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Hafen baut Spitzenposition aus

Überseehafen Hafen baut Spitzenposition aus

Umschlag gesteigert / Rostock Port erwartet auch Wachstum durch Vertiefung des Seekanals

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Überseehafen. Der Rostocker Seehafen hat seine Position als umschlagstärkster deutscher Ostseehafen untermauert. Ein kräftiges Plus von sieben Prozent konnten die Geschäftsführer von Rostock Port, Gernot Tesch und Jens A. Scharner, gestern verkünden. 26,8 Millionen Tonnen Güter wurden im Jahr 2016 umgeschlagen, das zweitbeste Ergebnis in der 60-jährigen Geschichte nach 2008. Die Blicke bei Rostock Port gehen jedoch in die Zukunft: Vor allem mit der Vertiefung des Seekanals verbinden Tesch und Scharner große Hoffnungen.

Wir hatten Wachstum in allen Segmenten.Gernot Tesch

Rostock Port

Mehr Passagiere und Lkw auf den Fähren

Der Hafen wird wettbe- werbsfähig bleiben.Jens A. Scharner

Rostock Port

„Allein die Ankündigung sorgt für steigende Nachfrage im Getreidebereich“, berichtet Gernot Tesch. Die Vertiefung des 13 Kilometer langen Seekanals von 14,5 bis 16,5 Meter steht nun offiziell im Bundesverkehrswegeplan. Dann können Schiffe mit einer Ladung von bis zu 120 000 statt bisher 60000 Tonnen Rostock anlaufen. „Mehr geht in der Ostsee nicht. Dann haben wir eine ähnliche Wettbewerbssituation wie Danzig“, erklärt Jens A. Scharner. Der Hafen werde so beim Getreideumschlag auch für Landwirte südlich von Berlin oder in Tschechien interessant. 20 bis 25 Prozent mehr Ladung und sinkende Stückkosten seien möglich, vermutet Scharner.

Irgendwann nach 2020, hoffen die Rostock Port-Chefs, wird das mehr als 100 Millionen teure Vorhaben umgesetzt. Technische Probleme sieht der Hafen nicht. Ein Vorteil bei der geplanten Vertiefung sei, dass der vorhandene Seekanal hin zur Kadetrinne bereits in den 1990er Jahren künstlich angelegt worden sei, sagte Scharner. Schon damals seien Vorkehrungen für eine zweite Ausbaggerung getroffen worden.

Mit der Seekanalvertiefung müssen im Hafen auch die Liegeplätze für die größeren Schiffe fit gemacht werden. Damit werde begonnen, sobald die Planungen des Bundes konkret würden, kündigt Gernot Tesch an. Bereits für dieses Jahr stehen bei Rostock Port jedoch umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur an. Allein in den ersten Tagen des neuen Jahres löste Rostock Port Aufträge im Umfang von zwölf Millionen Euro aus. Für Investitionen in Flächen und Gebäude plant Rostock Port in diesem Jahr etwa 7,7 Millionen Euro, für die Erneuerung von Kaianlagen etwa 22 Millionen Euro ein. Im Ölhafen stehen Investitionen von rund vier Millionen an, um den östlichen Querkai und die Steganlage an den Liegeplätzen 3 und 4 zu erneuern. Weitere Vorhaben: Der Bau der neuen Teilanschlussstelle von der Autobahn in den östlichen Seehafen, um die Ost-West-Straße zu entlasten, der Abriss des alten Stellwerkes sowie der Neubau einer zweispurigen Verkehrsbrücke in das Gebiet östlich des Ölhafens.

All das sei nötig, versichern die beiden Geschäftsführer, damit sich der Hafen nachhaltig positiv entwickelt. Benötigt werde dazu auch das zweite Kreuzfahrtterminal in Warnemünde, um die Spitzenposition an der deutschen Ostseeküste zu halten – spätestens 2020 steht es, so der Wunsch bei Rostock Port. Im Kreuzfahrtbereich habe der Hafen in den vergangenen Jahren „ein bisschen von der Substanz“ gelebt, sagte Jens A. Scharner. „Wir sind, glaube ich, der produktivste Kreuzfahrthafen der Welt“– weil nur wenig Fläche für Schiffe und die Abfertigung der Passagiere vorhanden ist.

„Wir sind zuversichtlich, dass der Hafen wettbewerbsfähig bleibt“, erklär Jens A. Scharner. Er weiß genau, dass es mit der Umschlagsentwicklung auch mal wieder bergab gehen kann. Um so mehr konnten sich gestern beim Neujahrsempfang alle über das gute Jahr 2016 freuen, auch die Gesellschafter, Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) für die Stadt und Staatssekretärin Ina-Maria Ulbrich für das Land.

„Vor allem in den tonnenintensiven Hauptgutarten Flüssiggut, Schüttgut sowie Fähr- und RoRo-Güter wurden bemerkenswerte Zuwächse erzielt“, fasst Gernot Tesch zusammen. Das Hauptaugenmerk müsse in den nächsten Jahren auf dem Ausbau der Infrastruktur liegen, um die Voraussetzungen für weiteres Wachstum im Rostocker Überseehafen zu schaffen. Methling und Ulbrich sicherten volle Unterstützung zu.

28,6 Millionen Tonnen Güter wurden 2016 in den Rostocker Häfen umgeschlagen, fünf Prozent mehr als 2015. 26,8 Millionen Tonnen gingen im Seehafen über die Kaikante. 1,8 Millionen Tonnen steuerten Fischereihafen, Chemiehafen und andere Hafenanlagen bei.

8120 Anläufe von Fähr- und RoRo-, Fracht-, Tank-, und Kreuzfahrtschiffen gab es im Seehafen. Die Zahl der Fährpassagiere nach Dänemark, Schweden und Finnland erhöhte sich um 100 000 auf 2,3 Millionen. Auch die Zahl der beförderten Lkw stieg deutlich.

181 Anläufe von 31 Kreuzfahrtschiffen mit 766 000 Reisenden standen 2016 zu Buche.

Thomas Niebuhr

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