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Frauen bieten Online-Hilfe für Bauern

GROSS STOVE Frauen bieten Online-Hilfe für Bauern

Internetseite „Oberlecker“ lockt Kunden / Auch Anbieter von regionalen Spezialitäten sollen profitieren

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Laura Gertenbach (r.) unterstützt kleine Bauern mit Webhilfe. Julia Stüwe (l.) und Luise Schröder machen mit.

Quelle: Claudia Tupeit

Groß Stove. Bio ist, wenn man weiß, wo das Tier herkommt – und zwar von der Zunge bis zur Flanke. „Essen mit Biografie“, nennt Laura Gertenbach das. Aber genau diesen Anspruch haben ihr die meisten Supermarktregale nicht erfüllt. Doch statt aus Frust als Vegetarierin zu enden, hat sich die Fleischliebhaberin mit zwei Studentinnen zusammengetan und „Oberlecker“ gegründet, um Bauern aus der Region zu stärken und mit möglichen Kunden zusammenzubringen. „Damit will ich regionale Kreisläufe in Gang bringen.“

Das Prinzip ist einfach: Auf der Homepage können Fleischpakete mit diversen Inhalten ausgesucht werden. Günstig seien diese Pakete nicht, gibt Gertenbach zu. „Wir wollen Gegenpol zum Supermarkt sein.“ Der voraussichtliche Liefertermin wird angezeigt. „Und in Kooperation mit einem lokalen Speditionsunternehmen lassen wir das jeweilige Paket innerhalb eines Tages deutschlandweit ausliefern“, erklärt die 32-Jährige.

Für den Transport in Styroporkartons mit Kühlakkus kommt Laura Gertenbach ihre Zeit bei einem Pharmakonzern in Barcelona zugute, der auch Spenderorgane transportieren muss. „Im Prinzip ist es tatsächlich ein ähnlicher Anspruch bei der Lieferung, denn auch Fleisch muss schnell und mit einer konstant kalten Temperatur zum Verbraucher gelangen“, sagt Gertenbach, die auf dem Land aufgewachsen ist und viel Wissen von ihrem Vater hat, der eine Landwirtschaft in Groß Stove hat.

Einziger Wermutstropfen für Besteller, denen bei dem – derzeit ausschließlich – Rindfleischangebot schon beim Anklicken das Wasser im Mund zusammenläuft: Es ist nicht sicher, dass das Gewünschte auf dem Grill oder in der Pfanne landet. Gertenbach: „Geschlachtet wird ein Tier erst, wenn es komplett mit allem, was es an sich hat, verkauft worden ist. Früher wurde das auch so gehandhabt, dass Teile eines Tieres aufs Dorf verteilt wurden.“ Und das heißt konkret: Sind zur Schlachtung fünf Fleischpaketbestellungen notwendig, müssen die in einem bestimmten Zeitraum erreicht werden. Ein „Wartebalken“ zeigt Konsumenten virtuell an, wie viel von ihrem Tier theoretisch „verkauft“ ist. „Wer eine offene Bestellung hat, bekommt von uns rechtzeitig Bescheid, dass sie womöglich nicht ausgeliefert werden kann.“

Im Moment sind Laura Gertenbach und ihre Mitstreiterinnen Julia Stüwe und Luise Schröder dabei, ihre Marke in Mecklenburg- Vorpommerns Viehbetrieben bekannt zu machen. Nach Rind- soll im Herbst auch Schweinefleisch angeboten werden, Gertenbach liebäugelt zudem mit Wild. „Und da wir eine Art Lebensmittel-Boutique werden wollen, wird es nicht nur bei Fleischangeboten bleiben.“ Honig könne sie sich als weiteres Produkt vorstellen.

Was für Julia Stüwe einer der Anstöße zum Mitmachen war? „Wir unterschreiten mit unserer Angebotsmethode sogar von der EU festgelegte Richtlinien“, sagt die 24-jährige Medienwissenschaftsstudentin.

„Unsere Tiere fahren immer weniger als die maximal gestatteten 200 Kilometer, bevor sie geschlachtet werden.“ Und je kürzer der Weg, desto weniger Stresshormone schütten sie aus.

Laura Gertenbach möchte mit „Oberlecker“ zudem Rindsteile wieder populär machen, die längst in Vergessenheit geraten seien. Etwa die Verwendung von der Rindszunge oder das Flankensteak. „In den USA gehört das Flankensteak zu jedem guten Barbecue dazu“, sagt Luise Schröder (23). Sie versorgt die Nutzer der Webseite nicht nur mit einem Internetmagazin, sondern auch mit Rezepten. Zungentartar mit Trüffel zum Beispiel.

Deutschland im Mittelfeld

8,9 Kilogramm Rind- und Kalbsfleisch verzehrt der Deutsche laut einer Statistik des Bundesmarktverbandes für Vieh und Fleisch (Stand 2014). Mit allen Sorten liegt die Zahl bei etwa 60 Kilo Fleischverzehr – das ist europä- isches Mittelmaß. Spanien lag in mehreren Jahren regelmäßig an erster Stelle. 396 Euro haben Deutsche laut Zahlen 2010 für Fleisch ausgegeben – weniger als die Italiener bei gleichem Verzehr (537 Euro).

Claudia Tupeit

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