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Jeder zweite Betrieb befürchtet Personalnot

Jeder zweite Betrieb befürchtet Personalnot

Bank-Studie: Fachkräftemangel ist größte Sorge der Kleinunternehmen / Trotzdem wird kaum in Mitarbeiter investiert

Stadtmitte Handwerkern, Freiberuflern und Gewerbetreibenden in und um Rostock bereitet der Fachkräftemangel zunehmend Sorgen. Dennoch scheinen nur wenige Unternehmer aktiv gegen das Problem anzugehen. Die Bereitschaft, in Personal zu investieren, nimmt sogar deutlich ab. Das geht aus einer Studie der Commerzbank hervor, die dafür in der Region 50 Betriebe mit einem Jahresumsatz von bis zu 2,5 Millionen Euro befragt hat. Die wichtigsten Erkenntnisse:

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Bank-Studie: Fachkräftemangel ist größte Sorge der Kleinunternehmen / Trotzdem wird kaum in Mitarbeiter investiert

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Angst vor Personalengpass wächst

Jeder zweite Chef sieht den Fachkräftemangel als größte Bedrohung für sein Unternehmen. Im vergangenen Jahr war der noch für nur 42 Prozent der Befragten das drängendste Problem. Dreiviertel der Betriebe hätten aktuell große Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen, sagt André Nogat, Niederlassungsleiter der Commerzbank in Rostock. Hauptursachen seien schlechte Bezahlung und mangelnde Fachkenntnisse bei Bewerbern.

Mitarbeiter überlastet

Fast jeder zweite Unternehmer gibt an, dass seine Mitarbeiter überlastet sind, weil es an Fachkräfte- Nachschub fehlt. In jedem dritten Betrieb leidet die Qualität oder wird das Wachstum ausgebremst.

„Die Zahlen sind alarmierend. Hier wird auf Verschleiß gefahren“, warnt Commerzbank-Sprecher Mathias Paulokat. 16 Prozent der Unternehmer stellen sogar den Fortbestand ihres Betriebes infrage, weil sie befürchten, keinen geeigneten Nachfolger zu finden. „Das Problem wird zunehmen. Schon heute sind viele unserer Geschäftskunden 55 Jahre oder älter“, sagt Frank Mrosek, Leiter des Bereiches Geschäftskunden in Rostock.

Chefs investieren weniger

Kleinunternehmer investieren deutlich weniger ins Personal. Nur jeder Dritte will dieses Jahr für seine Mitarbeiter mehr Geld ausgeben. 2015 hatte das hingegen noch gut die Hälfte der Betriebe eingeplant. „Eine überraschende Entwicklung angesichts der wachsenden Angst vor dem Fachkräftemangel“, sagt Nogat. Flüchtlinge einzustellen, um drohende Personalengpässe abzuwenden, ist nur für wenige eine Option: Knapp ein Drittel der Befragten zieht das in Betracht. Mit firmeneigenem Nachwuchs können Chefs Personallücken kaum füllen, denn vier von fünf Betriebe bilden laut Studie in diesem Jahr nicht aus – auch, weil es an geeigneten Bewerber mangelte. Ein möglicher Grund: Die meisten Unternehmer rekrutieren Personal über Empfehlungen von Geschäftspartnern oder Mitarbeitern.

Soziale Netzwerke oder Online-Jobportale spielen kaum eine Rolle. Auch in punkto Finanzierung sind Betriebe konservativ: Trotz aktueller Niedrigzinsen nehmen sie kaum Kredite auf, sondern bezahlen Maschinen, IT-Technik oder Werbemaßnahmen aus laufendem Betrieb. Dabei wäre durch Fremdfinanzierung deutlich mehr Wachstum möglich, sagt Nogat.

Optimismus überwiegt

Trotz aller Probleme: Das Gros der Betriebe sei zufrieden, sagt Nogat. „Die Auftragsbücher sind noch besser gefüllt als im vergangenen Jahr.“ 84 Prozent der Unternehmer geben an, dass sich ihre Geschäftslage im ersten Halbjahr 2016 verbessert hat oder stabil gewesen sei. Die meisten blicken optimistisch ins nächste Jahr: Rund Zweidrittel rechnen mit ähnlich guten, wenn nicht noch besseren Geschäften.

Filialnetz soll bleiben

40 Mitarbeiter beschäftigt die Commerzbank in Rostock, 120 sind es in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt. Laut Medienberichten will die Commerzbank bis 2020 in ihren Filialen bundesweit 3000 Stellen streichen. Wie viele in Rostock wegfallen, ist noch unklar. Alle 13 Filialen in MV (drei davon in Rostock) sollen erhalten bleiben. Im Land hat die Bank 110000 Kunden, davon sind 20000 Geschäftskunden.

30 Prozent aller Prozesse, wie Kontoeröffnung oder Kreditbearbeitung, hat die Commerzbank Rostock digitalisiert. Bis 2020 soll die Quote auf 80 Prozent steigen. Ziel ist mehr Transparenz und weniger Personalbedarf.

Antje Bernstein

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