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Schlage Neues Miezhaus für Streuner

Meister der Handwerksinnung haben gestern ein Schutzhaus für Katzen im Tierheim gespendet

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Das Haus ist gut als Tummelplatz und für Gesundheitschecks.Norbert Schlösser Leiter Tierheim Rostock-Schlage

Schlage. Farbenfroh, mit Fenstern und Eingangstür sowie einem schrägen Dach: Das neue Katzenhaus im Tierheim Rostock-Schlage fällt optisch auf. Jens Meinert, Obermeister der Tischlerinnung, und Roberto Nehring, sein Kollege für den Maler- und Lackierbereich der Innung Rostock-Bad Doberan, haben den Freigängerkatzen gestern Vormittag in Schlage eine große Freude bereitet.

 

OZ-Bild

Jens Meinert und Roberto Nehring (r.) haben als Tischler und Maler ein Katzenhaus für das Tierheim Schlage gebaut. Dessen Vize-Chefin Regina Groß freut sich mit den Katzen, die als Freigänger bezeichnet werden.

Quelle: Fotos: Claudia Tupeit

Nachdem sie beim Innungsball wie gewohnt Spenden gesammelt haben für den guten Zweck, haben sie sich aber erstmals fürs Weitergeben an Vierbeiner entschieden. „Sonst kam das gesammelte Geld oft kranken Kindern zugute“, erzählt Innungsmeister Nehring. Da aber viele Handwerker selbst Haustiere haben, wurde dieses Thema plötzlich präsenter. Im Tierheim haben sie schließlich gefragt, was gebraucht werde. Und schon flogen in der Tischlerei Meinert in der Rostocker Kröpeliner-Tor-Vorstadt die Späne. „Meine Mitarbeiter haben extra wasserfestes Sperrholz verwendet“, erklärt Meinert. Das sei zum einen wetterfest und zum anderen „relativ kratzsicher“. Schließlich solle es ja von außen und innen eine ganze Weile gut in Schuss bleiben. Nehrings Leute haben es schließlich witterungsfest angemalt – in Rot und Gelb.

Neben den ersten Samtpfötchen, die ihr neues Haus zunächst mit typischem Argwohn beschnuppert haben, freuen sich vor allem die Tierpfleger über das gespendete Bauwerk. Katzenkennerin Regina Groß hat gleich Leckereien ums Haus verteilt. „Da es etwas Fremdes ist, sollen sie vorsichtig mit Futter angelockt werden und dann nach und nach auch mal reingehen.“ Der Chef des Tierheims, Norbert Schlösser, sieht es aber nicht nur als Schutzhaus für die Freigänger, wenn es regnet oder schneit. „Es soll ein Versammlungsort für Kater und Katze werden.“

Weiterer Vorteil einer solch großen Hütte, die nun im Freien auf dem Tierheimgelände steht: eine bessere Gesundheitskontrolle. Statt mit einem Käscher Katzen einfangen zu müssen, könne ein Pfleger am Häuschen einfach sitzen und sich die Katzen dort in Ruhe angucken. „So erkennt man schon, ob eine vom Schnupfen geplagt ist, ein tränendes Auge hat oder vielleicht eine Verletzung an der Pfote“, sagt Schlösser.

Aktuell leben im Tierheim Rostock-Schlage 54 Katzen an der frischen Luft. Sie seien es gewöhnt und gingen eben höchstens in ein Katzenhaus draußen, aber nicht nach drinnen in eine der Stuben, erklärt der Tierheim-Chef. 18 solcher Unterschlüpfe gibt es mittlerweile auf dem Areal in der Nähe von Dummerstorf. So ein Schutzhaus sei im Übrigen auch sinnvoll in der Stadt, wo es durch zu viele unkastrierte Katzen in manchen Gebieten bereits eine völlige Überbevölkerung gebe, betont Schlösser. Seine Kritik: „Viele stellen einfach irgendwo Futternäpfe auf und gehen dann wieder. Das ist aber genau das Falsche, weil so auch Ungeziefer und Füchse in die Wohngegenden gelockt werden.“ Besser sei das kontrollierte Füttern. Katzen sollten einen fixen Anlaufpunkt haben – etwa ein Katzenhaus – und derjenige, der das Futter hinstellt, müsse bei den Vierbeinern bleiben, sie durch Geräusche anlocken und mit ihnen beim Fressen sprechen, lautet seine Empfehlung.

Die Innungsmeister Roberto Nehring und Jens Meinert haben sich indes gefreut, dass ihr gemeinsames Werk gleich so gut von den Katzen angenommen wurde. Für Nehring ist das Tierheim auch kein unbekannter Ort. „Ich schicke hier regelmäßig meine Jungs zu Arbeitseinsätzen her“, berichtet der Maler- und Lackiermeister. Zum Beispiel freitags, wenn es mal nicht so viel zu tun gebe. Dabei geht es aber lange nicht nur um Pinselstriche. Die Mitarbeiter greifen laut Norbert Schlösser auch zum Feger und Wischmopp und helfen auch, den Außenbereich zu säubern. „Wir sind auf ehrenamtliche Hilfe in jeder Form angewiesen, genau wie auf Spenden. Ob nun in Form von Geld oder Sachmittel, wie Spielzeug und Futter“, sagt Schlösser, der es schön findet, so engagierte, tolle Handwerker in der Region zu haben.

Übrigens wird gerade jetzt, wo es wieder wärmer werden wird, so ein Dach über dem Kopf auf dem Gelände für die Freigänger wichtig: Schließlich spendet das Haus bei Wärme wohltuenden Schatten.

Kastration besser als frühe Schwangerschaften

98 Katzen leben derzeit im Tierheim Rostock-Schlage bei Dummerstorf. 54 davon sind sogenannte Freigänger – sie leben ausschließlich auf dem Gelände des Tierheims draußen. Sie können nun zwischen insgesamt 18 solcher Schutzmöglichkeiten auswählen.

60 Tage ist eine Katze im Normalfall tragend. Besonders solche, die regelmäßig raus können, sollten unbedingt kastriert werden, betont Tierheimleiter Norbert Schlösser. Sonst drohe eine ungesunde Überpopulation. „Die Ignoranz einiger Katzenbesitzer ist dabei das größte Problem“, sagt er. Laut Schlösser vergessen sie, dass ihre Katzen durch Kastration geschützt werden, etwa vor Infektionskrankheiten. „Und vor der viel zu frühen Begattung.“

6 Monate sind Katzen alt, wenn sie fruchtbar sind. „Da sind sie aber noch nicht voll entwickelt. Eine Kastration vertragen sie aber besser als eine so junge Schwangerschaft.“

Claudia Tupeit

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