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Känguru-Baby verzückt das Ostseebad

KÜHLUNGSBORN Känguru-Baby verzückt das Ostseebad

Tierpflegerin Claudia Wendt ist Ziehmutter für ein kleines Beuteltier – und wurde damit zur Attraktion in Kühlungsborn

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Claudia Wendt zeigt das Känguru-Baby Grace, das aus seinem Ersatzbeutel herauslugt. Die Tierpflegerin hat ihn aus einer Jogginghose genäht. Fotos (2): Lutz Werner

Quelle: Fotos: Lutz Werner

Kühlungsborn. Känguru-Baby „Grace“ hat in den zurückliegenden Tagen in Kühlungsborn immer wieder für Aufsehen gesorgt – auf der Promenade, am Strand, in Geschäften.

OZ-Bild

Tierpflegerin Claudia Wendt ist Ziehmutter für ein kleines Beuteltier – und wurde damit zur Attraktion in Kühlungsborn

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Immer dann, wenn es neugierig aus seinem grauen Stoffbeutel herausschaute und ganz besonders, wenn Ziehmutter Claudia Wendt das gerade mal 25 Zentimeter große Tierchen aus dem Beutel holte und knuddelte. „Dann haben sich schnell Menschentrauben gebildet, ich musste immer wieder Fragen beantworten, und die Leute machten Fotos“, erzählt die 24-Jährige, die als Tierpflegerin im Tierpark Wolgast arbeitet. In der vergangenen Woche machte sie ein paar Tage Urlaub in Kühlungsborn – bei ihrer Mutter, die in der Anlage „Kühlungsblick“ einen Garten hat.

Der Tierpark Wolgast hat eine Känguru-Gruppe, die aus einem Bock und drei weiblichen Muttertieren besteht. Die bekamen jetzt Nachwuchs, und die kleine „Grace“ hatte Pech. „Ihre Mutter hatte wenig Milch. Auf der Suche nach Milch krabbelte das Baby immer wieder aus dem Beutel und fiel auf den Boden.“ Vor eineinhalb Wochen fand Claudia Wendt „Grace“ wieder in dieser Lage, die Körpertemperatur war schon sehr gesunken. „Ich kuschelte sie in ein T-Shirt und wusste: Wenn jetzt nicht eine Lösung gefunden wird, stirbt sie“, erzählt Claudia Wendt.

Die Lösung – das war sie selbst als Ziehmutter. Die Tierpflegerin nähte aus einer Jogginghose einen Beutel mit einer Schlaufe, die um den Hals gelegt werden kann. Als zusätzliche Kuschelunterlage wurde eine Ski-Mütze hineingetan. Seitdem trägt Claudia Wendt das Känguru-Baby im Beutel vor ihrem Körper – fast so, wie eine richtige Känguru-Mutter. Dort wird es noch ungefähr drei Monate bleiben, aber immer mal wieder herauskommen und zu Erkundungen aufbrechen. Danach erfolgt die Eingewöhnung in der Känguru-Gruppe im Gehege des Tierparks inWolgast.

Ein Problem, das ganz schnell gelöst werden musste, war die Babynahrung für Grace. Milch für Katzen und Hundewelpen ist ungeeignet. Sie hat zu viel Fett und zu wenig Proteine. Außerdem muss die Känguru-Baby-Milch absolut frei von Laktose sein. „Wir wurden in einem Online-Handel in den USA fündig – und glücklicherweise kam die Lieferung auch ganz schnell“, so Claudia Wendt. Für die Ziehmutter des kleinen Kängurus sind die Nächte, seitdem sie Grace mit sich herumträgt, ziemlich stressig geworden. Nachts hängt der Beutel mit dem kleinen Känguru an einem Haken über ihrem Bett.

„Der Beutel ist ganz dicht vor meinem Gesicht, damit ich sofort merke, wenn die Kleine unruhig wird und herauskrabbeln will. Alle drei Stunden muss sie ihr Fläschchen bekommen“, erzählt die,Tierpflegerin.

Claudia Wendt, die im Vogelpark Marlow ausgebildet wurde, hat schon viele Vögel aufgezogen. Ziehmutter für ein Känguru zu sein – das ist eine völlig neue Erfahrung. „Das geht schon weit über das hinaus, was ich sonst im Job mache“, sagt die junge Frau, die im Tierpark Wolgast auch für die Känguru-Gruppe verantwortlich ist. „Aber als ich die kleine Grace so hilflos gefunden hatte und sie mich anschaute – da wusste ich, dass ich es machen würde“, fügt sie hinzu.

Baby „Grace“ ist ein Rotnackenwallaby-Känguru. Diese Art ist in den östlichen und südöstlichen Küsten-Region von Australien und auf der Insel Tasmanien verbreitet. Bei Burg-Stargard gibt es eine kleine wild lebende Population. Die Elterntiere büxten einst aus dem Zoo aus.

In vielen Zoos zu Hause

117 Tierhalter gibt es in Deutschland, die Gruppen von Rotnackenwallaby-Kängurus haben. Es sind meist Tierparks und Zoos. Die Art, die auf Tasmanien heimisch ist, heißt Bennett-Känguru. Sie sind wetterfest, halten Temperaturen bis minus zehn Grad aus. „Grace“ ist ein Bennett.

Rotnackenwallabys erreichen eine Kopfrumpflänge von 92 bis 105 Zentimetern. Ihr Schwanz ist rund 70 bis 75 Zentimeter lang. Das Gewicht der Tiere beträgt 14 bis 19

Kilogramm. Bennetts sind etwas kleiner.

Lutz Werner

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