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Investor glücklich: Genehmigung für Wohungen am Glatten Aal

Stadtmitte Investor glücklich: Genehmigung für Wohungen am Glatten Aal

Bau kann aber wegen archäologischer Grabungen noch nicht beginnen

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Die Baugenehmigung liegt vor. Doch bevor die Bauarbeiten beginnen können, buddeln noch die Archäologen auf dem Glatten Aal.

Quelle: Foto: Ove Arscholl

Stadtmitte. Christian Solbrig kann es gar nicht abwarten: „Wenn es sein müsste, würde ich sogar mit dem Fahrrad von Berlin nach Rostock kommen.“ Objekt seiner Begierde ist die Baugenehmigung für den ersten Bauteil auf dem Glatten Aal. Am Montag kann sich der Geschäftsführer der Randalswood Germany GmbH die Papiere endlich abholen. Aber er wird wohl doch mit dem Auto kommen.

„Nach zwei Wochen intensivem Arbeitsprozess zwischen Investor, Planungsbüros und Verwaltung sind nun alle Unterlagen vollständig, geprüft und für genehmigungsfähig befunden“, sagt Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne). Damit stehe seitens der Bauverwaltung dem Vorhaben nichts mehr im Weg. „Wir dürfen uns als Stadt auf ein tolles Projekt freuen, was die Innenstadt erheblich mit Einzelhandel und Wohnungen beleben wird“, sagte Matthäus.

Mitte Oktober soll es dann losgehen: „Zunächst müssen wir die geplante Baugrube absichern, damit die umliegenden Straßen nicht abrutschen“, erklärt Solbrig. Denn die Grube soll bis zu sechs Meter tiefer liegen als das Straßenniveau. Die Absicherung soll auf zwei verschiedene Weisen in Angriff genommen werden: Zum Teil mit Betonpfählen, zwischen die Spritzbeton gefüllt wird, der Rest wird mit Stahlträgern versehen, zwischen die Holzbohlen gesetzt werden.

Um die Sicherungen zu setzen, muss ein Teil des Baufeldes wieder auf Straßenniveau aufgeschüttet werden, erklärte Solbrig: „Die Maschinen zum Einrammen der Pfähle sind so schwer, dass sie nicht auf die Straße dürfen.“Also brauchen sie eine Arbeitsplattform.

Bevor dann die eigentliche Grube ausgehoben werden kann, müssen jedoch die archäologischen Arbeiten abgeschlossen sein. Die laufen nach Angaben des obersten Landesarchäologen Detlef Jantzen seit einer Woche wieder, nachdem das Grabungsfeld zwischendurch regelrecht abgesoffen war (die OZ berichtete). „Veranschlagt sind drei Monate, und ich gehe davon aus, dass das ein realistischer Zeitplan ist“, sagte Jantzen.

Das Areal im Herzen der Altstadt gilt im wahrsten Sinne des Wortes als Fundgrube für Archäologen. Unter anderem wurden Latrinen entdeckt, die sich als Zeitkapsel für alle möglichen Überreste vergangener Jahrhunderte erweisen könnten.

Als spektakulärster Fund am Glatten Aal gilt bislang ein mittelalterliches Siegel. Das haben die Experten inzwischen etwas eingehender betrachtet: „Es stammt wahrscheinlich aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts und gehörte einem Domdekan, also dem obersten Domherren“, erklärte Jantzen.

Investor Christian Solbrig wird langsam ungeduldig: „Es ist schon verwunderlich, dass das so lange dauert. Das widerspricht den ursprünglichen Aussagen.“ Solbrig macht sich auch Sorgen, dass die Archäologen noch tiefer graben könnten als bis zum Boden der geplanten Baugrube. Doch Jantzen beruhigt: „Was nicht geborgen werden muss, wird auch nicht geborgen.“

Nichts Neues gibt es dagegen beim anderen Bauprojekt auf dem Glatten Aal, wo ein Einkaufszentrum entstehen soll. „Der zweite Teil auf dem Gelände der ehemaligen Chemie wird zu einem späteren Zeitpunkt eigenständig beantragt und genehmigt“, sagte Bausenator Matthäus.

Hanse-Karree

125 Eigentumswohnungen sollen auf dem Grundstück am Glatten Aal entstehen. Sie sollen zwischen 250000 und knapp 600000 Euro kosten. Im Erdgeschoss sollen Geschäfte auf insgesamt 1700 Quadratmetern einziehen. Zudem wird es 74 Stellplätze in einer Tiefgarage geben. Die Baukosten für das „Hanse-Karree“ sind mit 45 Millionen Euro kalkuliert. Ursprünglich sollte dort ein Einkaufszentrum mit Hotel entstehen. Es gab viel Kritik an dem Projekt „Rosengartencenter“. Daher wurden die Pläne geändert.

Unmut erregte auch der lange Stillstand auf der Baustelle. Seit Mai war dort nichts mehr passiert. Das Baufeld stand monatelang unter Wasser, das Unkraut wuchs bereits meterhoch.

Seit einer Woche arbeiten jetzt wieder die Archäologen am Glatten Aal.

Axel Büssem

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