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Neue Turbinen: Rostocks Wärme wird sauberer

Marienehe Neue Turbinen: Rostocks Wärme wird sauberer

Stadtwerke haben 40 Millionen Euro in neue Turbinen für ihr Kraftwerk investiert. Die sind effizienter und stoßen weniger Abgase aus.

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Vom Leitstand aus steuern Jörg Richter (links) und Olaf Albinus das komplette Kraftwerk in Marienehe.

Marienehe. Die Rostocker Stadtwerke wollen zum Vorreiter in Sachen saubere Energie werden – und haben dafür das größte Investitionsprogramm der vergangenen 20 Jahre gestartet. Der erste Baustein: Im Kraftwerk Marienehe wurden gestern drei neue Gasturbinen in Betrieb genommen. Maßanfertigungen des Weltkonzerns Siemens, 40 Millionen Euro teuer. Aus Sicht des städtischen Energieversorgers aber gut angelegtes Geld: Die Turbinen brauchen weniger Gas als bisher, um Rostock mit Strom und Fernwärme zu versorgen. Und: Sie stoßen 90 Prozent weniger Kohlenstoffdioxid aus als ihre Vorgänger. „Die Fernwärme in der Stadt wird grüner“, so Stadtwerke-Vorstandschef Oliver Brünnich.

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Stadtwerke haben 40 Millionen Euro in neue Turbinen für ihr Kraftwerk investiert. Die sind effizienter und stoßen weniger Abgase aus.

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Insgesamt sechs Jahre hatten Planung und Einbau der neuen Anlage gedauert. Denn: „Der Einbau der neuen Turbinen musste im Sommer und bei laufenden Betrieb geschehen“, erklärt Gerd-Uwe Schmiedel, Zentraleuropa-Chef bei Siemens: „Auch für uns war das ein einmaliges Projekt.“ Das Kraftwerk einmal komplett abzuschalten – das kam nicht infrage: Zwei Drittel aller Rostocker Haushalte beziehen Fernwärme. Auch im Sommer, für warmes Wasser. Stadtwerke-Chef Brünnich: „Die Turbinen stammen aus dem Siemens-Werk im schwedischen Finspång, jede wiegt 13,5 Tonnen und erzeugt 24 Megawatt Energie“.

Die alten Anlagen stammten aus dem Jahr 1996, mussten ausgetauscht werden. Brünnich spricht von einem „Meilenstein“ auf dem Weg zu sauberer Energie in der Hansestadt. Auch von Energieminister Christian Pegel (SPD) gab es Lob: „Die Stadtwerke im Land gehen bei der Energiewende mit vielen kleinen, aber innovativen Projekten voran. Sie blicken langfristig in die Zukunft – weil sie im Gegensatz zu anderen Unternehmen nicht nur die kurzfristigen Aktienkurse im Blick haben.“

Brünnich und seine Vorstandskollegein Ute Römer haben längst die nächsten Projekte in Planung: Erst vor wenigen Wochen hatten die Stadtwerke auf dem Areal des alten Gaswerkes an der Warnow einen 8000 Quadratmeter großen Solarpark in Betrieb genommen. „Im kommenden Jahr wollen wir dann die Weichen für den Bau eines riesigen Wärmespeichers in Marienehe stellen“, so Römer. Gleich neben dem Kraftwerk in Marienehe soll, ein Jahr früher als bisher geplant, ein 60 Meter hoher Turm für Warmwasser entstehen. Ein gigantischer Tauchsieder. „Wir wollen den überschüssigen Windstrom im Land nutzen, um warmes Wasser zu erzeugen. Das speisen wir ins Fernwärme-Netz ein.“ Der Speicher soll genug Wasser fassen können, um ganz Rostock ein Winter- Wochenende lang mit Fernwärme zu versorgen. „Power to Heat“ nennt sich das Prinzip. So effizient und sauber die neuen Turbinen auch sein mögen: Die Stadtwerke wollen langfristig erneuerbare Energie statt Gas für die Wärmeerzeugung nutzen. „Wir schließen derzeit nicht aus, dass wir uns nicht auch selbst an Windparks beteiligen werden – wenn es Sinn macht für uns und unsere Kunden“, so Römer. Weitere Projekt seien bereits in Planung.

Andreas Meyer

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