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Milliarden-Verlust: Japaner zahlen bei Aida-Schiffen drauf

Rostock Milliarden-Verlust: Japaner zahlen bei Aida-Schiffen drauf

Die MHI-Werft in Nagasaki (Japan) hat sich beim Bau der beiden neuen Kreuzliner „Prima“ und „Perla“ verkalkuliert und verliert sehr viel Geld.

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So soll die „Aidaprima“ aussehen. Sie soll ab Ende April von Hamburg aus zu den europäischen Metropolen starten.

Quelle: Aida Cruises

Rostock. Der Konzern Mitsubishi Heavy Industries (MHI) macht mit dem Bau der beiden neuen Aida-Schiffe kräftig Miese. „Bis jetzt liegt der Verlust bei 1,5 Milliarden Euro“, heißt es auf OZ-Anfrage in einer schriftlichen Stellungnahme. Vermutlich dürfte das Minusgeschäft am Ende noch viel heftiger ausfallen, denn während das erste Schiff kurz vor der Auslieferung steht, wird das zweite erst 2017 fertig.

„Der Mega-Verlust überrascht in der Branche niemanden“, sagt der Hamburger Schiffbau-Experte Stefan Krüger. MHI habe einen absoluten „Kampfpreis“ geboten mit dem Ziel, einen Fuß ins lukrative Kreuzfahrtgeschäft zu bekommen. Doch: Der Bau schwimmender Ozean-Riesen sei äußerst schwierig. „Das muss man können und jahrelang üben, denn jedes Schiff ist ein Unikat“, betont Krüger.

2011 hatte die MHI-Werft im japanischen Nagasaki den Zuschlag für die baugleichen, 300 Meter langen Kreuzliner „Prima“ und „Perla“ erhalten. Das Gebot für beide: 910 Millionen Euro. Um die Schiffe so günstig anbieten zu können, soll MHI Unterstützung vom japanischen Staat in Millionenhöhe eingeworben haben – in Form von Fördermitteln für technische Innovationen. 

„Wenn man als Neuling im Kreuzfahrtgeschäft gleich noch Prototypen entwickeln muss, kann einiges schief gehen“, sagt Ralf Sören Marquardt, Geschäftsführer vom Verband für Schifffahrt- und Meerestechnik Forschung und Technik. Außerdem seien die Schiffe erst im Stahlbau fertiggestellt und dann an den Ausrüstungskai gebracht worden. In Deutschland würden größere Module komplett eingerichtet und danach zusammengefügt. „Das ist effizienter und spart Arbeitszeit.“Aida will sich zum Mega-Verlust der Japaner nicht äußern.

Von Schroeder, Kerstin

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