholtz, Leiter der für Rostock zuständigen Schenker- Niederlassung Güstrow. Papier und Laminat, Zellulose und Holz stehen ganz oben auf der Liste der Im- und Exporte. Schenker geht fest davon aus, dass der Umschlag zunehmen wird: „Rostock bietet hervorragende Infrastruktur“, sagt Scholtz. Besonders wichtig für die Bahn-Tochter ist das sogenannte „intermodale Terminal“ am Hafen: Waren aus ganz Europa kommen mit dem Zug nach Rostock, werden auf Lastwagen oder direkt auf die Schiffe ins Baltikum verladen. Schenker ist in diesem Geschäft führend: Das Unternehmen verzeichnet in Rostock jedes Jahr rund 1300 Zugankünfte – aus Verona in Italien, Wels in Österreich, Karlsruhe und Duisburg. „Die Hero übernimmt nicht nur Verantwortung für die Infrastruktur, sondern auch für Transportketten“, lobt Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) den Deal mit Schenker.

Vor allem der Schienenverkehr sei in den vergangenen Jahren ein Motor für Rostocks Hafen gewesen, sagt Hero-Geschäftsführer Gernot Tesch. Und das soll so bleiben. Doch dafür braucht Rostock Berlins Hilfe: 2014 habe der Bund bereits die Bahnstrecke zwischen der Hansestadt und der Hauptstadt ausgebaut. „Aber das reicht nicht“, so Tesch. Die Waren, die von Rostock aus in den Ostsee- raum gehen, kommen aus Mittel- und Südeuropa: Deshalb müssten die Strecken auch gen Süden ausgebaut werden – nach Dresden und in die Nachbarstaaten.

Und: Auch in Rostock muss gebaut werden. Auf dem Abschnitt zwischen Kavelstorf und dem Hafen gelten für schwere Güterzüge bisher Tempolimits. „Ein Ausbau wäre ein entscheidender Wettbewerbsvorteil für uns – vor allem im Massengutgeschäft“, so Tesch. Vor zehn Jahren etwa sei der Umschlag mit Erz für Eisenhüttenstadt von Rostock nach Hamburg abgewandert. Dieses Geschäft könnte Rostock zurückgewinnen – wenn denn die Schienenstrecken zum Hafen endlich ertüchtigt würden. „Der Weg über Rostock wäre kürzer, und wir haben noch Kapazitätsreserven“, sagt Tesch. Er geht davon aus, dass der Warenverkehr über die Ostsee auch in Zukunft wachsen wird: „Nach einer Normalisierung der Beziehung erwarten wir in dem Verkehr von und nach Russland das größte Wachstum.“

Andreas Meyer

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