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Mieterverein fordert mehr günstige Wohnungen

Stadtmitte Mieterverein fordert mehr günstige Wohnungen

Kai-Uwe Glause übernimmt die Geschäftsführung von Christian Rudolph / Vorsitzender Holger Matthäus kritisiert, der Stadtverwaltung fehle es im Wohnungswesen an Struktur

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Kai-Uwe Glause (l.) übernimmt das symbolische Staffelholz vom bisherigen Geschäftsführer Christian Rudolph.

Quelle: Fotos: Philip Schülermann

Stadtmitte. Nach mehr als einem Vierteljahrhundert hat der Mieterverein einen neuen Geschäftsführer. Kai-Uwe Glause tritt die Nachfolge von Christian Rudolph an – und behält den Kurs seines Mentors bei. Dennoch möchte er frischen Wind in den Mieterverein bringen und den Bekanntheitsgrad steigern. Der Verein versteht sich als Lobby für die Mieter und den sozialen Wohnungsbau und fordert bezahlbare Mieten für die Rostocker.

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Kai-Uwe Glause übernimmt die Geschäftsführung von Christian Rudolph / Vorsitzender Holger Matthäus kritisiert, der Stadtverwaltung fehle es im Wohnungswesen an Struktur

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Mieterverein setzt sich für bezahlbares Wohnen ein

87 Euro kostet die Mitgliedschaft im Mieterverein pro Jahr und Haushalt.

Der Verein unterstützt die Mitglieder in rechtlichen Fragen, bei Vertragsabschlüssen oder Nebenkostenabrechnungen. Außerdem setzt er sich für bezahlbares Wohnen, einen fairen Mietspiegel und den Kündigungsschutz ein. Mit 320 weiteren Mietervereinen ist er im Deutschen Mieterbund organisiert.

In der Stadt fehlt es an Wohnungen, deshalb soll vielerorts gebaut werden – auf der Warnemünder Mittelmole oder ein Hochhaus in Lütten Klein. „Das ist aber nichts für den kleinen Mann“, sagt Christian Rudolph. „Da muss mehr gemacht werden.“ Er fordert, dass in der Stadt mehr sozialer Wohnraum entsteht. Der Plan des scheidenden Geschäftsführers ist simpel: Investoren und Wohnungsunternehmen könnten teure Wohnungen bauen. Es müssten keine Sozialwohnungen werden, denn die könnten aus dem Bestand generiert werden. Denn werden neue Wohnungen – auch in bester Lage – vermietet oder verkauft, würden gleichzeitig alte frei. Die könnte man dann für sozialen Wohnraum vorhalten. Die Stadt könnte dann Bedarfsrechte von den Unternehmen erwerben. Das sichert den finanziell schlechtergestellten Mietern eine Wohnung. Doch das ist im Rathaus noch nicht umsetzbar – Pläne gibt es ebenso wenig. Kai-Uwe Glause: „Wir stellen uns eine Koordinierungsstelle vor.“

„Wir brauchen in der Stadtverwaltung eine Struktur, die das Wohnungswesen fördert“, sagt Holger Matthäus (Grüne), Vorsitzender des Mietervereins und zugleich Bausenator in der Hansestadt. Dass das Problem fehlender Wohnungen in Rostock und anderswo in MV angegangen wird, sei ein Wunsch an die künftige Landesregierung. „Ein Wunsch? Eine Forderung“, unterbricht Christian Rudolph energisch.

In der Stadtverwaltung gibt es laut Matthäus kaum Zusammenarbeit im Wohnungswesen. Die Zuständigkeiten seien in mehreren Bereichen angesiedelt, es werde kaum abteilungsübergreifend gearbeitet. Was fehlt, sei eine „wohnungspolitische Gesamtstrategie“, betont Matthäus – keine neue Forderung in Rostock.

Strategisch neu möchte sich der Mieterverein nicht aufstellen. Im Wesentlichen wolle der neue Geschäftsführer Kai-Uwe Glause dort anknüpfen, wo sein Vorgänger aufhört. Das passiere nicht ad hoc, sondern in den kommenden Monaten, sagt der Vorsitzende Matthäus.

Zunächst mal sei er am längsten mit dabei, begründet Glause, warum er auf den Chefposten rücke. „Ich kenne die Zusammenhänge und bin mit vielen Aufgaben schon betraut. Nichts, was mir fremd wäre“, sagt Glause. Auch Aufgaben in der Öffentlichkeitsarbeit habe er in der Vergangenheit bereits übernommen. Und da sehen der neue Geschäftsführer und Vorstand Matthäus auch noch Handlungsbedarf. Denn aus Sicht der neuen Spitze fehle es dem Verein noch an Bekanntheit. Und neben der Lobbyarbeit für die Mieter möchte der Verein auch weiterhin für jegliche rechtliche Fragen zur Verfügung stehen.

„Natürlich habe ich den Anspruch, alles ein bisschen frischer zu machen“, sagt Glause auf die Frage, was er in seiner Amtszeit verändern wolle. Holger Matthäus ergänzt, dass sie den medialen Auftritt verbessern und dort interaktiver werden wollten. „Wir wollen mehr Aufmerksamkeit und Erreichbarkeit schaffen.“ Dazu möchten Matthäus und Glause soziale Medien nutzen – „oder ein Dienstfahrrad mit Werbung drauf“, sagt der Senator.

Philip Schülermann

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