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Gelbensandes Energie-Chef beklagt „Kampagne“ aus Neid

Gelbensande Gelbensandes Energie-Chef beklagt „Kampagne“ aus Neid

Einige Gemeindevertreter wollen ihm persönlich schaden, sagt Frank Eisermann

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„Auf einer Sitzung wurde uns noch gesagt, er verdiene weniger als seine Mitarbeiter.“Bodo Erbach Gemeindevertreter

Gelbensande. Die Zahl sorgt in Gelbensande für Aufregung: Der Geschäftsführer der kommunalen Energieversorgung EVG, Frank Eisermann, soll eine Gehaltserhöhung um 55 Prozent erhalten haben. Das behauptet Gemeindevertreter Bodo Erbach (Wählergemeinschaft Sportverein Grashopper). Eisermann weist das nun deutlich zurück. „Es sind 5,79 Prozent“, stellt der EVG-Geschäftsführer klar. Erbach ziehe als Grundlage für die Berechnung das Anfangsgehalt im Jahr 2004 heran, so Eisermann. „Über die Jahre ist mein Gehalt aber kontinuierlich angepasst worden.

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Einige Gemeindevertreter wollen ihm persönlich schaden, sagt Frank Eisermann

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Das kann ich anhand der Lohnbuchhaltung beweisen.“

Auch sei das Gehalt des Geschäftsführers im jährlichen Wirtschaftsbericht der EVG ausgewiesen – und diesen habe jeder Gemeindevertreter zu Hause liegen. Erbach und seine Mitstreiter hätten daher wissen müssen, dass sein Gehalt längst höher sei, sagt Eisermann. Für ihn ist klar: „Das ist eine Kampagne aus Neid und Missgunst, in der sich nicht gescheut wird, Tatsachen zu ignorieren. Auf der Grundlage von Annahmen und Vermutungen sollen Entscheidungen herbeigeführt werden, die mir persönlich und dem Bürgermeister Lutz Koppenhöle schaden sollen.“

Kritiker fordern Zukunftsvision

Aus Sicht von Erbach machen Eisermanns Ausführungen die Sache nur schlimmer. Denn in der Beschlussvorlage zur Änderung des Geschäftsführervertrages sei keine Rede davon gewesen, dass es sich um Eisermanns Anfangsgehalt handele. „Wir sind also seit Jahren verschaukelt worden. Ohne unser Wissen ist das Gehalt stetig erhöht worden“, so Erbach.

Er und Rolf Reuter (Bürgerinteressen Gelbensande/Willershagen) wollen am Bonussystem bei der Bezahlung des Geschäftsführers festhalten. Die Vergütung soll an die Kundenzufriedenheit gekoppelt werden. Berücksichtigt werde dabei, dass Eisermann als geringfügig Beschäftigter auch Geschäftsführer der kommunalen Wohnungsgesellschaft WGG sei. „Jedes Jahr soll es eine Befragung aller Mieter geben“, sagt Reuter.

Am liebsten würden die beiden Gemeindevertreter Eisermann sogar absetzen. Ihre Hauptkritik: Die Heizkosten seien extrem hoch, weil die EVG nicht in bessere Leitungen investiere – so wie es eine Gutachten empfehle. Der Wärmeverlust betrage 40 Prozent. „Die Mieten sind günstig, der Vorteil wird aber durch hohe Heizkosten aufgefressen. Wir verstehen nicht, warum da nichts passiert.“ Zwar habe die EVG im Jahr 2016 78000 Euro investiert – 31000 flossen aber nur in einen neuen Dienstwagen. Erbach und Reuter fordern stattdessen Investitionen in Spielplätze, Sitzgelegenheiten, Fahrstühle und Photovoltaik-Anlagen. „Wir brauchen eine Zukunftsvision. Die Gelbensander sollen sich wohlfühlen“, so Reuter.

Geschäftsführer will investieren

Eisermann macht eine ganz andere Rechnung auf. Bei seinem Amtsantritt seien EVG und WGG so gut wie insolvent gewesen. Jetzt seien beide Unternehmen wirtschaftlich gesund und hätten zusammen ein Barvermögen von einer Million Euro. Die Altschulden der WGG lägen bei acht Millionen Euro. Durch seine Doppelfunktion habe Eisermann der Gemeinde in 13 Jahren 800000 Euro Lohnkosten erspart.

In den Wohnblöcken liegen die Heizkosten bei durchschnittlich 17,88 Euro pro Quadratmeter im Jahr. Was laut Heizspiegel des Deutschen Mieterbundes ein erhöhter Wert ist. Bei den Eigenheimen liegen die Gelbensander im mittleren Bereich. Doch: „Selbst wenn wir unser gesamtes Fernwärmenetz verjüngern würden – was Millionen kosten würde – wäre nur ein Einsparpotenzial von zehn Prozent möglich“, sagt Eisermann. In einem Gutachten sei auch nur die Isolierung von Knotenpunkten bemängelt worden. „Das haben wir behoben.“ Die Netzverluste der EVG seien in der Leitungsführung begründet – statt einer sternförmigen Ausrichtung gebe es ein langes Leitungsnetz. Und: „Weil fast alle Kunden die Fernwärme nicht nur zum Heizen brauchen, sondern auch fürs Warmwasser, ist die EVG gezwungen, ganzjährig permanent mit hoher Vorlauftemperatur das Netz zu bedienen.“ Im Sommer werde die vorgehaltene Wärme aber nicht abgerufen.

Zudem habe die WGG in diesem Jahr in neue Spielgeräte investiert und den Spielplatz saniert. Das Anbringen von Fahrstühlen lehnt Eisermann ab – es würde die Mieten in die Höhe treiben. Und Photovoltaik-Anlagen habe die Gemeindevertretung vor Jahren erst gewollt und dann doch nicht mehr. Aufgrund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung seien nun umfängliche Verschönerungsarbeiten geplant. So soll in den nächsten Jahren die Fassade der Wohnblöcke schrittweise erneuert werden.

Mit Blick auf Erbach und Reuter ist für Eisermann klar: „Die haben sich vor den Neuwahlen zu weit aus dem Fenster gelehnt mit dem Versprechen, dass sie Heizkosten und Mieten senken werden.“ Das sei aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich.

André Wornowski

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