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Genossenschaften investieren Millionen in neue Wohnungen

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Genossenschaften investieren Millionen in neue Wohnungen

Die Wohnungsgesellschaften in der Hansestadt bauen so viel wie seit Jahren nicht mehr / Die WG Warnow feierte gestern Richtfest für ein neues Wohnhaus am Patriotischen Weg

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Richtfest am Patriotischen Weg: Dort baut die WG Warnow fünf neue Wohnungen. Beim Festakt im vierten Stockwerk waren Dirk Aulerich (v. l.), Senator Holger Matthäus, Thomas Paulus und Ralf Mielke (WG Warnow) und Aufsichtsrat Werner Stopperka dabei.

Quelle: Andreas Meyer

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Rostocks Einwohnerzahl steigt – nach den Schätzungen des Rathauses auf 230000 Einwohner bis 2035. Das große Problem: Es fehlt Wohnraum.

Bausenator Holger Matthäus (Grüne) schätzt, dass in den kommenden Jahren bis zu 10000 neue Wohneinheiten in der Hansestadt entstehen müssen. Und das wird der größte Vermieter Rostocks, die stadteigene Wiro, allein nicht schaffen können. Muss sie aber auch nicht: Denn auch die Wohnungsgenossenschaften investieren kräftig. Der beste Beweis: Gestern wurde am Patriotischen Weg Richtfest für fünf Wohnungen der WG Warnow gefeiert.

„Wir wollen und wir müssen unseren Bestand erweitern“, sagt Thomas Paulus, Prokurist der Genossenschaft und Leiter des Bereichs „Technik“. Bislang habe die WG Warnow vor allem „Plattenbauten“ im Bestand. „Aber wir wollen auch für Mitglieder etwas bieten, die nicht in großen Wohnblöcken wohnen mögen.“ In der KTV entstehen deshalb fünf großzügige Wohnungen – für Paare oder kleine Familien. 1,6 Millionen Euro gibt die WG Warnow für den Neubau und die Sanierung des Nachbarhauses am Patriotischen Weg aus. Die Miete soll bei zehn Euro pro Quadratmeter liegen.

Aber damit nicht genug: „Wir investieren derzeit bis zu zehn Millionen Euro pro Jahr in Neubauten“, sagt Vorstandschef Hagen Hildebrandt. Jahr für Jahr will er rund 50 neue Wohnungen bauen. Zum Beispiel auch in Warnemünde: „Dort haben wir gerade die Baugenehmigung für 15 Wohneinheiten an der Richard-Wagner-Straße erhalten“, verrät Prokurist Paulus. Am Heinrich-Heine-Platz in Dierkow plant die WG Warnow Einfamilien- und auch Doppelhäuser. Zusammen rund 28 Wohnungen. „Das Areal haben wir 2015 vom Land gekauft.“ In Hohe Düne läuft eine Bauvoranfrage für 15 Wohnungen, am Laakkanal im Norden von Groß Klein will die WG ebenfalls bauen. „Groß Klein ist ein attraktiver Standort – vor allem für Senioren, die nach Rostock ziehen. Von dort aus sind sie schnell an der See“, sagt Paulus.

Doch nicht nur die WG Warnow investiert kräftig: Auch die Wohnungsgenossenschaft Schifffahrt- Hafen baut. Ebenfalls in der KTV, am Patriotischen Weg. Sechs Millionen Euro fließen dort, so Vorstand Andreas Lübcke, in den Bau von 40 neuen Wohnungen mit Tiefgarage. „Und wir haben noch weitere Projekte in Vorbereitung. Die sind aber noch nicht spruchreif.“ Ina Liebing, Vorstand bei der WG Neptun, hingegen kann schon genau sagen, wo sie in den kommenden Jahren insgesamt mehr als 20 Millionen Euro verbauen will: „An der Friedrichstraße haben wir gerade zwölf neue Wohnungen geschaffen. An der Aleksis-Kivi-Straße in Evershagen stocken wir zudem einen Wohnblock auf. Da entstehen vier neue Wohnungen.“ Das größte Vorhaben aber plant die WG Neptun im Petriviertel: „Dort wollen wir 70 Wohneinheiten bauen. Das kostet einen zweistelligen Millionen-Betrag“, so Liebing. Dass die Wohnungsgenossenschaften so viel Geld in die Hand nehmen – ja, das sei nötig: „Wir haben praktisch keinen Leerstand mehr, brauchen dringend die Neubauten.“ Wenn die Stadtverwaltung noch mehr Bauland ausweise, würden die Genossenschaften auch noch mehr bauen.

Ebenfalls auf Wachstumskurs ist die WG Marienehe. Die Genossenschaft baut auf dem Gelände der ehemaligen Neptunwerft rund 110 barrierearme Wohnungen sowie Räume für Pflegedienste, Zahnärzte und ein Café. „Wir erfüllen mit diesem Neubau die hohe Nachfrage unserer Mitglieder nach Wohnraum in Innenstadtlage und Nähe zur Warnow“, sagt Marienehe-Vorstand Hans-Joachim Lüdemann. Und Volker Fritz, Vorstand der WG Union, hatte erst kürzlich Pläne für den 40 Millionen Euro teuren Neubau eines Hochhauses mit 110 Wohnungen in Lütten Klein vorgestellt. Zudem will die WG Union am Hellberg (Südstadt), am Kurt-Schumacher-Ring und der Gutenbergstraße (beide Dierkow) bauen – zusammen 269 neue Wohnungen für den angespannten Immobilienmarkt.

Investitionen in Zahlen

379 neue Wohnungen plant allein die WG Union in den kommenden Jahren in Rostock. Das spektakulärste Projekt ist der Bau eines knapp 70 Meter hohen Hochhauses in Lütten Klein.

1,6 Millionen Euro verbaut die WG Warnow derzeit am Patriotischen Weg. Das Geld fließt in einen Neubau und in die Sanierung eines bestehenden Wohnhauses.

2019 soll das Großprojekt der WG Marienehe auf dem Neptun-Areal komplett fertig sein – mit 110 Wohnungen.

Andreas Meyer

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