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Leerstand im alten Real-Markt: Eigentümer sucht neues Konzept

Neu Hinrichsdorf Leerstand im alten Real-Markt: Eigentümer sucht neues Konzept

Supermarkt zahlt sechs Jahre nach Auszug noch immer Miete / Neuer Eigentümer spricht mit möglichen Nachmietern / Anwohner und Ortsbeiräte wünschen sich neues Gewerbe

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Seit sechs Jahren steht ein Großteil des Gebäudes in Neu Hinrichsdorf leer. Ein neuer Mieter wurde noch nicht gefunden.

Quelle: Ove Arscholl

Neu Hinrichsdorf. Sechs Jahre steht der ehemalige Real-Markt im Gewerbegebiet von Neu Hinrichsdorf bereits leer. Vor allem Anwohner wünschen sich, dass ein neuer Mieter in die Goorstorfer Straße 50 einzieht. „Warum müssen alte Gebäude zerfallen, um sie irgendwann an gleicher Stelle neu zu bauen?“, fragt Leserin Ulrike Füllesi im OZ-Buschfunk. „Das Haus steht sich dort kaputt“, sagt sie besorgt.

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Eigentümerwechsel

Nach Informationen der „Immobilien Zeitung“ kaufte die Pramerica Real Estate gemeinsam mit einem schwedischen Pensionsfonds vor zwei Jahren insgesamt 83 Supermärkte von der Taurus Investment Holdings im Wert von 265 Millionen Euro.

Taurus Investment Holdings war der ehemalige Eigentümer der Immobilie in Neu Hinrichsdorf.

Eigentümer ist — seit gut zwei Jahren — „Pramerica Real Estate“. Die Firma, die ihren Hauptsitz in München hat, ist weltweit tätig. Nach Angaben auf ihrer Internetseite besitzt sie allein in Nordamerika Immobilien im Wert von rund 30 Milliarden Euro.

Doch warum, findet sich kein neuer Mieter? „Es wird mit einer Vielzahl von Interessenten gesprochen“, heißt es von einem Eigentümer-Vertreter. Man wolle sich dort völlig neu aufstellen und arbeite deswegen an einer nachhaltigen und erfolgreichen Gesamtidee für das Gebäude. Das dauere seine Zeit. „Wir wollen den richtigen Mieter finden, damit es dort auch langfristig funktioniert.“ Bisherige Unternehmen hätten sich dort — auch durch die Nähe zum Hanse Center — nicht etablieren können.

Grund zur Eile scheint nicht zu bestehen, denn die Marktkette Real zahlt weiterhin monatlich einen Betrag in sechsstelliger Höhe für die angemietete Ladenfläche. Und das seit nunmehr sechs Jahren.

„Es ist korrekt, dass wir nach wie vor Mieter dieses Objektes sind“, bestätigt Sprecherin Alja- Claire Dufhues. Das Unternehmen möchte weder zur Mietsumme noch zur Vertragslänge eine Auskunft geben.

Die Supermarktkette habe damals den Standort aufgegeben, da er sich aus wirtschaftlichen Gründen nicht bezahlt gemacht habe. „Ich wünsche mir, dass dort ein neues Einkaufszentrum entsteht“, betont Ulrike Füllesi. Momentan müssten die Einwohner aus den umliegenden Dörfern erst nach Dierkow oder Toitenwinkel fahren, um einzukaufen. „Dabei liegt Neu Hinrichsdorf sehr zentral und gerade zur Sommersaison gibt es viele Urlauber, die dort einkaufen würden“, so die Leserin. Sie ist der Meinung, dass sich das Objekt gut für Kaufhaus Stolz eignen würde. „Ich hatte vor einigen Jahren dort schriftlich bei dem Unternehmen angefragt, in der Hoffnung sie dafür zu interessieren.“ Doch die Kaufhaus-Kette wird vorerst nicht nach Neu Hinrichsdorf kommen. „Interesse besteht von unserer Seite weiterhin an der Stadt, aber aktuell haben wir nichts Konkretes in Planung oder in Sicht“, sagt Uwe Hornung, Marketingleiter von Kaufhaus Stolz.

Ob ein großer Discounter oder Fachmarkt dort überhaupt eine Chance hätte, sich anzusiedeln, bezweifelt Thomas Schommartz (UFR) vom Ortsbeirat Gehlsdorf allerdings. „Ich glaube, dass neuere Märkte in der Umgebung dort die Kaufkraft entziehen“, vermutet der stellvertretende Vorsitzende. Denn die Anwohner in der Umgebung hätten jetzt schon eine große Auswahl.“ Dennoch würde er es gut finden, wenn wieder mehr Leben in der Immobilie entstehen würde.

Auch für Einwohner der umliegenden Stadtteile könnte Neu Hinrichsdorf wieder zu einer wichtigen Anlaufstelle werden. Uwe Friesecke (CDU) vom Ortsbeirat Dierkow Ost/West kann sich gut vorstellen, dass dort eine Shoppingmeile entstehen könnte. Die Grundlagen dafür wären seiner Meinung nach gegeben: „Es hat eine schöne Lage, der gut zu erreichen ist, und gerade Gastronomie und Freizeitangebote könnten wir gebrauchen.“ Dafür müsste man jedoch das Gebäude umbauen. „Das könnte schwierig werden, aber eine solche Meile wäre doch etwas Schickes für den Nordosten.“

Die Stadt Rostock bedauert den derzeitigen Leerstand. „Allerdings gibt es für uns leider momentan keinen Gestaltungsspielraum“, sagt Stadtsprecherin Kerstin Kanaa. „Wir würden uns aber freuen, wenn der Eigentümer am Standort die Initiative ergreifen würde.“

Von Johanna Hegermann

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