Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 18 ° Regenschauer

Navigation:
Neue Blechkleider machen Schrott zu Oldtimern

TESSIN Neue Blechkleider machen Schrott zu Oldtimern

Bodo Mallon arbeitet alte Autos wieder auf / Sie bekommen neue Holzgestelle und eine neue Karosserie / Sammler aus ganz Deutschland fragen an

Voriger Artikel
Landmaschinenhändler investiert in neue Halle
Nächster Artikel
Ferienzeit: Jetzt kommen die Handwerker

Bodo Mallon restauriert alte Fahrzeuge. Hier arbeitet er das Blechkleid eines IFA-Cabriolets nach. Fotos (2): Michael Schißler

Tessin. Erdfund – das ist das Wort, das Bodo Mallon nicht gerade den Schweiß auf die Stirn treibt. Erdfund ist, wenn jemand ein Auto aus dem Boden gräbt, und es wieder nutzen will. „Ich habe hier schon Autos gehabt, die waren nur noch ein Sieb“, sagt der 49-Jährige, „aber hinterher sahen sie wieder ganz passabel aus.“ Übertreiben mag er nicht, aber wer sich in seiner Werkstatt umschaut, der erkennt: Die Wagen haben wie neu ausgesehen. Bodo Mallon macht aus historischem Schrott wieder Oldtimer.

OZ-Bild

Bodo Mallon arbeitet alte Autos wieder auf / Sie bekommen neue Holzgestelle und eine neue Karosserie / Sammler aus ganz Deutschland fragen an

Zur Bildergalerie

Das erste Auto, das ich restauriert habe, war ein Porsche 911.“Bodo Mallon,

Autorestaurator

Gerade stehen in seiner Werkstatt in Tessin zwei Autos, an denen er arbeitet: ein IFA F 8 Cabriolet aus dem Jahre 1954 und das gleiche Modell als Kombi, Baujahr 1956. „Die haben die Note fünf, das heißt: ziemlich runter“, sagt Bodo Mallon, der ihnen aber nun wieder auf die Straße helfen wird. Drei bis vier Monate braucht er für einen Wagen, „wenn ich jeden Tag daran arbeite“. Und das geht wie im Autobau in den fünfziger Jahren. Bodo Mallon stellt das Holzgerippe der Wagen nach alten Vorbild und nach ebenso alten Unterlagen wieder her, „und ich schneidere das Blechkleid neu“. In der Tessiner Werkstatt werden die Wagen soweit vorbereitet, „dass sie in die Lackiererei können“. Den Rest der Arbeiten, wie den Einbau des Motors und der Mechanik, „das machen die Sammler meistens selbst, schließlich ist das ja eine ganz simple Technik“, sagt Mallon, der in Cordshagen aufgewachsen ist und dessen größter Wunsch es immer war, „an alten Autos zu schrauben“.

Vor den Autobauern der Gegenwart hat er wenig Respekt. „Wie die früher gearbeitet haben, das kann man diesen alten Wagen noch ansehen“, macht Mallon deutlich, der sich bei seinen Restaurierungen auf die Modelle von IFA und DKW spezialisiert hat. An Sammler und an Fans dieser Marken gibt es offenbar keinen Mangel, „sie kommen aus ganz Deutschland“ und auf Aufträge braucht Mallon nicht warten, eher warten die Auftraggeber auf ihn. Zumal alle wissen, Mallon will möglichst viel der alten Autosubstanz erhalten. „Man muss sich einmal vorstellen, dass die Holzteile in diesen IFA-Wagen 60 Jahre alt sind.“ Ersetzen kann er sie nicht mit Eiche. „Eiche splittert bei Unfällen, das ist zu gefährlich“, sagt Mallon. „Buche wird im Fahrzeugbau verwendet, die knackt einfach weg.“ Hat aber einen Nachteil: Sie schimmelt. Deswegen werden die Holzteile mit Wachsbinden bearbeitet, „bevor ich das Blech darauf nageln kann“.

Auch für sich selbst hat der Cordshäger einen Wagen aufgearbeitet, einen IFA P 70, „mit dem fahre ich zu Messen und Ersatzteilbörsen“, dort macht Mallon auch Werbung für sich und sein Angebot.

Der gelernte Schweißer hat sich tief in seine Branche und in seinen Markt eingearbeitet. „1995 habe ich meinen ersten Oldtimer aufgearbeitet“, erzählt er, „das war ein Porsche 911 aus dem Jahre 1971, und das habe ich noch bei mir zu Hause in Cordshagen gemacht“.

Seine Autowerkstatt in Tessin eröffnete Mallon 2007, nachdem er in verschiedenen anderen Werkstätten gearbeitet hatte. Über die Jahre war der Betrieb in Tessin eine ganz normale Kfz-Werkstatt, „das ging so bis vor etwa drei Jahren“, sagt Mallon. „Nun behalte ich nur noch meinen Kundenstamm und konzentriere mich auf die Oldtimer“ – und geht damit seiner Leidenschaft nach, mit wenig Maschinen, aber ganz viel Handwerk, bei dem man die Ruhe haben muss. Und dann rollen die alten neuen Autos wieder.

Michael Schißler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Wismar
Friedrich-Wilhelm Wilcken (71, 3. v. r.) aus Wismar zeigte gerne seinen 1950 in Eisenach gebauten BMW 340. Fotos (3): Norbert Wiaterek

Auf der 71 Kilometer langen Strecke waren mehrere Aufgaben zu lösen

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Wirtschaft
Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Meister? Körners Tore sollen helfen

Rostocker Robben peilen in der Beachsoccer-Endrunde in Warnemünde den zweiten Titel 2017 an