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Kurkarte als Ticket für Bäder-Express?

Kühlungsborn Kurkarte als Ticket für Bäder-Express?

In Kühlungsborn wird über kostenlose Beförderung von Gästen diskutiert / Bahn-Betreiber Henschel ist für Gespräche offen

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Thomas Henschel (l.) betreibt den Bäder-Express. Fahrer Andreas Bromberg arbeitet schon 13 Jahre im Unternehmen.

Quelle: Rolf Barkhorn

Kühlungsborn. Mit großem Interesse verfolgt Thomas Henschel in Kühlungsborn die Debatte um die Einführung einer elektronischen Kurkarte. Vorgeschlagen wurde in dem Zusammenhang, Kurtax-Zahlern als spürbare Gegenleistung die kostenlose Nutzung eines innerörtlichen Verkehrsmittels wie den Bäder-Express anzubieten. „Generell finde ich die Idee gut. Sie ist übrigens gar nicht so neu, mein Vater, der 1992 mit einer Bahn in Kühlungsborn anfing, hatte seinerzeit selbst den Vorschlag gemacht, aber dafür gab es damals keine politische Mehrheit“, berichtet der Unternehmer, der den Bäder-Express vom Vater übernahm und den Betrieb weiter ausgebaut hat.

Es müsste sinnvoll kalkuliert werden, ein Risikogeschäft darf es

nicht werden.“Thomas Henschel,

Betreiber Bäder-Express

Heute zählen drei Bahnen zur Express-Flotte. Zwei davon fahren von Februar bis November und um den Jahreswechsel im regelmäßigen Linienbetrieb täglich von 9 bis 18 Uhr (im Juli und August bis 22

Uhr) halbstündig 15 Haltestellen in Kühlungsborn an.

„Jährlich befördern wir damit über 60000 Fahrgäste“, erklärt Henschel, macht aber darauf aufmerksam, dass die Zahl der Fahrgäste wahrscheinlich erheblich zunehmen würde, wenn Urlauber die Bahn kostenlos nutzen dürften: „Zwei Bahnen würden dann nicht mehr reichen. Man möchte schließlich an den Haltestellen keine Gäste stehen lassen.“

Henschel hätte dann aber noch die dritte Bahn in Reserve, die überwiegend zu Sonderfahrten eingesetzt wird. Dass die Koppelung des kostenlosen Verkehrsmittels an die Kurkarte sinnvoll sein kann, davon hat sich der Kühlungsborner inzwischen selbst überzeugt. Erst vor Kurzem hat er seinen Branchenkollegen in Binz auf Rügen besucht und ihn nach seinen Erfahrungen befragt. „In Binz fahren zwei Bahnen im Linienbetrieb. Das funktioniert dort sehr gut – auch mit der elektronischen Kurkarte. Die Kurtaxeinnahmen sind dort, so wurde mir erzählt, nach deren Einführung um zehn Prozent gestiegen“, berichtet Thomas Henschel.

Ihn wundert allerdings bei der im Ostseebad politisch geführten Debatte, dass er als Bäderexpress-Betreiber in dieser Angelegenheit offiziell noch nicht angesprochen wurde, weder aus dem Rathaus, noch vonseiten der Stadtvertreter oder der Ausschüsse.

„Es gab mal einen Vorstoß in dieser Richtung von der Dehoga. Aber das ist auch schon ein paar Jahre her“, erzählt Henschel, betont aber zugleich, dass er selbst gesprächsbereit sei. „Um solch ein Vorhaben umzusetzen, müssten viele Details besprochen werden. Auch der Streckenplan müsste sicher neu überarbeitet werden. Und dann muss das Ganze auch sinnvoll kalkuliert werden. Ein Risikogeschäft darf es für ein Unternehmen, das wirtschaftlich arbeiten muss, nicht werden“, betont Henschel.

Das Gleiche trifft auch für Sonderwünsche zu, mit denen Vertreter des Seniorenbeirates an ihn herangetreten waren. Sie baten unter anderem darum, auch das neue Baugebiet im Wittholzring mit der Bahn anzufahren, weil dort viele ältere Menschen wohnen. Bei der Eröffnung der Seniorentage hatte Beiratsmitglied Axel Braun erzählt, dass man intensiv versucht hätte mit Henschel zu verhandeln, dieser aber nicht bereit war ihnen entgegenzukommen.

„Wenn das von Axel Braun jetzt öffentlich so dargestellt wird, enttäuscht mich das sehr. Denn ich habe dem Seniorenbeirat angeboten, zweimal in der Woche morgens um 9 Uhr eine Bahn in den Wittholzring zu schicken, die dann um 13 Uhr zurückfahren könnte. In der Zeit dazwischen besteht leider kein Spielraum, weil dann auf der Linie die meisten Fahrgäste zu befördern sind. Das habe ich den Senioren so erklärt, aber diese Variante haben sie abgelehnt“, bedauert Thomas Henschel.

Rolf Barkhorn

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