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Glatter Aal: Luxus statt Erdloch

Stadtmitte Glatter Aal: Luxus statt Erdloch

Irischer Investor präsentiert Pläne für neues Hanse Karree / Baustart noch im Mai 2017

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Die irischen Investoren Patrick und Mary McGrath und ihr Deutschland-Chef Christian Solbrig planen auf dem Glatten Aal ein exklusives Wohnhaus. Noch haben dort die Archäologen das Sagen.

Quelle: Fotos: Andreas Meyer

Stadtmitte. Nach fast zehn Jahren Diskussion sollen im Mai nun die Bagger auf einer der bekanntesten Brachen der Hansestadt rollen: Auf dem Glatten Aal wird noch in diesem Jahr gebaut – aber anders als bisher geplant. Der Eigentümer, die Randalswood-Gruppe des irischen Investor Patrick McGrath hat kurz vor dem Baustart ihre Planungen für das Areal noch mal komplett umgeworfen. Auf dem Baufeld Nummer eins, dem ehemaligem Parkplatz neben der alten Post, soll nun kein Hotel mehr entstehen – sondern ein Wohnhaus. Der Name des Projektes „Hanse Karree“.

OZ-Bild

Irischer Investor präsentiert Pläne für neues Hanse Karree / Baustart noch im Mai 2017

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45 Millionen Euro

soll der erste Teil der

Bebauung des Glatten

Aals kosten. Die

Wohnungen im „Hanse

Karree“ kosten

Minimum

250000 Euro.

Was die Gewerbe-

Flächen angeht, haben wir erste Gespräche geführt.

Jana Blaschka Engel & Völkers

500000 Euro pro Wohnung

Dass die Iren umsteuern auf dem Glatten Aal ist bereits seit einigen Wochen bekannt. Doch erst gestern ließen McGrath und das beauftragte Maklerbüro Engel & Völkers erste Details blicken: 80 exklusiven Apartments in bester Lage sollen auf der Teilfläche entstehen. „Im Erdgeschoss planen wir mit Gewerbe“, sagt Jana Blaschka. Bei Engel & Völkers in Rostock ist sie für Gewerbeprojekte zuständig. Auf insgesamt 1700 Quadratmetern sollen Geschäfte einziehen. Welche das sind, lassen die Verantwortlichen aber offen: „Wir haben erste Gespräche geführt. Mehr können wir derzeit noch nicht sagen“, so Blaschka. Ab der ersten Etage entstehen dann Wohnungen – vom Zwei-Raum- Apartment mit knapp 60 Quadratmetern bis hin zum luxuriösen Penthouse mit mehr als 200 Quadratmetern Wohnfläche und eigener Dachterrasse. Die Eigentumswohnungen sollen zwischen 250000 Euro und knapp 600000 Euro kosten. Je nach Ausstattung. „Der Preis liegt im Schnitt bei 3200 Euro pro Quadratmeter. Das ist für Rostocker Verhältnisse nicht übermäßig viel“, sagt Blaschka. Zudem wird es 74 Stellplätze in einer Tiefgarage geben.

Investor reagiert auf Kritik

Warum die Idee eines Hotels nun vom Tisch ist – eine klare Antwort blieb selbst Investor McGrath schuldig. Nur so viel ließ er dann doch durchblicken: Dass es an den ursprünglichen Planungen so viel Kritik geben würde, hätten die Iren im Vorfeld nicht erwartet. Als „DDR-Architektur“ war der erste Plan für den Glatten Aal zum Beispiel im Bauausschuss verspottet worden. Auch der Ortsbeirat der Stadtmitte lehnte sich gegen die aus seiner Sicht unattraktive Gestaltung in bester Lage auf. „Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass ein Projekt nur Erfolg hat, wenn es auch akzeptiert wird“, so Christian Solbirg, der Deutschland-Chef von Randalswood. Also habe sich McGrath mit der Stadt erneut an einen Tisch gesetzt. „Uns wurde wiederholt der Wunsch nach mehr Wohnraum im Stadtzentrum zugetragen. Außerdem ist Wohnen heute auch für uns als Investor wirtschaftlicher.“ Soll heißen: Mit dem Verkauf von Wohnungen lässt sich mehr Geld als mit Hotels verdienen.

Und noch ein Punkt ist Solbrig, dessen Arbeitgeber bereits Projekte in Dublin, London und Bristol umgesetzt hat, wichtig: „ Wir haben uns einen neuen Architekten gesucht.“ Carsten Nielsen vom Rostocker Architektur- und Ingenieurunternehmen Inros Lackner entwarf den neuen Glatten Aal. „Ihm ist die Symbiose zwischen moderner Architektur und dem historischen Vorbild aus der Hansestadt gelungen“, urteilt Solbrig. Der Clou: Das Wohnhaus bekommt einen eigenen Garten, einen Innenhof. „So wie ihn die Häuser früher auch hatten.“ Gesamtkosten: rund 45 Millionen Euro.

Auch Baufeld 2 wird überplant

Neue Pläne entwickelt McGrath derzeit auch für das zweite Baufeld, auf der ein Einkaufszentrum entstehen soll. Doch was diesen Teil des Glatten Aals angehe, stünden die Überlegungen erst am Anfang.

Solbrig und McGrath halten sich deshalb noch bedeckt – auch zu den Fragen, ob dort ein Hotel entstehen wird. „Je schneller wir konkrete Pläne haben desto besser. Aber derzeit gibt es dazu noch nichts zu sagen.“ Klar sei nur, dass Randalswood auch auf die Kritik von Nachbarn reagieren werde: Denn ein Unternehmen, dass in direkter Nachbarschaft ebenfalls Wohnungen baut, hatte mit Klage gegen das geplante Parkhaus gedroht: 500 Stellplätze sollten am Glatten Aal entstehen. Nun wird ein Großteil unter die Erde verlegt.

Stadt begrüßte neue Ideen

Rostocks Vize-Oberbürgermeister Chris Müller (SPD) begrüßte die neuen Planungen gestern: „Wir warten am Glatten Aal seit vielen Jahren, dass aus einem Parkplatz endlich etwas Tolles wird. Das erinnert mich stark auch an die Mittelmole.“ Er freue sich, dass der Investor nicht nur an Gewinne, sondern auch an seine Verantwortung gegenüber der Stadt gedacht habe: „Wir wollen den östlichen Teil des Zentrums beleben – mit Wohnungen, aber auch mit Geschäften. Das verträgt die City gut.“

Andreas Meyer

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