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Investor plant Restaurant auf der Warnow

Stadthafen Investor plant Restaurant auf der Warnow

Robert Thömmes will am Stadthafen Rostocks erstes schwimmendes Lokal eröffnen / Stadt hofft auf neue Attraktion

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So sieht der umge- baute Ponton aus, der noch in Holland liegt und nach Rostock kommen soll.

Quelle: Thömmes

Stadthafen. Die Mieten in der ersten Reihe am Stadthafen kann sich Jung-Unternehmer Robert Thömmes nicht leisten. Weil er den Gästen seines neuen Restaurants aber dennoch einen unverbaubaren Blick auf die Warnow und die Stadtsilhouette bieten möchte, plant der Gastronom ein in Rostock einmaliges Projekt: Der 36-Jährige will nicht am, sondern auf dem Wasser ein Lokal eröffnen. Den Bausenator hat er bereits von dem Plan überzeugt.

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Thömmes stammt von der Insel Usedom, hat weltweit in der Tourismus- und Hotelbranche gearbeitet. In Frankreich und auf den kanarischen Inseln, in Venezuela und auch in Brasilien. Vor einigen Jahren zog es ihn nach Rostock. Der Liebe wegen. Nun will er mit dem ersten schwimmenden Restaurant ein Ausrufezeichen in der Gastronomie-Szene der Stadt setzen. „Die Idee habe ich schon seit einigen Jahren“, sagt der Unternehmer. Ursprünglich wollte er einen alten Raddampfer kaufen, der auf der Schlei in Schleswig-Holstein im Einsatz ist. Doch der Kauf kam nicht zustande. In den Niederlanden fand Thömmes Ersatz: Eine umgebaute Fracht-Barge, einen Ponton mit Restaurant oben drauf.

„Noch liegt der Ponton in der Nähe von Amsterdam“, so Thömmes. Aber die Barge sei ideal: „Sie hat zwei Decks: Unten sind die Küche, die Sanitärräume und ein Tagungsraum. Oben gibt es ein 200 Quadratmeter großes Restaurant – komplett unter Glas.“ Von jedem Tisch hätten die Gäste einen nahezu perfekten Blick: Der Aufbau mutet an wie ein riesiger Wintergarten. „Alle Fenster lassen sich öffnen, selbst das Dach“, erklärt Thömmes. Einen sechsstelligen Betrag will er für Kauf und Umbauten ausgeben. Genauer wird er nicht. Nur so viel weiß er schon: „Das Restaurant soll und wird eine besondere Atmosphäre haben. Und wir werden ,ehrliche‘ Küche bieten.“ Ehrlich – das heißt in diesem Fall „nicht abgehoben“, kein Sterne- Restaurant. „Schmecken soll es und die Gäste sollen satt werden.“ Fisch wird den größten Teil der Speisekarte einnehmen – natürlich, möchte man sagen – wenn auf dem statt am Wasser gespeist wird. „Vielleicht ist auch Platz für eine kleine Sushi- Bar.“

Warum Thömmes nicht einfach ein Lokal am Wasser mietet? „Zu teuer“, sagt er. „Die Mieten sind extrem hoch. Außerdem kann ich ein bestehendes Restaurant nicht nach meinen Wünschen umbauen.“ Und natürlich ist da noch das Alleinstellungsmerkmal: „Einen tollen Blick auf das Wasser haben viele Restaurants. Aber noch keines in Rostock hat einen tollen Ausblick vom Wasser.“

Zur Saison 2017 soll Thömmes’ schwimmendes Restaurant in Rostock festmachen. Am alten Fähranleger am Kabutzenhof. Wenn die Behörden mitspielen. „Ich habe mir das sehr einfach vorgestellt“, so der Gastronom. „Ich dachte, ich miete den Liegeplatz und gut ist es.“ Falsch: Weil die Barge über keinen Antrieb verfügt, braucht er eine formale Baugenehmigung. Den Bau- und Umweltsenator hat Thömmes schon überzeugt: „Ich bin hin und weg“, sagt Holger Matthäus (Grüne). „Endlich ein pfiffiger Unternehmer, der sich auf die Warnow traut.“ In anderen Städten gäbe es seit Jahren schwimmende Restaurants. In Rostock fehle das – von einigen Fischkuttern und schwimmenden Imbissen mal abgesehen. „Der Blick vom Schiff wäre jedenfalls fantastisch – Altstadt, Hafencity, Gehlsdorf. Die Gäste hätten alles im Blick.“

Einer Genehmigung stehe jedenfalls kaum noch etwas im Wege: „Der Investor muss in Sachen Brandschutz und Statik noch nachbessern. Aber das dürfte kein Problem sein“, so Matthäus. In den kommenden Wochen will die Stadt den Ortsbeirat KTV einbinden.

Zurückhaltend reagiert die bestehende Gastronomie-Szene: „Die Lage am Kabutzenhof ist für ein schwimmendes Restaurant definitiv sehr attraktiv“, sagt Hannelore Dolinga, Vorsitzende des Rostocker Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). „So etwas haben wir noch nicht zu bieten. Ich bin gespannt, was das wird.“ Aber sie warnt Thömmes: „Ihm steht ein harter Konkurrenzkampf bevor.“

Denn im Gastgewerbe der Hansestadt kämpfen schon jetzt viele etablierte Restaurants ums Überleben. „Vor allem in der Innenstadt ist das schwer“, so Dolinga. „Da wären zum Beispiel die Bäckereien, die sich mehr und mehr zu kleinen Imbissen und Restaurants entwickeln. Und dann sind da noch die unzähligen Imbissbuden, Dönerläden und Fast-Food-Ketten, die überall eröffnen dürfen.“ Vor allem den Restaurants an der Kröpeliner Straße tun Imbisse weh. „Die Stadt nimmt aber keine Rücksicht auf die bestehenden Gastronomen. Obwohl wir die Steuerzahler sind.“

Andreas Meyer

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