Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Hinweise nach TV-Sendung führten zu Betrügerpaar

KÜHLUNGSBORN Hinweise nach TV-Sendung führten zu Betrügerpaar

n. Eine aufsehenerregende Betrugsserie mit Ferienimmobilien in Kühlungsborn ist aufgeklärt. Ein 55 Jahre alter Mann und eine 52-Jährige aus dem Landkreis Rostock haben die Taten gestanden.

Voriger Artikel
Nordic Yards Werften verkauft
Nächster Artikel
Handynetze: Die Hansestadt hat höchste Priorität

Mit diesen Phantombildern wurden in der Serie „Aktenzeichen XY...ungelöst“ die Täter gesucht.

Kühlungsbor. n. Eine aufsehenerregende Betrugsserie mit Ferienimmobilien in Kühlungsborn ist aufgeklärt. Ein 55 Jahre alter Mann und eine 52-Jährige aus dem Landkreis Rostock haben die Taten gestanden. Sie hatten im Juli und August 2014 Dutzende Urlauber aus ganz Deutschland um Zehntausende Euro betrogen. Nachdem der Fall Ende Januar in der ZDF-Serie „Aktenzeichen XY... ungelöst“ geschildert wurde, gingen über 50 Hinweise bei der Polizei ein. Einige führten letztlich zu den Tätern, wie Staatsanwaltschaft Rostock und Polizei der Hansestadt gestern gemeinsam mitteilten.

OZ-Bild

n. Eine aufsehenerregende Betrugsserie mit Ferienimmobilien in Kühlungsborn ist aufgeklärt. Ein 55 Jahre alter Mann und eine 52-Jährige aus dem Landkreis Rostock haben die Taten gestanden.

Zur Bildergalerie

Da es sich hier um Betrug in besonders schwerem Fall handelt, müssen sie mit einer Haft pro Tat von sechs Monaten bis zu zehn Jahren rechnen.“Harald Nowack,

Sprecher Staatsanwaltschaft Rostock

Die Phantombilder zeigten einen Mann mit Brille und Mütze, eine Frau mit vollem Haar. Durch die ZDF-Serie waren die mutmaßlichen Täter im vergangenen Januar in ganz Deutschland zu sehen. Die Bilder und die Stimmwiedergabe durch ein mitgeschnittenes Telefongespräch brachten Hinweise, die den Verdacht auf den 55-Jährigen und die drei Jahre jüngere Frau lenkten. „Beide Beschuldigten haben die Tat gestanden“, sagt Polizeisprecherin Isabel Wenzel.

Die Täter hatten über die drei Internetportale www.ferienwohnungen.de, www.ostsee-ferienwohnungen.de und „Ebay Kleinanzeigen“ Inserate für eine preiswerte Ferienwohnung in Kühlungsborn geschaltet, ohne diese zu besitzen, teilt die Staatsanwaltschaft Rostock mit.

Die Urlauber, die die Wohnung buchen wollten, nahmen Kontakt zu den Tätern auf und überwiesen zum Teil den vollen Mietpreis im Voraus. In einigen Fällen sei das Geld auch von anreisenden Gästen an einem Parkplatz im Raum Rostock direkt an die mutmaßlichen Täter übergeben worden. Als die Urlauber dann im Ostseebad anreisten, fanden sie jedoch kein Quartier vor.

Durch den persönlichen Kontakt war es den Betrugsopfern jedoch möglich, die Phantombilder zu erstellen, sagt Harald Nowack, Sprecher der Staatsanwaltschaft Rostock. Auch die Hinweise eines sogenannten Finanzagenten wurden dafür genutzt. Dieser ist laut Nowack bereits verurteilt. Er habe den Tätern das Konto zur Verfügung gestellt, sei aber kein Komplize. Er beteuerte vor Gericht, die Hintergründe des Betrugs nicht durchschaut zu haben. „Er ist nicht wegen Betrugs verurteilt, sondern wegen Geldwäsche“, erläutert Harald Nowack.

Gegen die beiden mutmaßlichen Haupttäter wird die Staatsanwaltschaft Rostock jetzt Anklage erheben. „Da es sich hier um Betrug in besonders schwerem Fall handelt, müssen sie mit einer Haft pro Tat von sechs Monaten bis zu zehn Jahren rechnen“, sagt Sprecher Harald Nowack.

Mehrere Dutzend Urlauber waren im Jahr 2014 betroffen (die OZ berichtete). Als ein Internetseiten-Betreiber den Betrug entdeckte, hatten bereits 58 Urlauber bezahlt. Mehr als 50 Geschädigte aus ganz Deutschland hatten Ende August 2014 Anzeige erstattet.

Einen Fall dieser Größenordnung habe es bis dahin in Mecklenburg-Vorpommern noch nicht gegeben, sagte Tobias Woitendorf, Sprecher des Landestourismusverbandes. „Auch in MV gibt es immer mal wieder Betrügereien mit Ferienwohnungen — so etwas wie in Kühlungsborn ist aber die Ausnahme.“

Mit der Ausstrahlung der Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ winkten auch 3000 Euro als Belohnung für Hinweise. „Über die Zuerkennung und Verteilung der Belohnung wird unter Ausschluss des Rechtswegs entschieden“, teilen Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

OZ

Von Anja Levien

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
5:1-Derbysieg: Favorit PSV dreht nach der Pause auf

Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte gewinnen die Ribnitz-Damgartener gegen den TSV Wustrow am Ende noch deutlich