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Mit dem Wasser-Bus über die Warnow

Stadthafen Mit dem Wasser-Bus über die Warnow

Schiffsdesigner haben Pläne für Nahverkehr auf dem Fluss vorgelegt / E-Fähren sollen 20 Haltestellen ansteuern

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So stellen sich die Planer die künftigen Haltestellen des „Neptun Hopper“ vor. Rund 20 Anleger soll es in der Stadt geben. Entwürfe: Neptun Ship Design

Stadthafen. Was wäre Rostock ohne die Warnow? Der Fluss hat die Hansestadt einst reich gemacht, er ermöglicht bis heute Handel und Wachstum. Doch einen Nachteil hat der Strom: Er trennt die Stadt – in einen Ost- und in einen Westteil. Die Planer und Ingenieure der Rostocker Firma Neptun Ship Design aber wollen diese natürliche Barriere überwinden. Nicht mit einem weiteren Tunnel oder neuen Brücken – sondern mit einem innovativen Verkehrssystem. Ihre Idee: Auf der Warnow sollen in einigen Jahren Wasser-Busse zwischen den Stadtteilen pendeln. Kleine Fähren mit Elektroantrieb. Fast 20 Haltestellen sind geplant – zwischen der Mittelmole in Warnemünde und Papendorf. In einem zweiten Schritt soll der „Nahverkehr auf dem Fluss“ sogar bis Schwaan ausgebaut werden.

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Schiffsdesigner haben Pläne für Nahverkehr auf dem Fluss vorgelegt / E-Fähren sollen 20 Haltestellen ansteuern

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„Wir wollen die Menschen in Rostock verbinden – über das Wasser“, sagt Harald Arndt. Er ist Entwicklungschef bei Neptun Ship Design und verantwortlich für Verkehrskonzept mit dem Namen „Neptun Hopper“. Erfolgreiche Vorbilder für das Nahverkehrskonzepte auf dem Wasser gäbe es auf der ganzen Welt: „In Kopenhagen pendeln Fähren zwischen den Stadtteilen, im australischen Brisbane und vielen anderen Städten ebenfalls. Dort werden die Schiffe so selbstverständlich genutzt wie bei uns die Straßenbahnen.“ Doch der „Neptun Hopper“ soll nun neue Maßstäbe setzen – vor allem in Sachen Umweltfreundlichkeit und Technologie. „Rostock soll auf dem Wasser Vorreiter in Sachen Elektromobilität werden.“

Denn die Fähren, die Neptun Ship Design entworfen hat, fahren mit Strom. Kein Gestank, keine Rußpartikel. Die Schiffe, die bis zu 28 Personen, aber auch Rollstühlen, Kinderwagen und Fahrrädern Platz bieten, sollen mit Solar-Anlagen und Akkus ausgestattet sein. Und auch die Haltestellen selbst sollen helfen, Energie zu sparen: „Die Schiffe gleiten in die Anleger hinein, werden dabei sanft abgebremst.“ Die Energie, die dabei auf den Anleger wirkt, wird mit modernster Technik aufgefangen und gespeichert. „Und beim Ablegen wird diese Energie wieder genutzt, um das Schiff sanft anzuschubsen und wieder in Fahrt zu bringen“, erklärt Arndt.

Die Anleger sollen allesamt mit kostenlosem Internet ausgestattet sein, mit kleinen Kiosken oder Imbissen. Fahrkarten wird es beim „Neptun Hopper“ auch nicht mehr geben: Bezahlt wird an einer Schranke, vorab über das Internet oder per App auf dem Handy. „Wir wollen mit dem Konzept gerne in den Mobilitätsplan der Stadt aufgenommen werden“, so Arndt zur Intention des Ganzen. „Denn die Schiffe könnten einen Beitrag leisten, den Verkehr auf den Straßen zu reduzieren.“ Außerdem: Der „Neptun Hopper“ könnte Aushängeschild für Hochtechnologie „made in MV“ werden und helfen, neue Arbeitsplätze im Land zu schaffen. „Und natürlich wäre er auch eine Attraktion für Touristen. Die könnten bequem vom Stadthafen nach Warnemünde oder aber auch in den Iga-Park kommen.“

Zur Präsentation des Konzeptes hatten Arndt und Firmenchef Helge Sell Vertreter der Stadt, von Unternehmen und aus der maritimen Wirtschaft eingeladen. Und zumindest bei den Experten kam der „Neptun Hopper“ bereits richtig gut an: „Wir träumen doch seit Jahren von einer maritimen Verbindung zwischen Stadthafen und Iga-Park“, schwärmt Park-Geschäftsführer Ralf Hots-Thomas. Steffen Nozon, Mobilitätskoordinator der Hansestadt, lobt das Konzept ebenfalls ausdrücklich. Für eine Machbarkeits- und Potenzialstudie würde er sogar die Europäische Union ins Boot holen wollen. „Das alles passt zu dem, was Rostock eh plant: Wir wollen Elektro- Antriebe im Verkehr fördern und ausbauen.“ Ingo Schillinger vom Schiffsbauer Ostseestaal bot spontan eine Zusammenarbeit an: Die Stralsunder haben bereits Elektrofähren gebaut – „unter anderen vier Schiffe, die sehr erfolgreich für die Berliner Verkehrsbetriebe auf der Spree im Einsatz sind. Elektromobilität auf dem Wasser ist mehr als nur ,grüne Spinnerei’.“

Auch die Rostocker Stadtwerke und Michael Schroeder, Vorstand der Straßenbahn AG, sagten ihre Unterstützung für den „Neptun Hopper“ zu: „Das Konzept ist durchdacht. Und wir als Verkehrsanbieter sind offen für alle Ideen, die den Nahverkehr in unserer Stadt noch attraktiver machen.“ Grünes Licht signalisiert auch die Rathaus-Spitze: „Das ist eine tolle Idee mit großem Alleinstellungspotenzial für Rostock. Der ,Neptun Hopper’ zeugt von der Innovation und Attraktivität Rostocks als Schiffbaustandort und als Standort für die Entwicklung von Projekten mit Aha-Effekten!“, so Oberbürgermeister Roland Methling (UFR).

Aber: „Der Plan ist zugleich auch mit mehreren Herausforderungen verbunden“, sagt Methling. Denn was das Ganze kosten soll und wer die Kosten tragen könnte, ist komplett offen.

Ein Geschenk für die Stadt

Wirklich neu ist die Idee, einen Nahverkehr auf der Warnow einzurichten nicht. Aber ein so weitreichendes und so detailliertes Konzept, wie es die Planer von Neptun Ship Design nun vorgelegt haben, gab es noch nie. Und genau das sollten Politik und Stadtverwaltung nutzen: Wie groß ist das Potenzial für einen Fährverkehr auf dem Fluss? Was würde das Projekt kosten – und was würde es der Hansestadt bringen? Wären die Fähren ein neuer Touristen- Magnet? Können sie die Verkehrsprobleme der Stadt ein Stück lösen? Auf all diese Fragen sollten die Fachleute im Rathaus nun Antworten geben. Denn der Vorschlag der Schiffbauer ist es wert, im Detail geprüft zu werden anstatt in Schubladen zu verschwinden.

Andreas Meyer

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