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Rostock Karriere-Kick bei Häppchen

Um sich erfolgreich am Markt zu positionieren, brauchen Gründer ein gutes Netzwerk. Tipps für Kontakteknüpfer.

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Eine der besten Gelegenheiten zum Netzwerken in Mecklenburg-Vorpommern: der Neujahrsempfang von Kanzlerin Angela Merkel, der immer im Februar in Stralsund stattfindet - mit Hunderten Entscheidungsträgern aus Wirtschaft, Politik und Kultur.

Quelle: Alexander Müller

Rostock. Klappern gehört zum Handwerk und Netzwerken zum Unternehmertum: Wer im Business erfolgreich sein will, braucht gute Kontakte. Das gilt umso mehr, wenn man neu im Geschäft ist. „Ohne Netzwerken geht für Gründer gar nichts“, sagt Maximilian Block, Regionalleiter des Bundesverbandes Deutsche Startups in MV. Er ist selbst Mitgründer der Greifswalder Firma Advocado, einer virtuellen Anwaltskanzlei. Netzwerken sei eine Disziplin, die Gründer gezielt angehen sollten. „Einfach drauflos irgendwelche Leute ansprechen, bringt nichts. Man sollte zuvor klar definieren: Wofür steht meine Firma und wo will ich damit hin?“, sagt Block. Danach könne man die Events auswählen, die die nützlichsten Kontakte verheißen. Wichtig sei zudem die Balance zwischen Geben und Nehmen. Wer sich als vertrauenswürdiger Unternehmer bewährt habe und seine Kontakte zudem gut pflege, könne auf lukrative Dominoeffekte hoffen.

Bei welcher Gelegenheit können Existenzgründer am besten mit potenziellen Partnern, Kunden oder Investoren ins Gespräch kommen? Die OZ hat gestandene Unternehmer, Wirtschaftsexperten und Gründer nach ihren Tipps gefragt.

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) empfiehlt den MVpreneur Day . „Hier trifft sich die Gründerszene von Startups, etablierten Unternehmern bis hin zu Querdenkern. Diese Mischung macht die Veranstaltung so interessant.“Der MVpreneur Day findet jährlich in Rostock statt. Er biete nicht nur Gelegenheit zum Austausch, sondern auch Beratung, so Glawe. Darüber hinaus legt Glawe Jungunternehmern das Portal www.gruender-mv.de ans Herz. „Eine hilfreiche und informative Anlaufstelle für alle, die sich selbstständig machen möchten oder die Vernetzung mit anderen jungen Startups suchen.“

Claus Ruhe Madsen, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Rostock, meint: „Das wichtigste Event ist der morgendliche Spiegelblick, bei dem jeder Gründer sich hinterfragen muss. Wenn man sich selbst nicht von seiner Idee überzeugen kann, wird es schwierig.“ Wer trotz Gründerstress Zeit habe, Events zu besuchen, sollte diese seiner Gründer-Idee entsprechend auswählen, sagt Madsen. Für kreative Köpfe zum Beispiel seien die Veranstaltungen im Warnow Valley Rostock eine gute Wahl. Hier sind gut 40 Unternehmen aus Bereichen wie Film und Animation, Grafik, Musik und IT beheimatet. Ideale Kontaktbörsen seien die Rostocker Veranstaltungsreihen „12 minutes me“ und „Pitchlab“ , das auch in Greifswald und Neubrandenburg stattfindet. Beide bieten Gründern und Young Professionals eine Plattform, um in lockerer Atmosphäre ihre Konzepte einem Publikum vorzustellen.

IT-Fachmann Jörg Sinnig, früherer Chef der SIV-AG, unterstützt die Gründerszene im Land und vermittelt darüber hinaus mit seiner CMIT GmbH & Co. KG in Roggentin Kontakte zu Investoren aus China. Sein Tipp für Neulinge: der Innoaward . Der Preis wird jährlich vom Verbund der Technologiezentren in MV für Produkte oder Verfahren vergeben, die gerade erst in eine Firmengründung gemündet sind. Bei der Verleihung gibt’s nicht nur Sekt und Häppchen, sondern auch reichlich Gelegenheit, Visitenkarten auszutauschen. Ähnlich erfolgversprechend sei der Ideenwettbewerb „Inspired“ , initiiert vom Zentrum der Entrepreneurship der Uni Rostock. Sinnigs dritte Empfehlung: die IHK. „Ein kompetenter Ansprechpartner für Startups.“

Erster Anlaufpunkt für Netzwerker sollten die Technologie- und Gründerzentren sein, sagt Jens Matschenz, Geschäftsführer von der Vereinigung der Unternehmensverbände MV. „Dort finden Gründer und gestandene Unternehmer zusammen.“ Top-Adressen seien zudem Veranstaltungen, die Kammern und Verbände organisieren. Allerdings komme man in „manche ,closed shops’ erst rein, wenn man irgendwelche Mitgliedschaften oder bereits Kontakte hat“. Gute Alternativen seien Fachkongresse, Pressefeste, Opernbälle oder Filmfestivals . „Der Zufall bringt hier oft überraschende Ergebnisse zustande.“

Medizinern hilft BioconValley beim Markteinstieg. Zum Beispiel mit dem „Business and Investors Breakfast“ , Teil der jährlich stattfindenden Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft. „Hier treffen Startups auf Geldgeber von Venture Capital, Banken und Beteiligungsgesellschaften“, sagt Sprecher Michael Lüdtke.

Ute Liebelt vom Biotech-Unternehmen und OZ-Existenzgründerpreisträger Enzymicals in Greifswald empfiehlt einen Stand auf branchenspezifischen Leitmessen . „Das vorzubereiten, macht viel Arbeit, lohnt sich aber.“ Enzymicals setze beispielsweise auf die internationale Pharmazie-Messe CPhI in Frankfurt/Main. Sich zu präsentieren, reiche allein aber nicht aus. „Nach der Messe ist Klinken putzen Pflicht, sonst verlaufen neue Kontakte im Sande.“

Michael Verhage von der 2015 gegründeten Hundeleckerli-Firma Keksdieb aus Lüssow/Langendorf bei Stralsund hat gute Erfahrungen mit sozialen Netzwerken gemacht. „Sie sind ein sehr gutes Hilfsmittel, mit denen man breit streuen, aber auch ganz gezielt Personengruppen ansprechen kann.“ Wichtiger seien aber persönliche Kontakte.

Um die aufzubauen, müsse der Gründer eine gute Portion Extrovertiertheit mitbringen und die Initiative ergreifen, sagt Startup-Experte Block. Wer sich verstecke, lasse sich wertvolle Geschäftspartner entgehen - und damit bares Geld.

2000 Euro: Erstmals Preis für Firmen-Übergabe

Mutige Gründer zu fördern - das ist das Ziel des OZ-Gründerpreises, der zum 15. Mal vergeben wird. Für den Sieger gibt es 5000 Euro, je 2000 Euro für die Gewinner der Sonderpreise „Mut zur Selbstständigkeit“, gestiftet von der Creditreform von der Decken KG, und „Interessante Gründerstory“ (Stifter: VR-Banken MV).

Teilnehmen können Firmen mit Sitz in MV, die vor dem 1. Juni 2016 gegründet wurden und nicht älter als fünf Jahre sind.

Erstmals wird ein mit 2000 Euro dotierter „Nachfolgepreis“, gestiftet von der IHK zu Rostock, vergeben: Teilnehmen können alle Firmen mit Sitz in MV, bei denen geplant ist, dass in den kommenden fünf Jahren ein Nachfolger die Firma übernehmen soll bzw. die innerhalb der letzten drei Jahre übergeben wurden.

Bewerbung: Fragebogen herunterladen auf www.ostsee-zeitung. de, online ausfüllen oder zuschicken an: OZ Wirtschaft, Richard-Wagner-Str. 1a, 18055 Rostock.

Bewerber können den Fragebogen auch anfordern: ☎ 0381 / 365381 bzw. existenzgruenderpreis@ostsee-zeitung.de

Einsendeschluss:  17. September 2017

Antje Bernstein

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