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Glatter Aal: Start für 100-Millionen-Bau

Stadtmitte Glatter Aal: Start für 100-Millionen-Bau

Gestern haben die Arbeiten für das Rosengarten-Center begonnen / Handel und Rathaus sind erleichtert

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Nur noch Schutt und Staub: Am Glatten Aal haben gestern die Arbeiten für den Bau des Rosengarten-Centers begonnen.

Quelle: Frank Söllner

Stadtmitte. Jetzt schaffen die Bagger Tatsachen: In Rostocks Innenstadt haben gestern die Arbeiten an einem der wohl umstrittensten Projekte der jüngeren Vergangenheit begonnen. Obwohl sowohl der Ortsbeirat als auch der Bauausschuss „Nein“ zu den Planungen gesagt haben, hat der irische Investor Patrick McGrath mit dem Bau des 100 Millionen Euro teuren Rosengarten-Centers auf dem Glatten Aal begonnen.

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Gestern haben die Arbeiten für das Rosengarten-Center begonnen / Handel und Rathaus sind erleichtert

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Das Projekt in Zahlen

532 Parkplätze sind im Rosengarten-Center geplant – so steht es jedenfalls in der Baugenehmigung der Stadt.

258 Betten soll das neue Hotel haben, das in den oberen Etagen am neuen Glatten Aal geplant ist. Einen Betreiber gibt es dafür noch nicht.

5000 Quadratmeter Verkaufsfläche werden die Geschäfte im Rosengarten-Center haben.

Am Dienstagabend parkten noch Autos auf der asphaltierten Brache gleich neben der alten Post. Gestern Morgen rückten dann die Bautrupps ein: Das Areal wurde eingezäunt, ein einzelner Bagger begann mit dem Abriss des alten Toilettenhäuschens mitten auf dem Platz. Dass die Arbeiten an dem Großvorhaben, das aus einem Hotel mit 258 Gästebetten sowie einem Einkaufszentrum mit mehr als 5000 Quadratmetern Verkaufsfläche besteht, genau am 1. Juni starten, ist kein Zufall: Hätte McGrath gestern nicht begonnen, wäre das Grundstück wieder in den Besitz der Stadt übergegangen. Der Ire hat sich gegenüber dem Rathaus verpflichtet, bis zur Jahresmitte mit dem Bau zu starten. Dass die Randalswood Gruppe, so der Name von McGrath’ Firma, sich an die Vereinbarung gehalten hat – aus Sicht von Bausenator Holger Matthäus (Grüne) sind das gute Nachrichten: „Zunächst wird jetzt der Asphalt abgetragen, dann rückt der Munitionsbergungsdienst an und sucht das Gelände nach Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg ab“, sagt Matthäus. Erst danach sind die Fachleute des Archäologischen Landesamtes dran: „Sie werden das Erdreich nach Zeugnissen der Rostocker Geschichte durchsuchen.“ Allein das könne Monate dauern, bis zu einem halben Jahr. „Und so lange haben wir natürlich auch noch Zeit, mit dem Investor über die Gestaltung der Neubauten zu sprechen“, sagt der Senator.

Denn genau das ist seit Monaten der größte Streitpunkt zwischen den Kommunalpolitikern, den Iren und auch dem Rathaus: Ortsbeirat und auch Bauausschuss haben das Rosengarten-Center abgelehnt. Aus optischen Gründen. Die beiden geplanten Neubauten erinnerten an „DDR-Architektur“ war nur einer der Vorwürfe. Eine Baugenehmigung hat McGrath dennoch: Denn für die spiele die Optik keine Rolle, heißt es aus dem Rathaus.

Frank Giesen (CDU), der Vorsitzende des Bauausschusses, räumt Fehler auf Seiten der Stadt ein: „Für die Nordkante werden wir einen Bebauungsplan aufstellen, in dem wir auch die Fassadengestaltung festlegen können. Das haben wir am Glatten Aal versäumt.“ Er sei nun erst mal froh, dass McGrath anfange: „Wir beseitigen einen Missstand mitten in der Stadt. Das ist die gute Nachricht. Und der Investor hat mehrfach zugesagt, dass er über die Fassaden noch mit sich reden lässt.“

Darauf hoffen auch die bestehenden Händler in der Innenstadt: „Die bisherigen Außenansichten können nicht der letzte Stand sein. Das ist nicht, was wir uns für diese Lage wünschen“, sagt Peter Magdanz vom Rostocker City-Kreis. Den Bau des Centers an sich begrüßt die Händler-Vereinigung aber ausdrücklich: „Wir haben 70000 Quadratmeter Verkaufsfläche in der Innenstadt, wollen uns auf 110000 steigern. Wir brauchen die Nordkante und das Rosengarten-Center, um den östlichen Teil der Kröpeliner Straße zu beleben.“ Und: „Wir wünschen uns im Center qualitativ hochwertigen Handel.“

Als wichtigster Mieter wird die irische Billig-Modekette Primark gehandelt. Denis Madden, Sprecher von Randalswood, will dazu noch nichts sagen: „Wir werden einen guten Mix anbieten.“ Das Rosengarten-Center werde Kröpi, KTC und den Rostocker Hof „ergänzen“. Wann die Gebäude bezugsfertig sein sollen, ließ er offen.

Der erste Nachbar hat aber bereits rechtliche Schritte gegen den Bau eingeleitet: Ines Kagerer – ihre Firma PMC baut in Nachbarschaft zum Glatten Aal ein neues Wohnhaus – hat Widerspruch gegen die Baugenehmigung erhoben. Denn: Im neuen Center ist auch ein Parkhaus mit mehr als 530 Stellplätzen geplant. Kagerer sagt, die Auswirkungen von Lärm und Licht seien nicht ausreichend untersucht worden.

„Wir wollen nur unsere Mieter und Käufer schützen“, so Kagerer.

Andreas Meyer

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