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Hoch hinaus in Heli und Ballon

PURKSHOF Hoch hinaus in Heli und Ballon

Vor 20 Jahren gründete Peer Olaf Wagner seine Luftfahrtfirma / Wetterveränderungen treiben Kosten hoch

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Berufspilot Peer Olaf Wagner (45) mit seinem Helikopter R44. Fotos (3): Jürgen Falkenberg

Purkshof. Wer mit der Wurstdose die Alpen überquert, muss nicht Wanderer oder Bergsteiger sein. Anfang des neuen Jahrtausends schaffte es Peer Olaf Wagner in der Gondel seines Heißluftballons in Wurstdosenform. Beiderseits der Alpen machte er Werbung für die „Rostocker“. „Es war ein besonderes Erlebnis“, sagt der Ballonfahrer und Hubschrauberpilot aus Blankenhagen.

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Vor 20 Jahren gründete Peer Olaf Wagner seine Luftfahrtfirma / Wetterveränderungen treiben Kosten hoch

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Nicht jedem jungen Mann gelingt es, seinen Jugendtraum zu erfüllen. Peer Olaf Wagner, den heute 45-Jährigen, zog es schon als Student in die Luft. Der Fliegerclub Rostock wurde sein Zuhause. Hier erwarb er nach der Wende den Motorsegelflieger-Pilotenschein. Es folgte die Ausbildung zum Ballonfahrer durch einen englischen Piloten am Chiemsee – die Firma Atlas suchte für ihren Werbeballon einen Ballonfahrer. Der Privatpilotenschein für Heißluftballons wurde zum Ausgangspunkt einer gewerblichen Karriere.

Wagners Studium endete – und die Luftfahrt- und Marketing GmbH namens „Happy Air“ startete durch. Inzwischen schaut der Ballonfahrer auf 20 Jahre Firmengeschichte zurück.

„Nach dem Kauf des Atlas-Ballons kamen in den Jahren weitere Werbeballons dazu. Die Flotte hatte zeitweilig fünf Ballons. Autohaus Matern, Grönfingers, Rostocker und Provinzial waren Werbeträger“, sagt Peer Olaf Wagner. Heute ist noch die 25 Meter hohe Erdbeere mit 4250 Kubikmeter Heißluft im Einsatz. Sie wurde 2006 in England gefertigt. Ein weiterer Ballon ist in Reserve. Mehr als 1300 Ballonfahrten absolvierte er ohne Zwischenfälle. „Die Landung mit der Würstchendose im Hamburger Botanischen Garten war glücklich und ein Werbeerfolg“, sagt Wagner schmunzelnd. Bei Starts in Leipzig, Russland, Österreich und den Niederlanden brachte er seinen Ballon in die Höhe.

„Die Wetterveränderung der vergangenen Jahre macht den Ballonfahrern zu schaffen“, hat Wagner festgestellt. Täglich ist der Terminkalender voll, aber plötzliche, unvorhersehbare Windkapriolen führen zu Absagen. Trotz der ständigen Verbindung mit der Flugwetterstation werden die Windkarten immer ungenauer. „Das Wetter wurde zum negativen Kostenfaktor“, sagt der Pilot.

Peer Olaf Wagner schuf sich 2010 ein zweites Standbein, ein Luftfahrtunternehmen für Helikopter. Es ist das einzige dieser Art in MV. 2005 kaufte er sich einen Hubschrauber Bell 47. 2012 ersetzte eine Robinson R44 die Bell. Der kleine Viersitzer, Kosten etwa 400 000 Euro, wird in Kalifornien gebaut. Er wird bei der Firma Heli-Flight, Sitz im hessischen Reichelsheim, gewartet und hat seinen Hangar und seine Startplattform, einen umgebauten LKW, in Purkshof.

Vor dem Fliegen eines Helikopters stand aber auch für Wagner der Weg zum Hubschrauberpiloten. „2005 gab es die Ausbildung zum Privatpilotenschein in Rendsburg. Den Berufspilotenschein erwarb ich in den USA“, sagt Wagner. Von 2007 bis 2008 trainierte er in Oregon. „Es ist fantastisch, in den USA zu fliegen“, schwärmt er von einem Flug über Seattle.

Nun ist Alltag. Im Sommer wird fast täglich geflogen. Rundflüge vor allem für private Personen, aber auch Foto- und Filmflüge für Firmen über ganz Mecklenburg- Vorpommern stehen auf dem Programm.

„Auch im Film war ich mit meinem Ballon dabei“, sagt er und nennt „Zwei Millionen suchen einen Vater“. In Musikvideoproduktionen wirkte er ebenfalls mit.

„Bisher sind alle Ballonfahrten und Heli-Flüge unfallfrei verlaufen“, freut sich Peer Olaf Wagner. Befürchtungen hat er wegen der zunehmenden Zahl der Drohnen, die unkontrolliert vermehrt aufgelassen werden und die den Luftfahrzeugen gefährlich werden können. Der Blankenhäger wünscht sich, dass ihm solch eine Kollision erspart bleibt.

15 000 Passagiere

170 Liter Treibstoff fasst der Tank des Hubschraubers R44. Der Typ RavenI hat einen Vergasermotor. Drei Passagiere und der Pilot können mit einer Tankfüllung 600 Kilometer zurücklegen. Alle zwölf Jahre erfolgt die Grundüberholung des Fluggerätes.

13 000 Fahrten mit Heißluftballons kamen in 22 Jahren bei Peer Olaf Wagner zusammen. Etwa 15 000 Passagiere erlebten das Gleiten im Ballon ohne Zwischenfälle.

Jürgen Falkenberg

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