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Pflüger ziehen die perfekte Furche

Papendorf Pflüger ziehen die perfekte Furche

Der Kreisbauernverband Bad Doberan veranstaltete den Wettbewerb zum 26. Mal. / Favoriten setzen sich durch / Gastgeber war in diesem Jahr die Agrargenossenschaft Papendorf

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Direkt vor den Toren der Hansestadt Rostock auf einem Acker der Agrargenossenschaft Papendorf suchte der Kreisbauernverband Bad Doberan die besten Pflüger. In diesem Jahr gingen 15 Teilnehmer an den Start. FOTOS (5): OVE ARSCHOLL

Papendorf. Die erste Furche war gerade gezogen, da war schon wieder Schluss. Ein Teilnehmer hatte versehentlich die falsche Parzelle beackert. Pause für alle, Beratungen und die Suche nach einer Ersatzfläche. Schließlich sollte ja alles mit rechten Dingen zugehen beim 26. Pflügerwettbewerb des Bauernverbands Bad Doberan. Gastgeber in diesem Jahr war die Agrargenossenschaft Papendorf. Angemeldet hatten sich 16, an den Start direkt vor den Toren der Hansestadt gingen dann 15 Teilnehmer.

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Der Kreisbauernverband Bad Doberan veranstaltete den Wettbewerb zum 26. Mal. / Favoriten setzen sich durch / Gastgeber war in diesem Jahr die Agrargenossenschaft Papendorf

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Rund zehn Hektar hatte Steven Hirschberg, Chef der Agrargenossenschaft, für das Leistungspflügen zur Verfügung gestellt. Es sei gar nicht so leicht, geeignete Flächen zu finden, erklärt Hauptschiedsrichter Willi Ring (77). „Der Boden in Papendorf ist ideal und bietet beste Bedingungen für die Nachsaat.“ Auch wenn am Sonnabend ein kräftiger Wind über den Acker pfiff. Seit Jahrzehnten nimmt der frühere selbstständige Landwirt aus Hoben bei Wismar die Ergebnisse der Wettpflüger kritisch unter die Lupe.

Das Pflügen in Papendorf ist ein Heimspiel für Nico Tabel (39), obwohl er sich eigentlich hauptsächlich als Herdenmanager um Kühe und nicht um die Äcker kümmert. Sonst treten Azubis für die Papendorfer an, aber die gebe es gerade nicht. Der Druck sei enorm, merkt Nico Tabel mit einem Augenzwinkern an. „Natürlich muss man sich gut vorbereiten“, sagt er, aber viel Zeit dafür hatte er nicht. „Der Spaß steht aber im Vordergrund.“

Seinen Heimvorteil konnte Nico Tabel nicht nutzen. Im Wettbewerb setzten sich dann doch jene durch, die Susann Baltzer als Kreisgeschäftsführerin des Kreisbauernverbands bereits im Vorfeld als die Favoriten ausgemacht hatte. Bester Beetpflüger wurde zum wiederholten Mal Heiko Hardt (49) von der Agrargenossenschaft Hellbach in Neubukow. In dieser Kategorie kam Maren Hansen (27) aus Lieblingshof als einzige Frau auf Platz vier. Den Drehpflug beherrschte wieder Christian Woronowicz (30) vom Landwirtschaftsbetrieb Ullrich Sefzat aus Kritzmow am besten. Beim Gespannpflügen ließ

der Weitendorfer Peter Kautz gemeinsam mit Sohn Norman und den Haflingern „Aurelia“ und „Arlando“ die Konkurrenz hinter sich.

Zwei Stunden Zeit hatte jeder, eine festgelegte Parzelle zu beackern, unter den strengen Blicken der Juroren und von Hauptschiedsrichter Willi Ring. Zu erklären, warum eine Fläche besser als die andere bearbeitet wurde, sei gar nicht so leicht. „Es gibt zwölf Kriterien.“ Die Furchen müssen gleich breit und tief und möglichst gerade sein. Außerdem gehe es um die korrekte Wendung des Bodens um 135 Grad und die richtige Krümelung, so Willi Ring.

Es habe Jahre gegeben, da sei das Pflügen in der Landwirtschaft etwas aus der Mode gekommen, das pfluglose Beackern stand im Vordergrund, sagt Landesbauernpräsident Detelf Kurreck. „Jetzt ist das Pflügen wieder im Kommen“, stellt der Bauernpräsident fest. Wettbewerbe, wie jene am Sonnabend, seien immer auch eine gute Gelegenheit für den Nachwuchs, sich zu präsentieren und der werde in der Landwirtschaft ja händeringend gesucht, wirbt Detlef Kurreck für den Berufsstand. Fünf Auszubildende stellten sich der Konkurrenz. Hannes Beck (20) vom Russower Landbau schnitt als Vierter bei Beetpflügen am besten ab.

„Das sind immer wieder schöne Bilder“, freute sich Kurreck über die Veranstaltung. Trotz kühler Temperaturen und des starken Windes gab es zahlreiche Zuschauer, die das Spektakel verfolgten. So wie Familie Wilde, die mit ihrem kleinen historischen Traktor vorfuhr. „Das ist unser Hobby, wir sind technikbegeistert“, verrät Vater Peter. Da lasse man sich die Gelegenheit nicht nehmen, mal eine Blick auf die großen landwirtschaftlichen Maschinen zu werfen.

Den frisch gepflügten Acker kann die Agragenossenschaft Papendorf jetzt nutzen, um Mais anzubauen.

Thomas Niebuhr

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