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Land verkauft historische Stadtvilla

Steintor-Vorstadt Land verkauft historische Stadtvilla

Haus am Schillerplatz 8 steht unter Denkmalschutz / Das Mindestgebot liegt bei 450000 Euro

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Zuletzt nutzte die Universität das Gebäude, das im Jahr 1913 erbaut wurde. Die Grundfläche des Hauses beträgt rund 1000 Quadratmeter.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Steintor-Vorstadt. Es ist das letzte unsanierte Haus am Schillerplatz: Der Betrieb für Bau und Liegenschaften des Landes (BBL) verkauft die historische Villa an der Ecke zur Baleckstraße. Bis 2013 wurde das denkmalgeschützte Gebäude von der Universität für Verwaltungszwecke genutzt. Seitdem steht es leer. „Wir können in der Villa keine Landesdienststelle unterbringen. Deshalb wollen wir sie veräußern“, sagt BBL-Sprecher Christian Hoffmann. Das Mindestgebot liegt bei 450000 Euro.

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Haus am Schillerplatz 8 steht unter Denkmalschutz / Das Mindestgebot liegt bei 450000 Euro

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Das Stadthaus sei ein Zeugnis für die „repräsentative Wohnhausarchitektur des frühen 20. Jahrhunderts“, heißt es beim Landesamt für Denkmalpflege. Im Jahr 1913 wurde die Villa gebaut. „Sie war als Wohneigentum für das aufstrebende Bürgertum gedacht“, sagt Hoffmann. Die bauzeitliche Struktur sei bis heute erhalten geblieben. „Wir wünschen uns daher einen Erwerber, der das baukulturelle Erbe schätzt.“ Denn so viele alte Villen gebe es nicht mehr in Rostock.

Zuletzt war das Haus Sitz des Wossidlo-Archivs am Institut für Volkskunde und Geschäftsstelle der Uni-Personalräte. Einige Türen sind heute noch beschriftet. Der Hochschulbereich der Rostocker Uni hatte das Gebäude am 1. Januar 1999 übernommen. Zuvor war die Villa im Besitz der Unimedizin gewesen, die das Haus schon zu DDR-Zeiten genutzt haben soll. Zukünftig könnte es laut BBL zum Wohnen oder für freiberufliche Zwecke genutzt werden.

Die Räume sind lichtdurchflutet, an den Decken klebt Stuck und es gibt gut erhaltene Kacheln. Im Keller hängt eine Schultafel. Der Dachstuhl wurde nie zu Ende ausgebaut. „Es gibt ein paar Besonderheiten“, sagt Aurelian Krause, zuständiger Objektbetreuer beim BBL. So gehören die Außenflächen des Grundstücks der Stadt. „Diese können bei Bedarf erworben werden“, so Krause. Auch gebe es eine Wegerechtsvereinbarung mit dem Nachbarn, die aber auflösbar sei.

Wie die Villa saniert oder restauriert wird, muss zudem eng mit der Denkmalpflege abgestimmt werden, sagt BBL-Sprecher Hoffmann. Grundsätzlich weise das Gebäude erhebliche Bauschäden und Baumängel auf: Die Kelleraußenwände und der Kellerfußboden sind zum Beispiel stark feuchtigkeitsbelastet. Sämtliche Fenster sind erneuerungsbedürftig, einige davon nicht mehr funktionstüchtig. „Die Bedachung ist schadhaft und es sind Durchnässungsschäden in Form von Fäulnis vorhanden, insbesondere abgestorbene Braunfäule“, heißt es im Verkaufs-Exposé.

Es ist nicht die erste Villa, die der BBL veräußert: Im vergangenen Jahr verkaufte der Betrieb das Gebäude des Instituts für Chemie in der Hermannstraße 14. Das Mindestgebot lag bei 440000 Euro.

Im Sondervermögen des BBL befinden sich aktuell rund 1100 landeseigene Liegenschaften – im Wert von fast 600 Millionen Euro. Etwa 160 Liegenschaften sollen verkauft werden, da eine Nutzung für Landesdienststellen nicht erforderlich beziehungsweise wirtschaftlich sei, erläutert Sprecher Hoffmann. Im Jahr 2016 erzielte der BBL Verkaufserlöse in Höhe von insgesamt rund 2,7 Millionen Euro.

Das Spektrum der verkauften Liegenschaften reichte dabei vom Gartenland für 975 Euro bis hin zur ehemaligen Polizeistation für eine sechsstellige Summe.

André Wornowski

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